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OpenLeaks geht offiziell online

Openleaks (Logo)

Openleaks (Logo)

Die Whistleblowing-Plattform OpenLeaks ist seit dem 26. Januar offiziell am Netz. Das Projekt will eine Infrastruktur für die sichere Veröffentlichung geheimer Informationen bieten. Man sieht sich selbst als "eine gemeinnützige Community und einen Diensteanbieter für Whistleblower und Organisationen, Medien und Individuen, die sich für die Förderung der Transparenz einsetzen."

Eigentlich sollte OpenLeaks erst im Februar ans Netz gehen (gulli:News berichtete). Aktuelle Ereignisse bewegten die Aktivisten jedoch zu einer Planänderung. Am vergangenen Mittwoch waren Teile der OpenLeaks-Webpräsenz auf der Whistleblowing-Plattform Cryptome aufgetaucht. Daraufhin entschied man sich bei OpenLeaks, die bereits fertigen Teile der Infrastruktur sofort online zu stellen. Auf der Website von OpenLeaks heißt es, eine "ungeduldige Person" habe sich entschieden, "den Website-Inhalt, den wir noch auf den Release vorbereiteten, zu leaken". Man habe sich daher entschieden, bereits jetzt ans Netz zu gehen. Einige noch unfertige Teile der Seite fehlen allerdings noch. OpenLeaks bittet ausdrücklich um Feedback von Interessierten.

Anders als WikiLeaks sieht OpenLeaks sich primär als "Service Provider". Das heißt, man stellt eine Infrastruktur zur Verfügung, die die sichere Veröffentlichung von Dokumenten und den Informantenschutz gewährleistet. Die eigentliche Veröffentlichung und die Einordnung der Informationen wird den Partner-Organisationen überlassen. OpenLeaks stellt eine Art sichere digitale Briefkästen zur Verfügung, über die Dokumente an die Partner-Organisationen weitergegeben werden können. Diese "Briefkästen" werden, so verspricht das OpenLeaks-Team, an die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Partner-Organisation angepasst sein. "Wir konzentrieren uns darauf, den Prozess des Einreichens von Leaks sicher und einfach zu machen, daher konzentrieren wir uns nicht auf Bewertung und Veröffentlichung (die anderen Teile des Leak-Prozesses). Das wird von Mitgliedern unserer Community erledigt werden: NGOs, Medien, unabhängigen Organisationen und Anderen," schildern die OpenLeaks-Aktivisten ihre Ziele.

Bei OpenLeaks erhält die Quelle die Möglichkeit, auszuwählen, durch wen die Dokumente veröffentlicht werden. Ein Infomant kann seine Informationen entweder der gesamten Community oder einer spezifischen Partner-Organisation zur Verfügung stellen. OpenLeaks selbst greift bei dieser Entscheidung nicht ein.

Durch die Trennung von Einreichung und Veröffentlichung erhofft sich OpenLeaks eine größere Sicherheit für alle Beteiligten. Zudem soll dadurch das "Scaling", also die Anpassung an gestiegene Nachfrage und Auslastung, einfacher und besser möglich sein. In einem Video erklären die Aktivisten ihr Konzept.

OpenLeaks 101 from openleaks on Vimeo.

Neben der eigentlichen Infrastruktur will OpenLeaks auch eine "Knowledge Base" zum Thema Whistleblowing aufbauen. So will man "Leaks überall auf der Welt ermutigen und dabei das Risiko für Whistleblower minimieren". Dort sollen insbesondere rechtliche und technische Hinweise für Whistleblower, Aktivisten und Medienschaffende in aller Welt bereitgestellt werden. Freiwillige werden um Mithilfe bei dieser Aufgabe gebeten.

OpenLeaks kündigt an, in Bezug auf seine Finanzen so transparent wie möglich arbeiten zu wollen. Ausgaben und andere relevante Finanz-Informationen sollen daher auf der Website veröffentlicht und regelmäßig analysiert werden. Man könne nicht von Anderen Transparenz verlangen und dabei selbst transparent handeln, so die Aktivisten.

Es habe, so heißt es auf der Website, Gerüchte gegeben, OpenLeaks wolle "Whistleblowing kommerzialisieren und Content verkaufen". Dies sei vollkommen unzutreffend. Man sei keine profitorientierte Organisation. Für die angebotenen Dienste wolle man generell weder von den Quellen noch von den Partner-Organisationen Geld verlangen. Um allerdings die nötige Infrastruktur bezahlen zu können, brauche man finanzielle Mittel. Daher bittet man diejenigen Partner, die es sich leisten können, Infrastruktur wie Server und Bandbreite zur Verfügung zu stellen. Zudem hoffe man auch auf Spenden der Öffentlichkeit sowohl in Form finanzieller Mittel als auch durch Bereitstellung von Servern, Webspace oder ähnlichen Ressourcen.

Zum momentanen Zeitpunkt kann OpenLeaks noch keine Dokumente entgegennehmen. Man ist bisher noch in der "Alpha-Phase" des Projekts. Die OpenLeaks-Mitarbeiter arbeiten nach eigenen Angaben noch an "Konzept, Prozessen und Infrastruktur" des Projekts. Momentan führt man Tests mit einer ausgwählten kleinen Gruppe von NGOs und Medien-Organisationen durch. Die Identitäten dieser Organisationen sind bislang nicht öffentlich bekannt. In der zweiten Jahreshälfte wird man voraussichtlich die Beta-Phase des Projekts erreichen. Dann sollen neue Partner hinzukommen, die man teils selbst auswählen und teils auf Empfehlung der Öffentlichkeit hin aufnehmen wird.

Das OpenLeaks-Team besteht momentan aus einem Dutzend Mitgliedern mit verschiedenen Hintergründen. Als öffentliche Ansprechpartner bekannt sind zwei ehemalige WikiLeaks-Aktivisten: Daniel Domscheit-Berg und Herbert Snorrason. Insbesondere Domscheit-Berg trat bereits im Vorfeld vielfach öffentlich auf und erklärte auf den verschiedensten Veranstaltungen das Konzept von OpenLeaks.

Neugierige, die den Launch von OpenLeaks schon mit Spannung erwartet hatten, können sich jetzt einen ersten Eindruck verschaffen. Zwar gibt es noch keine eigentlichen Leaks; man kann jedoch schon einen guten Eindruck vom Konzept der Aktivisten und ihre zukünftigen Plänen gewinnen. Wie erfolgreich OpenLeaks letztendlich sein wird, lässt sich daraus natürlich noch nicht ablesen - das bleibt nicht zu letzt der Netzgemeinde überlassen. 

Annika Kremer (g+) am Freitag, 28.01.2011 03:27 Uhr

Tags: whistleblowing transparenz openleaks daniel domscheit-berg

 
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19 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Annika_Kremer am 31.01.2011 00:44:11

    Vorsicht mit der deutschen Synchro. Die ist teilweise extrem sinnentstellend. Wer gut Englisch kann, sollte die Doku lieber im Original auf YT schauen. ...

  • simpliziss am 30.01.2011 23:34:28

    Jetzt bei Phoenix: 23:30 Uhr WikiLeaks - Rebellen Im Netz Ein Mann und eine Organisation halten die gesamte Welt in Atem. WikiLeaks, eine Internet-Plattform, die Hunderttausende geheime Regier ...

  • Farzi am 29.01.2011 18:19:24

    Auch auf 11.01 und läuft. Cache mal geleert? ;) Ich hab dann mal den Cache gelehrt (auch wenn ich da keinen technischen Zusammenhang mit dem Problem sehe). Das Video spielt immer noch nicht. Ich bin hier übrigends auf Windows 7, habe _kein_ Flash installiert (zu ho ...

  • cyhyryiys am 29.01.2011 08:38:33

    Mein Browser fühlt sich diskriminiert, weil statt des Videos nur ein Hinweis auf HTML5 erscheint. mein Browser ist ein Opera 11.01 - der kann natürlich HTML5-Video (zumindest auf Youtube) und JavaScript ist auch an Auch auf 11.01 und läuft. Cache mal geleert? ;) ...

  • jackspears am 29.01.2011 06:26:09

    Beim mir mit Opera 11 läuft es ohne Probleme. Ich verwende die Version 11.01. -jack ...

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