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Tim O’Reilly: Weg mit dem DRM, wir haben keine Angst vor Piraten!

Tim O’Reilly. Bild von Jeff Ooi's blog. CC by-sa 2.5

Tim O’Reilly. Bild von Jeff Ooi's blog. CC by-sa 2.5

Der aus Irland stammende Programmierer, Firmengründer und Chef des gleichnamigen Verlagshauses wurde kürzlich ausführlich vom Forbes Magazin befragt. Unter anderem ging es dabei um Sinn oder Unsinn von DRM-Kopierschutzsystemen und die Auswirkungen der Online-Piraterie auf die Umsätze seines Unternehmens.

Forbes-Redakteur Jon Bruner fragte ihn, ob er nach Abschaffung aller DRM-Maßnahmen keine Angst vor erheblicher Piraterie seiner Produkte habe. Tim O’Reilly antwortete, wenn sein Ziel der Verkauf von 10.000 Einheiten sei, so könne er diese Menge natürlich auch mithilfe des Digital Rights Managements (DRM) absetzen. Ohne DRM werden aus 10.000 schnell 100.000 Kopien, die im Internet zirkulieren. Tim O’Reilly: "Was ist das bessere Ergebnis? Ich denke, wenn 100.000 Kopien im Umlauf sind und 10.000 verkauft werden, ist dies der bessere Weg, als wenn es nur die verkauften 10.000 Stück gibt, von denen sonst niemand profitieren kann." Wer grundsätzlich nichts bezahlen will, wird dies so oder so nicht tun, glaubt O’Reilly. Sein Verlag sei erfreut, wenn die Menschen, die sich die Bücher nicht leisen können, auch so kostenlos an nützliche Informationen kommen und etwas wirklich Sinnvolles damit anstellen.

Die Digitale Rechteverwaltung würde sich negativ auf den Umgang mit allen Medien auswirken. Es macht es den Menschen schwerer, das Produkt anzuwenden. Mit der Piraterie sei es wie mit den Steuern. Große Unternehmen mit beliebten Produkten würde es härter treffen, als kleine Firmen ohne entsprechenden Umsatz. Dennoch würden die Schwarzkopien dafür sorgen, dass der Bekanntheitsgrad eines Verlages gesteigert würde.

Wichtig wäre es grundsätzlich für die Aufrechterhaltung von sozialen Normen zu sorgen. Die Leute müssen einfach wissen, welche Auswirkungen ihr Verhalten auf den Markt hat. Wenn niemand mehr ein Produkt kauft, kann kein Verlag mehr das tun, was er vorher tat. O’Reilly kritisiert auch, die Effektivität der technischen Schutzmechanismen sei nie wirklich untersucht worden. Er glaubt, DRM habe sich zu keinem Zeitpunkt als der richtige Weg erwiesen. Wenn der Preis stimmt, werden viele Menschen nicht lange darüber nachdenken, ob sie es irgendwie für umsonst bekommen können. Diese ganze Idee, man müsse alles abschließen und vor einem Missbrauch schützen, durchdringt auf Dauer unsere Seele. Wahrscheinlich verändert es sogar den Charakter unserer Gesellschaft. Gegen Piraterie in wirklich extremen Ausmaßen müsse man natürlich etwas tun, der Verlag arbeitet unter anderem mit Wasserzeichen,

Buchpiraterie. Bild von Autin.deviantart.com

Buchpiraterie. Bild von Autin.deviantart.com

die sie in ihren Werken verankern.

Firmenchef Tim O’Reilly vergleicht sehr extreme technische Mittel mit verschiedenen Stadtteilen, die unterschiedlich ausgeprägt sind. In einer gutbürgerlichen Siedlung müsse man auch nicht jedes Fenster vergittern oder in jedem Haus einbruchsichere Türen einsetzen. Es wäre wichtig zu unterscheiden, was an Maßnahmen akzeptabel sei und was zu sehr einschneidend wirkt. Er findet: Wer toleranter gegenüber Fehlschlägen sei, würde im Ergebnis ein belastbareres und anpassungsfähigeres System erhalten, das schlichtweg besser funktioniert.

Das Interview behandelt neben der Urheberrechtsproblematik aber noch diverse andere interessante Aspekte. Es kann hier gelesen werden.

Danke an Lokalrunde für den Tipp!

Bild-Quellen: Wikipedia autiin.deviantart.com

Text-Quellen: blogs.forbes.com

Lars Sobiraj am Samstag, 26.03.2011 13:34 Uhr

tagsTags: forbes tim o’reilly

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vgwort
 
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9 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Killigan am 27.03.2011 13:52:14

    Genau das. SC2 hab ich mir übrigens genau aus diesem Grund verkniffen, ohne Onlinezwang hätte ichs definitiv gekauft. Aber so ein Schrott kommt mir nicht mehr ins Haus, egal wie gut das Spiel ist. Geht mir genauso. Ich kaufe gerne Spiele - manchmal auch aus Sam ...

  • Kn0p3XX am 26.03.2011 18:21:45

    Ich kann mich dem Rest nur anschließen. Es bringt doch einfach nichts, selbst wenn, dann hält der 'neue' Kopierschutz auch mind. für eine Woche, dann ist eh wieder Schicht im Schacht mit Kopierschutz, also könnten sie DRM und Co. sowieso weglassen, weil es immer jemanden gibt der dieses umgehen ...

  • ScytheOfTime am 26.03.2011 17:27:18

    Blizzard schert sich auch nicht viel um Kopierschutz. Sie haben zwar in SC2 den Onlinezwang aber trotzdem haben viele Blizzard Spiele. Und wenns nur WC3 ist. Es ist meistens gekauft. Vielleicht haben diese Menschen wirklich recht und EA, Ubisoft und Co sollten mal umde ...

  • Hagar Quinn am 26.03.2011 17:20:45

    Zitat: von denen sonst niemand profitieren kann." Wer grundsätzlich nichts bezahlen will, wird dies so oder so nicht tun, glaubt O’Reilly. Sein Verlag sei erfreut, wenn die Menschen, die sich die Bücher nicht leisen können, auch so kostenlos an nützliche Informationen kommen und etwas wirklich ...

  • Pennywise1911 am 26.03.2011 17:10:17

    Fällt was auf? Notch sagte das auch => In einschlägigen Foren steht unter den Minecraft Threads sowas wie: "Danke für den Upload. Aber ich habs mir gestern gekauft und habe den Kauf nie bereut." Gabe Newell sagte, dass es ihn unglücklich macht, wenn seine Kunden das Gefühl haben, ihre zeit mi ...

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