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SSL-Lücke: Steckt der Iran dahinter?

Bei der kürzlich erfolgten Kompromittierung der SSL-CA Comodo könnte es sich um einen gezielten Cyber-Angriff von iranischer Seite gehandelt haben. Das deutet Comodo in einem neuen Blog-Eintrag zum Thema an. Der Vorfall verlange "dringendes Handeln der gesamten Sicherheitsbranche", so Comodo-Sprecher Phillip Hallam-Baker.

Insgesamt, so Baker, seien neun SSL-Zertifikate für sieben verschiedene Domains kompromittiert worden. Das IT-Newsportal heise online nennt "login.live.com, mail.google.com, www.google.com, login.yahoo.com, login.skype.com, addons.mozilla.org" sowie einen "nicht näher bezeichneten 'Global Trustee'" als betroffene Subdomains.

Baker berichtet, die Infrastruktur von Comodo selbst sei zu keinem Zeitpunkt kompromittiert worden. Vielmehr sei die Kompromittierung bei einem in Südeuropa ansässigen Partner aufgetreten. Die technischen Einzelheiten seien bislang noch nicht geklärt. Man habe den Vorfall zügig den Besitzern der betroffenen Domains, den namhaften Webbrowser-Herstellern sowie den zuständigen Behörden mitgeteilt. Der Bericht ist auch online verfügbar. 

Baker sagt, der Angreifer wäre noch aktiv gewesen, als man den Vorfall entdeckt und den kompromittierten Account gesperrt habe. Womöglich habe der Angreifer also noch weitere Ziele im Visier gehabt. Die IP-Adressen des Angreifers habe man zu einem iranischen Internet-Provider zurückverfolgen können. Der betreffende Server habe kurze Zeit nach der Entdeckung nicht mehr reagiert. Dies bringt Baker zu der Vermutung, dass staatliche iranische Stellen ihre Hände im Spiel gehabt haben könnten. "Es bleibt nicht verborgen, dass die angegriffenen Domains für eine Regierung, die versucht, die Internetnutzung von Dissidenten zu überwachen, den größten Nutzen hätten. Der Angriff kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem viele Länder in Nordafrika und der Golfregion Proteste des Volkes erleben und viele Kommentatoren haben das Internet und insbesondere Social-Networking-Seiten als wichtigste Organisationsmittel der Proteste identifiziert." Derartige Angriffe durch autoritäre Regierungen wären zudem kein neues Phänomen, so Baker. 

Text-Quellen: Comodo Blog (IT Security) heise online

Annika Kremer (g+) am Donnerstag, 24.03.2011 22:28 Uhr

Tags: ssl iran tls comodo

 
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7 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • a_d_s am 25.03.2011 12:11:06

    Um mein Posting mal etwas weiter zu erklären: Wieso kann jeder Kunde von Comodo beliebige Zertifikate erstellen? Als Mindestanforderung sollte man automatisch kein Zertifikat erstellen können für Seiten, die bereits ein Zertifikat von einer anderen Stelle oder einem anderen internen Kunden haben. C ...

  • Sempralon am 25.03.2011 08:11:48

    @a_d_s ... evtl. bietet Comodo demnächst die Möglichkeit an, sofort per Firewall iranische Websites zuzuspammen oder ähnliche Cyberwarangriffe zu starten ... wäre ein schönes Botnet-Netzwerk! ... ich finde es schon erschreckend, das solche Leute den Cyberwar propagieren, nix anderes ist es ... es k ...

  • user124 am 25.03.2011 05:30:03

    für die behauptung gabs sicherlich nen geschenkkorb vom cia für comodo, jedoch ohne sekt weil sie nicht "stecken der iran und al qaida dahinter?" behauptet haben. ...

  • a_d_s am 25.03.2011 01:03:44

    Der Vorfall verlange "dringendes Handeln der gesamten Sicherheitsbranche", so Comodo-Sprecher Phillip Hallam-Baker. Sollte er vielleicht erst mal in seinem Laden aufräumen. ...

  • DerAlteL am 25.03.2011 00:54:56

    Und jetzt kommen die nächsten Verschwörungstheorien. Mich wunderts ehrlich gesagt das Assange diese Info nicht verbreitet hat, irgendwie wäre es passend. :rolleyes: ...

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