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Hacker fegte Festplatten leer: Liebesgrüße von der GVU?

GVU in HH - Bild von Evrim Sen

GVU in HH - Bild von Evrim Sen

Ein Unbekannter dringt derzeit in Firmenserver ein, löscht alle verfügbaren Daten und hinterlässt einen gefälschten Gruß der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU). Angeblich habe man die Organisation auf illegale Inhalte hingewiesen, woraufhin man diese sichergestellt hätte. Statt einer Sicherstellung erfolgt aber die Löschung aller verfügbaren Daten.

Unsere einschlägigen Erfahrungen haben uns immer wieder bestätigt, wie anfällig die technische Infrastruktur vieler Unternehmen außerhalb und innerhalb Deutschlands ist. Die genaueren Hintergründe der Tat sind noch unklar. Es ist aber naheliegend, dass sich jemand für eine länger zurück liegende Strafanzeige der privaten Ermittler auf seine ganz eigene Art „bedanken“ möchte. Da der Hacker offenbar bei der GVU selbst nichts erwirken kann, nimmt er den Umweg über leichter zu hackende Server anderer Unternehmen. Wenn der Datendieb mit dem zu schlecht abgesicherten Firmenserver fertig ist, bleibt nichts mehr stehen, außer der Struktur der ehemals prall gefüllten Ordner. Als "Dankeschön" für den geglückten Hack hinterlässt er eine gefälschte Textbotschaft. Angeblich habe jemand die GVU über deren Kontaktformular auf illegale Inhalte auf dem betroffenen Server hingewiesen. Die Piratenjäger hätten dann das jeweilige System gescannt und die entsprechenden Inhalte „sichergestellt“. Statt einer Sicherstellung erfolgt aber die Entfernung aller Dateien. Die Geschäftsführer der jeweiligen Firmen dürften darüber weniger begeistert sein.
 

Liebesgrüße aus Moskau Hamburg

So gründlich man dabei vorgehen mag, der Hacker ist aber schon länger nicht mehr auf dem neuesten Stand. Im Impressum der gefälschten Textdatei wird nämlich noch die alte Hamburger Adresse angegeben. Die GVU zog aber schon im Sommer 2009 nach Berlin um. Die Organisation distanziert sich natürlich ausdrücklich von derartigen kriminellen Machenschaften. Jurist Jan Scharringhausen ist weniger amüsiert über die virtuellen Einbrüche im Namen seines Arbeitgebers. „Ein Zugriff auf eine derartige Festplatte über unser Kontaktformular ist schlechterdings eine absurde Behauptung und schon rein technisch überhaupt nicht möglich“, kommentiert er den Inhalt der gefakten Textdatei. Auch wenn die Vorstellung verlockend sein mag. Natürlich darf auch die GVU nicht gegen den Hackerparagrafen verstoßen. Selbst dann nicht, wenn auf den Festplatten statt der Firmeninterna urheberrechtlich geschützte Dateien gespeichert wären.
 
Allen Geschädigten wird geraten, umgehend bei der örtlichen Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt zu stellen. Zwar wird sich der Täter gegen seine Identifizierung mithilfe eines Proxys, VPN oder ähnlichen Diensten abgesichert haben. Aber möglicherweise ist das wahre Ausmaß der GVU-Liebesgruß-Aktion noch nicht abzusehen.
 
Passend dazu:
  • gulli und die GVU im Fachgespräch: Teil 1
  • der zweite Teil des Fachgesprächs
  • Resümee des ausführlichen Fachgesprächs

Text-Quellen: gvu-online.de

Lars Sobiraj (g+) am Dienstag, 14.12.2010 16:07 Uhr

Tags: gvu jan scharringhausen

vgwort
 
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17 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • eliveo am 18.12.2010 11:33:03

    Finde ich genau so. Die meisten Hacker wollen, dass es keine Sicherheitslücken mehr in Unternehmen gibt. Ja, sie werden von den Unternehmen sogar gezielt eingesetzt. ...

  • Novo am 16.12.2010 13:53:48

    Ein Hacker war es jedenfalls sicher nicht... ich würde in dem Fall von Cyber-Kriminalität sprechen. mhmmm ... Immer das Wort "Hacker" in den Schmutz zu ziehen ... ...

  • chunic am 14.12.2010 23:52:03

    Naja, Diebstahl geschieht (zumindest in Österreich) mit einem Bereicherungsvorsatz. Wenn es schon ein Tatbestand aus einer Welt ohne Computer sein soll, dann würde ich das eher mit Sachbeschädigung vergleichen ;). Richtig wäre aber wahrscheinlich Datenbeschädigung - § 126a öS ...

  • Muu am 14.12.2010 22:11:05

    hmm...also ich wär dafür die GVU dennoch zur verantwortung zu ziehen. beweise sind in form eines grußes und der vorliegenden anzeige ausreichend vorhanden. Sehe ich auch so, es ist so viel Anfangsverdacht, der nicht ignoriert werden darf. Die Polizei müsste eigentlic ...

  • ctvirus am 14.12.2010 18:52:44

    Nennen wir ihn doch lieber einen Feuerteufel, der ohne Wasser, sehr viel gelöscht hat :confused: nett, musste schmunzeln :D Wer für Server mit wichtigen Daten und/oder welche öffentlich erreichbar sind keinen täglichen oder zumindestens ...

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