
RiDATA Ultra-S IDE SATA2 SSDs.
SSDs sind momentan insbesondere für Laptops im Kommen, da sie schnellere Zugriffe erlauben als herkömmliche Festplatten, unempfindlicher gegen Erschütterungen sind und Strom sparen. Für IT-Forensiker jedoch bringt dieser Trend, glaubt man einem nun in Australien veröffentlichten Forschungsbericht, neue Probleme mit sich. Als gelöscht markierte Daten auf SSDs sind oftmals nicht wiederherstellbar. Dies liegt in der Technik von SSDs begründet. Die Forscher stellten fest, dass diese Daten auf SSDs sogenannter "Selbst-Korrosion" unterliegen. Dabei werden Datenbits gelöscht oder permanent verändert, ohne dass der Benutzer darauf Einfluss hat. Auf traditionellen Festplatten tritt dieses Problem nicht auf.
Die Wissenschaftler der australischen Murdoch University vermuten, dass durch dieses Phänomen eine rechtliche Grauzone bei IT-forensischen Beweisen eingeführt wird. "Es erscheint möglich, dass das goldene Zeitalter für forensische Wiederherstellung und Analyse von gelöschten Daten und gelöschten Metatdaten nun endet," heißt es in dem Forschungsbericht.
Bei herkömmlichen Speichermedien wie Festplatten, aber auch den für Backups benutzten Magnetbändern, lassen sich auch gelöschte Daten oft wiederherstellen, wenn diese nicht überschrieben wurden. SSDs funktionieren allerdings in dieser Beziehung anders. Dort reicht es nämlich nicht aus, Sektoren einfach als "gelöscht" zu markieren. Die Bereiche auf den verwendeten NAND-Transistor-Chips lassen sich erst wiederverwenden, wenn sie tatsächlich elektronisch gelöscht werden. Dies wird daher von der Firmware meist automatisch im Hintergrund erledigt, sobald Dateien zur Löschung markiert sind. Selbst wenn die Platte gerade forensisch untersucht wird und daher mit einem Schreibschutz versehen ist, schützt das nach den Erkenntnissen des Forscherteams nicht vor weiteren "Aufräumaktionen". Dabei, so der Forschungsbericht, könnten wertvolle Beweise vernichtet werden.
Die Wissenschaftler merken außerdem an, dass die Manipulation eines Datenträgers nach dessen Beschlagnahmung oftmals ein Grund für die Verteidigung sei, die Beweiskraft des fraglichen Datenträgers in Frage zu stellen. Bei SSDs sei es aber praktisch unmöglich, zu beweisen, dass keine vorsätzliche Manipulation stattgefunden habe, da die Daten sich stets durch automatisierte Prozesse verändern und Mittel wie Hash-Summen somit unbrauchbar werden.
Der komplette Forschungsbericht ist im Internet verfügbar.
Bild-Quellen: Rico Shen unter CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Annika Kremer am Mittwoch, 02.03.2011 12:58 Uhr
Um genau zu sein ist der einzige der was auf der SSD Löschen kann die Firmware (+ Controller). Ja, sicher, aber die Firmware kann es auch erst, wenn ihr gesagt wird, dass Datei X nicht mehr verwendet wird. Von ganz allein kann sie da nix machen, da sie ja, wie schon ...
Wollen Sie die Datei wirklich aus der Biotonne löschen? ja / nein / vielleicht / vorher ein Backup anlegen / mit Nullen füllen / mit Einsen füllen / abwechselnd mit Nullen und Einsen füllen / Problembericht senden / Löschung nach dem Herunterfahren überdenken Schön, wenn Löschen wieder Sin ...
Wie sieht es dann eigentlich mit Beweisdaten aus dem RAM vor Gericht aus? Nahezu unmöglich, wir haben eine Festplatte, weil man im RAM nichts speichern kann ... zumindest nicht länger als der Computer an ist. ...
Ich mag mich irren, aber die Firmware selber kann da doch gar nichts löschen. Woher soll sie auch wissen, ob eine Zelle "in Verwendung" ist? Das weiß schließlich nur das Dateisystem, welches erst mit dem TRIM Kommando den Befehl zum Löschen der Zelle gibt, wonach ...
Vermutlich ist das ein Recherche-Fehler oder einfach simples Copy & Paste. Denn in den Artikeln von heise und winfuture ist die Rede von SSDs und USB-Sticks. USB-Sticks haben kein Trim und unterliegen natürlich dieser Problematik. Daher vermute ich einfach schlechten Journalismus. Als es Trim noc ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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