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Gaikai: Spiele-Demos bald im Browser?

Gaikai Screenshot

Gaikai Screenshot

Ziel des Projektes ist die Möglichkeit, Demo-Versionen von Neuerscheinungen bald von überall einfach im Browser testen zu können - unabhängig vom Betriebssystem oder der verwendeten Hardware. Nach dem Durchspielen landet man im Webshop der Entwickler. Ob man jedoch auch das komplette Spiel einfach in der Cloud spielen darf bleibt fraglich.

Die Streamingplattform Gaikai ist nun in einer offenen Betaphase angelangt. Jeder kann den Service testen. Alles, was man braucht, ist ein aktueller Browser mit Java und einen Flashplayer. Gegen Alterseingabe kann man zur Zeit zum Beispiel die Demo von Mass Effect 2 spielen. Wenn gerade viele Tester darauf zugreifen, landet man jedoch in einer Warteschleife (beim Testen waren das etwa drei Minuten, einmal brach die Verbindung zum Server auch komplett ab). Das Spiel selbst läuft im Browserfenster als Flashstream. Der Rechner muss also nur einen Flashstream abspielen können und die Eingabebefehle des Benutzers zurück an die Cloud liefern. Beim Ausprobieren hatte ich mit der Mass Effect 2-Demo auf meinem vier Jahre alten Laptop (mit Linux) keinerlei Probleme. Man merkt jedoch beim Spielen eine leichte Verzögerung, die technisch bedingt einfach zu erklären ist, schließlich läuft das Spiel auf einem Server. Man benötigt also erstens Zeit, die Eingaben zum Server zu versenden, zweitens braucht der Server Zeit, die Eingaben zu verarbeiten, das Spiel zu rendern und die Daten wieder zu komprimieren und als Flash-Stream an den Spieler zurückzusenden. Für schnelle Shooter ist das System damit nicht gerade ideal aber für Strategiespiele oder MMOs durchaus eine Lösung. Einen Eindruck von neuen Spielen kann man sich damit aber auf jeden Fall in guter Qualität verschaffen - auch mit schlechter Hardware oder von unterwegs. Die Bildqualität ist auch im Vollbild abgesehen von leichtem Kompressionsrauchen und etwas Tearing erstaunlich gut.

Damit ist die technische Seite durchaus gelungen. Zwar braucht man eine recht potente Internetverbindung, aber als Hardware taugt auch ein Netbook oder ein wirklich alter PC. Zudem ist die Plattform damit Betriebssystem-unabhängig. Solange ein aktueller Flash Player und die Java-Umgebung samt Plug-In läuft, kann man spielen. Damit sind auch Windows-Only-Titel auf jedem Betriebssystem lauffähig, so sie denn in der Cloud gehostet werden. Falls sich Streamingspiele also durchsetzen, dürfte das die zukünftigen Gaming-PCs stark verändern. Eine starke Grafikkarte oder eine Quad Core-CPU braucht man für das Spielen dank Cloud nicht mehr. Außerdem ist das Betriebssystem egal - ob das Microsoft schmecken wird? Allerdings wird die Rechneleistung damit an anderer Stelle nun um so dringender benötigt. Die Serverfarm, die Gaikai zusammen mit Limelight Networks zur Zeit betreibt, stößt bei der Beta schon öfter an ihre Grenzen. So gibt es vereinzelt Verbindungsprobleme oder man landet in der Warteschleife, wenn gerade viele Spieler testen wollen.

Die Schaltfläche, um die Mass Effect 2-Demo zu starten, erscheint mit etwas Geduld unten auf der Seite, nachdem von Gaikai im Hintergrund die Verbindungsqualität zum Cluster überprüft wurde. Man kann sich aber auch gegen Angabe einer Email-Adresse und des Alters als Betatester registrieren. Nach der Regestrierung läuft der Verbindungstest, der Ping und Bandbreite zum nächsten Gaikai-Cluster testet. Je nach Land kann es hier Probleme geben, da zur Zeit nur in zwölf Ländern direkt Server stehen. Wenn die eigene Internetleitung schnell genug ist und man eine Email erhalten hat, kann man nun neben Mass Effect 2 auch Dead Space 2, Spore, Second Life oder Die Sims 3 spielen. Zur Zeit sind 24 Serverfarmen in Zwölf Ländern Aktiv. Ein Ausbau des Netzwerkes ist jedoch geplant und anscheinend auch dringend notwendig, alleine schon um alle Länder mit ausreichender Bandbreite versorgen zu können.

Zweck der Plattform ist es zunächst, Demoversionen zu hosten, damit Publisher mit ihren Demos werben können. Für Publisher soll es möglich sein, einfach die Demo bei Gaikai hosten zu lassen und das Spielefenser ähnlich wie ein embedded YouTube-Video auf der Demo-Seite zu integrieren. Ob es auch eine Möglichkeit geben wird, das komplette Spiel zum Beispiel mit einem Premium -Abo oder ähnlichem auf dem Server zu spielen, ist zur Zeit noch offen. Die Nachfrage wäre je nach Titel wahrscheinlich gar nicht schlecht, jedoch würde so ein Angebot eine Menge zusätzlicher Serverkapazität benötigen. Mit dem Konzept wäre es möglich, zum Beispiel Crysis 2 auf einem normalen Netbook zu spielen, vorausgesetzt die Internetleitung spielt mit. Wenn Gaikai einen solchen Service nicht anbietet, ist die Wahrscheinlichkeit allerdings recht hoch, dass ein anderer Anbieter die Idee aufgreift. Eine Leitung mit 2 Mbit ist allerdings hierbei mindestens zu Eempfehlen, auch wenn das Testen mit der Mass Effect 2-Demo meistens einen Verbrauch in der Gegend von 1 MBit hat. Zur Zeit scheint der Server jedoch etwas überfordert, so gibt es seit gut einer Stunde ab und an Verbindungsabbrüche.

Text-Quellen: gaikai golem

Malte Kremer (g+) am Montag, 28.02.2011 15:09 Uhr

Tags: computerspiel onlinespiele pc-spiel spielentwickler spieleentwickler spieleindustrie spielehersteller

 
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18 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • stit am 03.03.2011 12:37:22

    Manche reden hier von online, aber das ist doch noch garnicht in deutshcland verfügbar ? Oder gibts da auch schon links zu demos ? Wenn ja bitte mla posten will onlive testen. danke ...

  • LCD_1 am 01.03.2011 22:15:23

    Auf einem Notebook spielen wird wohl sehr teuer. Datentarifanbieter werden sich aber freuen. ...

  • chillscsiport am 01.03.2011 20:32:16

    es heisst quakelive und ich bin damit sehr zufrieden .. 125 fps weil so eingestellt ( koennte bis 400 fps ) bei 1920 x 1080 und alles auf full .. ok spiele aber lieber mit picmip .. und ping von 60 bei dsl 1000, also guter netcode wenn ich dann lese 20 fps und leichtes laggen .. die meisten werd ...

  • MrDraco am 01.03.2011 20:05:14

    Welchen Sinn hat es nur die Demo im Browser laufen zu lassen? Wenn dann hätte ich gehofft das ganze Spiel "hardware unabhängig" und auch durchaus offline im Browser zocken zu können. Denke das wird die Zukunft werden. OpenGL/WebGL und die Geräte und Betriebsysteme werden zu reinen Browsergrundlagen ...

  • antiHacker am 01.03.2011 15:39:30

    Ich bin und bleib dabei und sage Nein zum streamen von Spielen. Bereits jetzt sind wir für Multiplayer an den Hersteller-Servern gebunden die nach 2- 6 Jahren immer wieder verschwinden. Ein ganzes Spiel/Programm nicht in meinen Besitz zu haben sondern nur Fernab zu steuern, wäre da noch schlimmer. ...

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