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Bradley Manning: UN rügt US-Regierung

UN (Logo)

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Ein UN-Sonderberichterstatter für Folter, Juan Mendez, hat die USA offiziell gerügt. Mendez hatte sich darum bemüht, ein vertrauliches Gespräch mit dem inhaftierten mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning führen zu dürfen. Dies war durch die US-Behörden mehrfach abgelehnt worden. Mendez' Schritt gilt als äußerst selten, vor allem gegenüber einem demokratischen Land.

Mendez sprach am gestrigen Montag eine offizielle Rüge gegenüber der US-Regierung aus. Experten sind erstaunt über diesen Schritt, da dieser normalerweise selten vorkommt und in der Regel nur gegenüber autoritären Regimes eingesetzt wird.

Mendez erklärte, er sei "zutiefst enttäuscht und frustriert" über das Verhalten der US-Regierung. Gegenüber Reportern der britischen Zeitung "The Guardian" sagte er: "Ich untersuche eine Beschwerde, dass die Behandlung dieses Gefangenen einer grausamen, inhumanen oder erniedrigenden Behandlung oder Folter entsprucht… bis ich alle Beweise vorliegen habe, kann ich nicht sagen, ob er inhuman behandelt wurde."

Nach Angaben des UN-Sonderberichterstatters erlauben die meisten Staaten Gefangenenbesuche ohne Aufstellung besonderer Bedingungen. Das US-Verteidigungsministerium allerdings habe ihm keinen "offiziellen", sondern lediglich einen "privaten" Besuch bei Manning erlaubt. Letzterer allerdings würde im ständigen Beisein einer Wache erfolgen. Alles, was Manning dabei sagen würde, könnte vor einem Militärgericht gegen ihn verwendet werden. Mendez erklärte, sein Mandat sehe unbeobachtete Besuche vor. Er habe daher am vergangenen Freitag mit Vertretern des US-Außenministeriums und des Pentagon gesprochen. Diese hätten ihm am Wochenende ihre negative Entscheidung mitgeteilt. 

Mendez sagte, er sei notfalls bereit, Manning auch im Beisein einer Wache zu besuchen. Er werde sich aber weiterhin für die Möglichkeit eines unüberwachten Gesprächs einsetzen. "Ich bestehe darauf, dass die US-Regierung mich ihn [Manning] ohne Zeugen sehen lässt. Ich fordere [die US-Regierung] auf, ihre Entscheidung zu überdenken," sagte Mendez. 

Text-Quellen: The Guardian

Annika Kremer (g+) am Dienstag, 12.04.2011 16:26 Uhr

Tags: whistleblowing menschenrechte united nations wikileaks manning bradley manning

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19 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Shodan_v2-3 am 14.04.2011 01:53:22

    Übrigens ist auch der Internationale Gerichtshof nicht in Den Haag. Bitte? Sag dem IGH bitte sie sollen ihre Webseite updaten, da steht nämlich noch, dass sie im Friedenspalast in Den Haag sind. Und zum Them ...

  • Jauchebruder am 14.04.2011 01:49:14

    Manning wird ohne Prozess festgehalten. Das ist ein klarer Verstoß gegen Artikel 14 des Internationaler Paktes über bürgerliche und politische Rechte, den USA unterzeichnet und ratifiziert haben. Halten sie sich nicht daran kann ein anderer Staat die USA deswegen vor dem ...

  • simonlange am 14.04.2011 01:07:16

    Rausreden ist nicht. :) http://board.gulli.com/thread/1648696-bradley-manning-un-ruegt-us-regierung/?p=13852125&viewfull=1#post13852125 DU hast behauptet das die USA Den Haag 1946 anerkannt haben. Nur gab es da den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag noch nicht. Fakt ist, genau ...

  • Shodan_v2-3 am 14.04.2011 00:31:05

    Wie kommst du denn auf den Internationale Strafgerichtshof? a) fällt die Behandlung einzelner Gefangener gar nicht in dessen Aufgabenbereich b) werden dort Personen, nicht Staaten angeklagt. Manning wird ohne Prozess festgehalten. Das ist ein klarer Verstoß gegen Artikel 14 des Internationaler Pak ...

  • simonlange am 13.04.2011 23:40:04

    1946 Die USA haben den Vertrag nur unterschrieben. Ihn aber nicht ratifiziert. Der Internationale Strafgerichtshof hat seine Tätigkeit erst 2003 mit der Vereidigung des ersten Richters aufgenommen. 1946 hat noch kein Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag ...

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