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Demonstrantinnen ziehen sich für Mannings Rechte aus

Bradley Manning

Bradley Manning

Auch heute wurde in den USA wieder für die Rechte des inhaftierten mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning demonstriert. Dabei griffen die Demonstranten zu einem ungewöhnlichen Mittel, um Aufsehen zu erregen: sie zogen sich bei ihrem Protest (halb) nackt aus. So wollten sie darauf aufmerksam machen, dass Manning im Militärgefängnis oftmals seine Kleidung abgeben muss.

Manning, der zahlreiche US-Geheimdokumente an WikiLeaks weitergegeben haben soll, sitzt seit über acht Monaten in Untersuchungshaft. Immer wieder wird dabei Kritik an den Haftbedingungen laut. Insbesondere die Tatsache, dass Manning weitgehend isoliert ist, halten Psychologen, Menschenrechts-Aktivisten und Unterstützer für problematisch. Daneben hat Manning auch sehr wenige Möglichkeiten, seine Zeit zu gestalten, sieht nur selten das Tageslicht und wird nach eigener Aussage teilweise vom Wachpersonal schikaniert. Für mediale Aufmerksamkeit sorgte vor Kurzem auch die Tatsache, dass Manning einige Nächte lang komplett nackt schlafen und morgens nackt vor den Wachen antreten musste. Dies begründete man mit einer angeblichen Selbstmordgefährdung des Häftlings. Die zuständigen Psychologen sahen dafür allerdings keine Indizien. Mannings Anwalt David Coombs erklärte später, Auslöser sei eine sarkastische Bemerkung seines Mandanten gewesen. Einige Tage später erhielt Manning - womöglich aufgrund des öffentlichen Drucks - eine Art Nachthemd, das keine Selbstverletzung zulässt. Er muss somit nicht mehr komplett unbekleidet schlafen. Seine sonstige Kleidung muss er jedoch nach wie vor jeden Abend komplett abliefern.

Auf diese Probleme wollten die Demonstranten aufmerksam machen, die am heutigen Dienstag in San Francisco vor dem Büro der US-Senatorin Diane Feinstein demonstrierten. Mehrere weibliche Unterstützerinnen zogen sich dabei bis auf die Unterwäsche aus. Einige gingen sogar noch weiter und schützten ihre intimen Körperteile lediglich mit Protestplakaten vor fremden Blicken. Einige Demonstranten trugen zudem Masken mit dem Portrait Mannings. Mit Slogans wie "Einzelhaft ist inhuman" forderten sie die Senatorin auf, sich für bessere Haftbedingungen für Manning einzusetzen. Ob die ungewöhnlichen Mittel der Demonstration die Senatorin beeindruckten, ist unklar. Deutlich wird jedoch, dass Manning äußerst entschlossene Unterstützerinnen und Unterstützer hat.

Text-Quellen: The Register

Annika Kremer am Dienstag, 22.03.2011 23:00 Uhr

tagsTags: demo demonstration whistleblowing menschenrechte san francisco wikileaks manning bradley manning

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19 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Annika_Kremer am 24.03.2011 00:34:34

    Das ist eh blöd mit der Begrifflichkeit in dem Bereich. Ganz das selbe ist "Informant" halt nicht. Es gab sogar mal eine Initiative (von Daniel Domscheit-Berg und ein paar anderen) einen deutschen Begriff zu finden, um die Sache angemessen zu würdigen. Das scheint aber leider im Sande verlaufen zu ...

  • Thoplan am 24.03.2011 00:16:53

    Ich lese mittlerweile jeden Tag die für mich interessanten Nachrichten hier, darunter auch die zu diesem potenten Thema. Angemeldet habe ich mich heute aber, weil endlich mal wieder schlichtweg vom "WikiLeaks-Informanten" statt vom sperrigen "Whistleblower" die Rede war. Englisch ist meine liebste ...

  • Anonym082000 am 23.03.2011 19:44:09

    Im übrigen betrachte ich mich mit 26 auch nicht als "Digital Native", ich musste das mit dem Computer und dem Internet ebenso lernen wie lesen, schreiben und Englisch. Angeboren oder schon im frühesten Kindesalter gelernt war da sicher nichts. Vielleicht ist das bei ...

  • Annika_Kremer am 23.03.2011 12:18:18

    Kann ich auch machen, wenn das gewünscht ist. Im Grunde gibt ja auch schon die Reportage zum Thema die Links zu allen relevanten Infos. Ich weiß nur nie, wie viele Leser "von außerhalb" vielleicht wirklich noch nicht bescheid wissen. Aber für die, die dem Thema schon länger folgen, ist es natü ...

  • Metal_Warrior am 23.03.2011 11:50:54

    Ich kam wegen Titten her. Wo sind sie? Kleiner Google-Suchtipp: XXX. Kommen hübschere Ergebnisse ;) :D Wie kann man sich denn an soner kleinen Aussage so lange aufhalten ... Mal unterschreib. Annika, so nett es wirklich ist, ...

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