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Mutmaßlicher SSL-Hacker streitet politische Motivation ab

Der mutmaßlich hinter der kürzlichen Kompromittierung einer SSL-CA und der Ausstellung mehrerer gefälschter SSL-Zertifikate steckende Angreifer hat sich zu seinem Tun bekannt. Dabei dementierte er, irgendwelche Verbindungen zur "Iranian Cyber Army" zu haben. Diese Verbindung war von den Betroffenen zeitweise vermutet worden.

Der Angreifer hatte sich über eine Kompromittierung von GlobalTrust.it, einem Partner der Certificate Authority (CA) Comodo, mehrere gefälschte SSL-Zertifikate für namhafte Websites ausgestellt. Am vergangenen Wochenende erklärte er, wie er dabei vorging - und dementierte zugleich jede Verbindung zu iranischen Hacktivisten.

In dem - allerdings sehr großspurig und nicht besonders leserlich geschriebenen - Bekennerschreiben erklärt der Angreifer, er habe zunächst die RSA-Verschlüsselung des Zertifikatssystems angreifen wollen. Dann habe er aber Sicherheitslücken auf der Website von GlobalTrust.it entdeckt und sich entschieden, lieber diese anzugreifen. Dabei entdeckte er einen im Klartext gespeicherten Login-Namen mit dazugehörigem Passwort, die ihm ermöglichten, eine Reihe von Zertifikaten direkt von Comodo signieren zu lassen. Politische Motive habe er keine; er sei zwar Iraner, habe aber nichts mit der Iranian Cyber Army zu tun.

Es lässt sich bisher nicht mit Gewissheit sagen, ob das "Bekennerschreiben" vom tatsächlichen Angreifer stammt. Er postete allerdings Teile des beim Angriff erlangten Quellcodes - darunter den Teil mit den im Klartext hinterlegten Login-Daten - auf der Seite Pastebin. Ebenso ist die politische Zugehörigkeit des mutmaßlichen Angreifers fraglich. Er äußerte Sympathien für das iranische Regime und nahm außerdem genau solche Seiten ins Visier, die für Aktivisten und Dissidenten interessant sein könnten. Zugleich stritt er eine politische Motivation aber ab.

Die schweren Sicherheitslücken fanden sich offensichtlich bei GlobalTrust.it. Auch Comodo musste sich jedoch für seine Praxis, Zertifikate direkt mit dem Root-Zertifikat zu signieren, heftige Kritik - unter anderem von Mozilla - anhören. Momentan sind die Websites beider Unternehmen offline. 

Text-Quellen: Sophos

Annika Kremer am Montag, 28.03.2011 11:43 Uhr

tagsTags: ssl iran tls iranian cyber army comodo

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2 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • HouseKatZe am 28.03.2011 17:31:04

    Wie immer sehr großspurig... Diesmal aber wohl sehr übertrieben. :D PS: Dieser Fall zeigt mal wieder deutlich, dass das ganze SSL System für die Katz ist wenn auch nur einer von den tausenden CAs eine Sicherheitslücke hat. Leider kann man gegen eine MITM Attacke mit einem "echten" Zertifikat ni ...

  • Toni327 am 28.03.2011 13:20:37

    Anzumerken wäre noch dass der Hacker eindeutig geisteskrank ist. Auszüge aus seinem Statement: Rule#6: I'm a GHOST Rule#7: I'm unstoppable, so afraid if you should afraid, worry if you should worry. I'm single hacker with experience of 1000 hackers, I'm sing ...

  • Annika_Kremer am 28.03.2011 11:43:41

    Der mutmaßlich hinter der kürzlichen Kompromittierung einer SSL-CA und der Ausstellung mehrerer gefälschter SSL-Zertifikate steckende Angreifer hat sich zu seinem Tun bekannt. Dabei dementierte er, irgendwelche zur "Iranian Cyber Army" zu haben. Diese Verbindung war von den betroffenen zeitweise ...

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