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Wikileaks: Dritter großer Leak enthüllt Weltsicht der Vereinigten Staaten

Wikileaks

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Wie vermutet, wurde heute der dritte große Leak der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht. In 251.287 geheimen diplomatischen Dokumenten der USA wird deutlich, wie die amerikanische Regierung die Politiker und Regierungsoberhäupter der Welt wirklich sieht. Während der Spiegel, der Guardian und andere zuerst über die Enthüllung berichteten, ist die Wikileaks-Webseite nicht erreichbar.

Vor wenigen Minuten hat die Enthüllungsplattform Wikileaks ihren dritten großen Coup gelandet. Um circa 19.30 Uhr wurden auf den Internetseiten des Spiegels, des Guardians und der französischen Zeitung Le Monde die ersten Auswertungen des angekündigten Leaks über die 251.287 geheimen diplomatischen Dokumente der USA veröffentlicht. Sie bieten Einblick in die Arbeitsweise der amerikanischen Diplomaten und zeigen wie die Supermacht Politiker anderer Länder wirklich beurteilt – für die US-Regierung ein Debakel.

Noch ist die Analyse des über 250.000 Seiten starken Paketes nicht abgeschlossen. Spiegel Online veröffentlichte die ersten Informationen, die man über die Denkweise der Vereinigten Staaten aus den Dokumenten erlangen konnte. 

Deutschlands Außenminister – inkompetent, eitel und amerikakritisch

Besonders der deutsche Bundesaußenminister scheint von der US-amerikanischen Regierung wenig gemocht zu werden. In internen Kreisen gelte er vor allem in puncto Außenpolitik als unerfahren, so Spiegel Online. Die Diplomaten beurteilen ihn überdies als Politiker mit „zwiespältigen Verhältnis zu den USA“.

Aber auch über die Kanzlerin Angela Merkel kann man in den Depeschen kaum gute Worte finden. Zwar habe sie den Ton der transatlantischen Beziehungen optimieren wollen, hätte allerdings „keine mutigen Schritte unternommen, um den substanziellen Inhalt dieser Beziehung zu verbessern“. Intern wird sie als „Teflon-Merkel“ abgetan, da viel an ihr abgleite. „Sie meidet das Risiko und ist selten kreativ“, heißt es in einem Bericht vom 24. März 2009.

Mit arabischen Staaten gegen den Iran?

Gänzlich abweichend wird die Bezeihung zu anderen politischen Oberhäuptern beschrieben. Der König von Saudi-Arabien, Abdullah, aber auch der arabische Scheich Mohammed Bin Sajid Al Nahjan werden in den Protokollen beispielsweise als Freund angesehen. Vor allem weil man einen gemeinsamen Feind hat: den Iran. Zusammen scheint man sich in zu einer geheimen Allianz zusammengeschlossen zu haben, um das umstrittene Atomprogramm des Irans zu unterbinden.

Über Jordanien heißt es in einer Depesche vom 3. Februar 2010: „Während die jordanische Regierung die US-Regierung ohne Zweifel dabei unterstützt, den Druck auf Iran zu vergrößern, werden sie wahrscheinlich eine öffentliche Rolle bei diesem Thema vermeiden.“ König Abdullah von Saudi-Arabien sagte, Irans Ziel sei es „Probleme zu verursachen“ und „der Welt Angst einzuflößen“.

Der „Nationale Beschaffungsplan unter Einsatz menschlicher Quellen“

Durch die Dokumente wird deutlich, wie weit sich die USA auf fragwürdiges Gebiet begeben. Offenbar hat Hillary Clinton als US-Außenministerin ihren Angestellten aufgetragen, Diplomaten der UNO auszuspionieren. Zu den zu sammelnden Informationen zählen persönliche Kreditkarteninformationen, Vielflieger-Kundennummern sowie E-Mail- und Telefonverzeichnisse. In vielen Fällen fordert das US-Außenministerium sogar biometrische Daten und Passwörter für Verschlüsselungen an. Besonders auf den Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon scheint man es abgesehen zu haben. Von ihm verlangt die Außenministerin laut dem veröffentlichten „National Humint Collection Directive“  die Pläne und Absichten, die er und sein Sekretariat zu Themen wie dem Iran haben.

All dies ist wohl nur ein Auszug von dem, was in den nächsten Tagen noch aus dem gewaltigen Dokumentenpaket hervorgehen wird. Selbst kann man leider noch nicht in den Akten herumstöbern, die Wikileaks den verschiedenen Medien zugespielt hat. Die offizielle Wikileaks-Webseite, auf der die Leaks für gewöhnlich veröffentlicht werden, ist zur Zeit nicht erreichbar. Im offiziellen Twitter Account der Organisation gab ein Mitarbeiter – vermutlich Leiter Julian Assange - vor Kurzem bekannt, dass wikileaks.org unter einem DDoS-Angriff stehe. 

Julian Wolf am Sonntag, 28.11.2010 21:20 Uhr

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vgwort
 
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201 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • H1N1 am 05.12.2010 10:09:37

    Damit hast du Recht. Danke ! ...

  • Farzi am 05.12.2010 02:48:13

    Gibt es noch ein Real Estate das in Frage kommt ? Das sind englischsprachige Leute. die Sprechen Englisch und im Englischen bedeutet "real estate" einfach nur Immobilie. Hätten die die Firma gemeint, wärs groß geschrieben. ...

  • H1N1 am 05.12.2010 02:23:10

    Davon werden wir noch viele Jahre was haben. Für die die noch fit sind. Ich nämlich nicht mehr. *schnarch Mir ist eben was sehr sehr komisch vorgekommen ! Zur Orientierung: Am 29.09.2008, informierte Minister Steinbrück die Öffentlichkeit von der Krise bei der Hypo Real Estate. (s ...

  • Die_Neue am 04.12.2010 17:52:45

    Futter ! Nachschub ist raus 160 Depeschen. Auf die Art haben Spiegel/Guardian und Times für Monate Stoff um ihre Hauptseite zu füllen. Auch ne Art die großen Printhäuser zu retten. ...

  • H1N1 am 04.12.2010 17:44:06

    Futter ! Nachschub ist raus 160 Depeschen. ...

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