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Urheberrechtsverletzung via Twitter?

Fail Whale

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Wer bisher glaubt, man könne in 140 Zeichen keine Urheberrechte verletzen, lässt sich eines Besseren belehren. Seit Ende November 2010 übermittelt der Microblogging-Dienst Twitter nämlich Löschaufforderungen für Tweets an das Portal "Chilling Effects". Die Menge an Löschwünschen ist durchaus bemerkenswert.

Der Digital Millenium Copyright Act (DMCA) ist ein juristisches Konstrukt aus den USA. Mit dem DMCA wurde das Urheberrecht ins 21. Jahrhundert gebracht. Einer der wichtigsten Bestandteile des DMCA sind sogenannte "Löschaufforderungen". Diese sorgen dafür, dass Rechteinhaber ihr Recht bekommen und Diensteanbieter mit nutzergenerierten Inhalten frei von jeder Haftung bleiben.

Das Schema ist dabei denkbar einfach. Sobald ein Rechteinhaber eine Urheberrechtsverletzung feststellt, verschickt er kurzerhand eine Löschaufforderung an den Dienstleister. Dieser reagiert, löscht den Inhalt und beide Seiten sind zufrieden. In den meisten Fällen ist es so einfach. Zumindest wenn es darum geht, urheberrechtlich geschützte Video- oder Audiodateien zu löschen. Doch es geht weit komplizierter.

Was ist beispielsweise, wenn auf das urheberrechtlich geschützte Angebot nur verlinkt wird? Vergleichbar einer Torrent-Datei für einen Tauschbörsen-Client?

Was das bedeutet, offenbart Twitter seit Ende November 2010 auf Chilling Effects. Bei Chilling Effects handelt es sich um eine von der Electronic Frontier Foundation betrieben Website. DMCA Löschaufforderungen werden dort protokolliert, vorausgesetzt die Diensteanbieter übermitteln sie. Twitter erledigt dies seit wenigen Wochen.

Twitter bietet zwar nur 140 Zeichen und hostet keine Inhalte selbst. Dennoch erhält man zahlreiche Löschaufforderungen. Allein im Dezember waren es 300 Stück. Die Tweets beinhalten meist Links zu urheberrechtlich geschützten Werken. Sie dienen also als "Wegweiser". Berechtigterweise stellt sich jedoch die Frage, wieso man nicht gleich die Hoster der Inhalte kontaktiert. Oft genug lieben diese ebenfalls in der juristischen Reichweite des DMCA.

Wie lange Twitter bereits derartige Löschaufforderungen erhält, ist nicht bekannt. In Zukunft dürfte der Microblogging-Dienst jedoch einiges zu tun haben. In Anbetracht der steigenden BitTorrent-Nutzerzahlen dürfte Twitter als Wegweiser zunehmend interessant werden. Twitter hat sich zum Sachverhalt bisher nicht äußern wollen.

Text-Quellen: thr

Klaus Müller am Dienstag, 04.01.2011 20:29 Uhr

tagsTags: urheberrechtsverletzung

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12 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Toilettenmann am 05.01.2011 19:43:54

    Die Frage sollte lauten warum, liefert Gulli nicht mehr Infos rund um Filesharing und co, sondern immer so abstrusse Artikel. Sicher ist Gulli älter und nach dem Kauf seriöser geworden, aber es hat als sprachrohr der Szene und User schonlange kein stellenwert mehr. Vielleicht sollte Gulli versuc ...

  • widarr am 05.01.2011 19:27:38

    Eine Logik, die schon bei Radio, Fernsehen, CD's, Audiobändern, LP, und Kino (killt das theater) angewendet wurde :dozey: ...

  • Hasron am 05.01.2011 17:27:42

    Seien wir mal ganz ehrlich: Illegale Downloads sind illegale Downloads. Nehmen wir nun an wir haben e smit einer STraftat zu tun könnte man das sammeln von Links als Anstiftung und Unterstützung einer Straftat sehen. Ich sehe es zwar auch so das die CI mal wach werden sollte - aber ich kanns von ...

  • widarr am 05.01.2011 16:21:54

    Ja das check ich auch net wieso sie die schliessen mussten obwohl auf Gulli nix gehostet war. Wohl aus dem gleichen Grund, warum The Piratebay Probleme bekam, obwohl sie nichts hosteten. Das Gesetz wird halt immer zugunsten der Freiheitsfeinde ausgelegt :mad: ...

  • iSliver am 05.01.2011 15:42:24

    "Oft genug lieben diese ebenfalls in der juristischen Reichweite des DMCA." / Als ob die Anzahl der Zeichen eine Chance auf Urheberrechtsverletzungen verringere. Es wurden schon Leute für weniger abgemahnt als ne Kurznaricht mit nem Link. Die Abuser suchen sich halt neue Felde ...

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