
GEZ - dafür zahl' ich nicht
Der Ablauf ist immer der gleiche. Geändert hat sich an der Vorgehensweise der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) in all den Monaten leider nichts. Bei kommerziellen Anbietern kauft die GEZ Datensätze in Masse ein, um diese später verwerten zu können. Kommen Kinder anhand ihres dort gespeicherten Geburtsdatums in ein Alter, wo ein eigenes Einkommen möglich ist, schreibt man die Jugendlichen unter der Adresse ihrer Eltern an. So auch geschehen bei der 57-jährigen Petra H., die sogar vergeblich versuchte, die Angelegenheit telefonisch zu klären. Nachdem das erste Schreiben Heiligabend eintrudelte, erfolgte Mitte Januar eine Erinnerung. Nachdem weitere Schreiben folgten, wendete sich der Lebensgefährte der Frau an die Mainzer Rhein-Zeitung. Das Paar wollte nicht, dass derartige Mahnungen weitere Wunden aus der Vergangenheit aufreißen.
Auf Anfrage der Zeitung bedauerte die GEZ den Fall zutiefst. Sie würden regelmäßig auf Verdacht Unternehmen und Privatpersonen anschreiben. Die Daten der Einwohnermeldeämter ergänzt man durch die auf dem Markt erhältlichen Adressen von großen Adressanbietern. Natürlich geht die GEZ davon aus, dass die gekauften Daten aktuell sind, was oft genug nicht der Fall ist. Wir erinnern uns an den Fall der Münchner Dackelhündin Bini, die ihre Rundfunkgebühren entrichten sollte. Oder an diverse andere Zwischenfälle, wo ebenfalls die Eltern von verstorbenen Kindern angeschrieben wurden.
Die Gebühreneinzugszentrale sah sich in Mainz leider nicht in der Pflicht, den weiteren Datenhandel mit den Daten des Toten zu unterbinden. Daniel H. wird lediglich in einer GEZ-internen Sperrliste eingetragen, damit weitere Nachrichten unterbleiben. Dabei trat der Verkäufer des Datensatzes, die Marketingfirma AZ direct, eine Tochter von arvato services, lediglich als Wiederverkäufer auf. Die Bertelsmann-Tochter habe ihre Informationen ihrerseits von einem kompetenten Partner für Direktmarketing aus Idstein erworben. Der tatsächliche Urheber, der „Palette Adressenverlag“ wollte den Fall überhaupt nicht kommentieren. Der Rhein-Zeitung erklärte man, der Presse gäbe man keine Auskunft – weder zum Ursprung noch zur Qualität der Daten. Die Begründung klingt nach Realsatire pur. Der Idsteiner Verlag beruft sich darauf, ausgerechnet der Datenschutz würde ihnen jeden Kommentar verbieten.
Übrigens: Das Motto des Datengroßhändlers AZ direct lautet passenderweise: „Jede Adresse hat ihre Geschichte“. Das zumindest wird die Empfängerin der sehr speziellen Weihnachtspost aus eigener Erfahrung bestätigen können.
Bild-Quellen: horizont.net
Text-Quellen: rhein-zeitung.de
Lars Sobiraj am Mittwoch, 02.02.2011 12:33 Uhr
Das sind Verbrecher die mit dem Stadt kooperieren. so seh ich das auch.... ...
Ähhhh, warum löscht man die Daten von Tieren und verstorbenen nicht? Rechnet man damit, das Tiere irgendwann TV/Radio nutzen und Tote wieder auf erstehen? Was will man mit solchen Daten? Sperrlisten? Hääääää? Reicht EINE Liste mit Statusbuttons nicht aus? Das spart jede Menge Ärger, denn we ...
Moin, warum wird die "Idsteiner Firma für Direktmarketing" nicht beim Namen genannt? Macht das mal, das hilft! Kann ja kein Datenschutz vorliegen für diese Firma, die steht ja wohl auch im Telefonbuch.:cool: Gruss Steht doch im Artikel drin, dass die Firma " ...
Moin, warum wird die "Idsteiner Firma für Direktmarketing" nicht beim Namen genannt? Macht das mal, das hilft! Kann ja kein Datenschutz vorliegen für diese Firma, die steht ja wohl auch im Telefonbuch.:cool: Gruss ...
Und überhaupt....der Tod ist keine Ausrede. Da könnte ja jeder kommen :D Das ist nicht ansatzweise lustig... Noch nie was von schwarzem Humor gehört? Wir werden alle sterben! Aber auch das wird uns nicht vor den GEZ Stalkern retten. Wie diese M ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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