
IANA (Logo)
Die letzten fünf sogenannten "/8-Blöcke" mit jeweils 16 Millionen IP-Adressen wurden heute symbolisch an Vertreter der Vergabestellen in den Kontinenten vergeben. Faktisch wurden die letzten beiden Blöcke bereits zuvor der Vergabestelle für den asiatisch-pazifischen Raum (APNIC) zugeteilt. Damit gehe ein Kapitel der Geschichte zu Ende, erklärte die IANA. Während einer Zeremonie in Florida nahm der Leiter der europäischen Vergabestelle RIPE, Axel Pawlik, die letzten IP4-Adressen symbolisch in einem Umschlag entgegen. Die Vertreter der regionalen Vergabestellen erklärten, jetzt komme es darauf an, die Umstellung auf den neuen Standard IPv6 zügig umzusetzen. Die regionalen Vergabestellen wie RIPE in Amsterdam können Telekommunikationsanbieter voraussichtlich noch bis Juni - andere Schätzungen nennen den September als Zeitpunkt - mit IPv4-Adressen versorgen, bis diese dann ebenfalls aufgebraucht sind.
Datenschützer haben jedoch Bedenken angesichts der bevorstehenden Umstellung auf IPv6. Dies liegt daran, dass momentan viele Benutzer mit dynamischen IP-Adressen, die in der Regel alle 24 Stunden neu vergeben werden, online gehen. Dieses Verfahren wurde aufgrund der Knappheit von IPv4-Adressen eingeführt und soll die effizientere Nutzung der existierenden Adress-Pools ermöglichen. Da bei IPv6 keine Adressknappheit mehr herrschen wird, wird man auf dynamische IPs voraussichtlich verzichten. Jedes ans Netz angeschlossene Gerät wird voraussichtlich seine eigene Adresse bekommen, die für die gesamte Lebensdauer des Rechners oder Mobilgeräts gleich bleibt.
Aus Sicht der Datenschützer aber ist die dynamische Adress-Vergabe durchaus positiv: Bei wechselnden IP-Adressen kann man nicht so leicht festhalten, auf welchen Wegen jemand im Internet unterwegs ist. Um dies auszugleichen, sieht IPv6 sogenannte "Privacy Extensions" vor, die verhindern sollen, dass man ein Gerät über längere Zeit hinweg im Netz identifizieren kann.
Auf PCs oder Laptops kann man diese Privacy Extensions meist ohne Probleme einrichten. Bei Windows-Rechnern sind sie sogar standardmäßig aktiviert. Ein Problem haben allerdings Smartphone-Nutzer: Bei iPhones oder Android-Smartphones sollen diese Privatsphäre-Erweiterungen nicht aktivierbar sein. Auch IPv6 lässt sich nicht abschalten. Wer mit einem iPhone oder Android-Smartphone ein IPv6-taugliches WLAN nutzt, dessen Gerät wird eindeutig identifizierbar. Die Hersteller erstellen die IPv6-Adresse großteils direkt aus der Gerätenummer.
"Aus technischer Sicht ist es begrüßenswert, dass jedes Gerät eindeutig adressierbar ist", sagte dazu der Vorsitzende des deutschen IPv6-Rates, Christoph Meinel. Die Frage nach dem Schutz der Privatsphäre müsse gesellschaftlich diskutiert und geklärt werden. Dabei habe das Bedürfnis nach Anonymität und Schutz der Privatsphäre aber eine eigene Lösung verdient und sollte sich nicht wie bei der dynamischen Vergabe von IPv4-Adressen aus einem technischen Mangel ergeben.
Angesichts der bei der Umstellung auf IPv6 gebotenen Eile sollte dieser Dialog möglichst bald stattfinden. Noch allerdings scheint es, als wären sich viele Menschen der Problematik nicht bewusst.
Text-Quellen: dpa dpa/futurezone
Annika Kremer am Donnerstag, 03.02.2011 22:47 Uhr
Eine recht anmaßende Behauptung, dass NAT von außen so leicht zu umgehen wäre. Ich maße mir nichts an (die potentielle Schwachstelle gibts wirklich, Google bemühen), zweitens ist "einfach" ein sehr interpretationsfreudiger Begriff (hab ich überhaupt was von "e ...
Blöd nur, wenn dann doch mal alle online sind. Zumal die meisten das Modem 24/7 laufen haben. Ich nicht. Statische IP's wären meiner Meinung nach zudem unwirtschaftlich. Warum sollte man seinen Kunden feste IP's zuweisen, wenn eine dynamische Verteilung einen ...
Was ist eigentlich das Problem mit der Anonymität und Sicherheit, von dem überall gesprochen wird? Selbst mein billiger Consumer-Router hat eine SPI-Paketfilter-Firewall drin. Wer sich da aufs NAT verlässt, ist selbst schuld. Ein Paketfilter erledigt die Aufgabe mit einer Whi ...
da Provider einen Pool an Adressen kaufen, den sie an Ihre Endnutzer verteilen. Wenn ein Provider z.B. einen Pool von 3000 Adressen kauft, kann er damit nach wie vor 6000 Kunden haben, Ganz großer Unsinn ist das. Der IPv6-Raum ist so groß, das der Provider de ...
Durch solche Meldungen möchte man nur die Wirtschaft zur Umstellung "drängen". Reichen werden solche Adressen wohl noch ein wenig länger... Wenn ich ne statische IP hab, bin ich bald auf 4chan wiklich permabanned VPN und Proxys gibt es doch immer noch. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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