
Foto von Tomas Caspers - CC-BY-SA/2.0
Anfang nächsten Jahres wird eine Studie der Uni Düsseldorf, der Universität Hannover und der Deutschen Forschungsgemeinschaft erscheinen. 9200 repräsentativ ausgewählte Anhänger von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, CSU, FDP, der Linken und SPD wurden diesbezüglich befragt. Demnach treten rund fünfzig Prozent aller zahlenden Parteimitglieder überhaupt nicht aktiv in Erscheinung. Ausgerechnet die Grünen sollen in ihren Reihen die meisten Karteileichen versammeln. Während die Aktivität der Basis laut der Studie bei fast allen anderen Parteien zugenommen hat, so soll diese bei den Grünen sogar noch abgenommen haben. Lediglich acht Prozent aller Befragten gab an, „sehr aktiv“ zu sein. Immerhin bezeichneten sich 28 Prozent der Befragten als „ziemlich aktiv“.
Das Problem der Parteien wie auch der Demokratie an sich liegt auf der Hand. Die derzeit Aktiven werden immer älter. Und ohne genügend geschäftigen Nachwuchs kann keine politische Organisation auf Dauer funktionieren. Weil viele alteingesessenen Parteien über Mitgliederabwanderungen klagen, wäre es umso wichtiger, dass sich die wenigen verbliebenen Menschen sehr intensiv politisch engagieren. Doch davon sind viele Mitglieder derzeit weit entfernt.
Zum einfacheren Verständnis unterteilt man die Parteimitglieder in vier Gruppen. Da wären also die klassischen„Karteileichen“, die „Versammlungsbesucher“, die rein „geselligkeitsorientierten Aktiven“, die gerne mit ihren Genossen feiern und sich treffen. Und last, but not least die Macher („ämterorentierte Aktive“), die wirklich etwas bewegen möchten. Den größten Anteil machen die Karteileichen mit 47 Prozent aus. Der Anteil der ämterorientierten Aktiven ist immerhin von 17 auf 22 Prozent gewachsen.
Interessanterweise hat zwar die Gruppe der jungen Mitglieder abgenommen. Diese sind jetzt aber deutlich aktiver als bei einer Vergleichsstudie von vor elf Jahren. Der Politikwissenschaftler Tim Spier, der unter anderem für die Studie verantwortlich ist, sieht darin eine Chance. Wenn die Jungen so engagiert bleiben sollten wie derzeit, so wäre dies ein Hoffnungsschimmer am Horizont.
Wer sich für die restlichen Resultate interessiert: Unter welt.de/parteienstudie kann man die Ergebnisse der Erhebung im Detail nachlesen. Nächstes Jahr soll die Studie von Tim Spier, Markus Klein, Ulrich von Alemann und anderen Autoren beim Verlag für Sozialwissenschaften als Buch erscheinen.
Bild-Quellen: flickr.com/photos/tomascaspers
Text-Quellen: Welt Online
Lars Sobiraj am Montag, 06.12.2010 12:09 Uhr
Bei den Piraten gibts aber auch genug Karteileichen. Natürlich. Und deren Anzahl dürfte in den letzten Monaten noch angewachsen sein, weil sich die Partei nicht so entwickelt hat, wie sich das viele Menschen erhofft haben. ...
Es fehlen vor allem tatkräftige Frauen und engagierte junge Menschen. :eek: ... O:) ...
Man kann es vielmehr als auch modernen Pragmatismus deuten. Die Zeit der Radikalen ist vorbei. Man muss keine Andersdenkenden mehr in die Kerker werfen lassen, weil die immer größer werdende Mehrheit der Menschen dieselben Interessen, um mit Frieden & Wohlstand einmal zwe ...
Bei den Piraten gibts aber auch genug Karteileichen. So wie z.B. mich. Warum? Weil ich die Partei grundsätzlich schon sehr gut finde, ich aber auch nicht mit der Findung des Parteiprogramms, also z.B. "kostenlose Kindergartenplätze", zufrieden bin. Ich gehöre ...
Bei den Piraten gibts aber auch genug Karteileichen. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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