
WikiLeaks (Logo)
WikiLeaks erhielt nach Angaben von EveryDNS Warnungen - unter anderem per E-Mail und Twitter -, dass man die Bestimmungen verletze und eine Annullierung des Vertrags riskiere. Darauf sei jedoch keine Reaktion erfolgt, so dass man 24 Stunden später den DNS-Dienst für die Seite abgeschaltet habe, so ein Sprecher von EveryDNS. Die Downtime der Seite resultiere dementsprechend "aus dem Versäumnis [von WikiLeaks], einen anderen DNS-Provider zu nutzen.
Der Provider erklärte, die häufigen DDoS-Angriffe auf WikiLeaks durch feindlich gesinnte Hacktivisten würden die Stabilität der Infrastruktur von EveryDNS gefährden. Dadurch seien die anderen Kunden, die das DNS für rund eine halbe Million Websites bei dem Provider hosten, in Gefahr, dass ihre Seiten ebenfalls nicht mehr erreichbar seien. Dieses Risiko wolle man nicht länger tragen, zumal die AGB eindeutig Aktivitäten verbieten, die den Service für andere Nutzer einschränken oder gefährden.
Abgesehen von den diversen Mirror-Seiten ist WikiLeaks mittlerweile unter der Domain "wikileaks.ch", die auf die IP 213.251.145.96 umleitet, wieder erreichbar. Interessanterweise werden Besucher dort gleich mit einem Banner, das das Foto des Sprechers Julian Assange zeigt, begrüßt. Dieses trägt den Slogan "Keep us strong" - einen Aufruf, für WikiLeaks zu spenden.
Update 1:
In einer erweiterten Stellungnahme erklärte EveryDNS, man nehme nicht Stellung zu den von WikiLeaks gehosteten Inhalten. Man handle lediglich nach dem Grundsatz, nicht die Interessen eines einzigen Kunden über die aller anderen zu stellen. Auf eine per E-Mail geschickte Bitte um Stellungnahme und Erläuterung der technischen Einzelheiten durch die gulli:News-Redaktion kam als Antwort lediglich der Verweis auf besagte Erklärung auf der Homepage sowie der Hinweis, man werde auch telefonisch keinen weiteren Kommentar abgeben.
Update 2:
In der erweiterten Stellungnahme heißt es außerdem, man habe mittlerweile auch die Domain "wikileaks.ch" deaktiviert. Dies scheint zuzutreffen, denn auch diese Website ist offenbar nicht mehr erreichbar (es sei denn, sie befindet sich beim betreffenden Rechner noch im DNS-Cache).
Update 3:
In einem Tweet von WikiLeaks wird auf die noch funktionierenden Adressen http://wikileaks.de/ http://wikileaks.fi/ und http://wikileaks.nl/ verwiesen.
Update 4:
Die kurzzeitig ebenfalls abgeschaltete Domain "wikileaks.ch" wurde laut Domain-Inhaber Denis Simonet von der Schweizer Piratenpartei zeitnah auf einen Schweizer Nameserver umgezogen, so dass nur ein sehr kurzfristiger Ausfall entstand. "Eine zwischenzeitliche Nichterreichbarkeit von wikileaks.ch führte Denis Simonet auf IP-Routing-Probleme zurück, ein zügiges Update der DNS-Zonefiles schaffte aber auch hier Abhilfe. Er erklärte zudem, dass Switch, der Registrar für .ch- und .li.Domains, zugesichert habe, dass die Abschaltung von wikileaks.ch 'kein Thema sei'. Eine Abschaltung der Domain sei daher höchstens per richterlicher Verfügung möglich," berichtet heise online.
Update 5:
In einer Pressekonferenz verteidigte Jeremy Hitchcock, CEO der Betreiberfirma von EveryDNS, Dyn Inc., die Entscheidung seines Unternehmens. Er sagte, er habe einen Teil seiner Kunden, Industrie-Experten sowie jeden einzelnen seiner 55 Angestellten konsultiert, bevor die Entscheidung gefallen sei, die WikiLeaks-Domains abzuschalten. Man habe nur das Beste für die Kunden gewollt, so Hitchcock. "Wir hatten gehofft, das darüber so schnell wie möglich Gras wächst. Es ist nicht unser Beruf, um Aufmerksamkeit zu trollen," ergänzte er. Dazu, ob Dyn Inc. von Regierungsangehörigen oder den Ermittlungsbehörden bezüglich WikiLeaks kontaktiert wurde, verweigerte Hitchcock in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP jeden Kommentar. Er wiederholte aber erneut, dass die gegen WikiLeaks laufenden Cyber-Angriffe eine andauernde Gefahr für die Infrastruktur von EveryDNS und die halbe Million anderer Kunden dargestellt hätten. (Quelle: AP/npr)
Text-Quellen: The Register
Annika Kremer am Dienstag, 07.12.2010 03:14 Uhr
Dazu, ob Dyn Inc. von Regierungsangehörigen oder den Ermittlungsbehörden bezüglich WikiLeaks kontaktiert wurde, verweigerte Hitchcock in einem Interview mit der Nachrichtenagentur jeden Kommentar. :o... ...
Naja, wundert mich eh, dass da noch keiner mit Spielchen am BGP das halbe internet lahmgelegt hat, um WikiLeaks zu beseitigen. Kommt vermutlich noch... Naja, ich glaube das man als "anonymer" user nicht mit dem BGP herumpfuschen kann, dazu muss man ein ISP sein. Und Naja, wen man sow ...
ganz brave eidgenossen :) ...
Da Deutschland den illegalen Datendiebstahl legalisiert hat, könnten deutsche Arbeitnehmer, nicht nur in der Schweiz, zum Problem werden. Der Daten- und Informationsdiebstahl wäre für den deutschen Datendieb in Deutschland nicht strafbar. ...
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,732973,00.html ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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