Logo des Covers eines OMC-Samplers
Die Diskussion über schädliche Auswirkungen von urheberrechtsverletzendem Filesharing findet fortwährend statt. Grund genug für den Open Music Contest (OMC), eine Broschüre zu diesem Thema herauszugeben. Das PDF trägt den Titel "Mythos Raubkopie". In Kurzform wird erläutert, wieso die Behauptungen des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) falsch sind. Es wird erklärt, wieso illegale Downloads keinen Einfluss auf den legalen Musikmarkt haben.
Um die eigene Hypothese zu untermauern, bedient man sich den Zahlen, die vom BVMI höchstselbst geliefert wurden. Die Berichte des Branchenverbandes erfassen nämlich seit 2003 geradezu pedantisch die Entwicklung illegaler Musikdownloads. Wir haben einen Blick auf die Broschüre und die Zahlen des BVMI geworfen, um die daraus resultierende Theorie vom OMC auf Mängel zu prüfen.
Dass es urheberrechtsverletzendes Filesharing gibt, ist unlängst klar. Weniger bekannt ist jedoch, dass die Zahl illegaler Downloads seit Jahren massiv abgefallen ist. Im Jahr 2003 verbuchte der BVMI noch 603 Millionen illegale Downloads. Sechs Jahre später, also 2006, ist dieser Wert auf 258 Millionen gesunken.
Der OMC vergleicht diese Werte mit den Verkaufszahlen von physischen Tonträgern. Die Daten hierzu stammen ebenfalls vom Bundesverband Musikindustrie. Konnte man im Jahr 2000 noch 210 Millionen Audio-CDs in Deutschland verkaufen, brach dieser Wert massiv ein. Seit dem Jahr 2003 bewegt man sich jedoch relativ konstant um einen Wert von jährlich 150 Millionen verkaufter Audio-CDs.
Die logische Konsequenz: Obwohl man illegale Musikdownloads zwischen 2003 und 2009 um fast 60 Prozent reduzieren konnte, stieg die Menge verkaufter Musik (physisch wie digital) im selben Zeitraum nicht entsprechend an. Dies hätte jedoch passieren müssen, wenn man der Argumentation der Musikwirtschaft folgt.
Auf den ersten Blick mag die Theorie aus den Kreisen der Musikwirtschaft damit widerlegt worden sein. Die Herangehensweise weist jedoch Mängel auf. Tauschbörsen sind schon seit geraumer Zeit nicht mehr das A und O. Viele Nutzer haben ihren "Wirkungskreis" zu diversen Filehostern, FTP-Servern, anonymen Tauschbörsen oder dem Usenet verlagert. Zwar kalkuliert der BVMI in seinen Publikationen diese Zahlen auch mit ein. Im Vergleich zur Entwicklung der Filehoster wirken diese jedoch grotesk niedrig.
Ein weiterer Kritikpunkt dürfte die zunehmende Nutzung von legalen Musikstreaming-Angeboten sein. Branchenriesen wie YouTube haben erst im Jahr 2005 den Markt betreten und wachsend zunehmend an. Dem Verbraucher ist es hier meist möglich, legal und kostenlos aktuelle Musik zu hören und mit Benutzung spezieller Tools als MP3 abzuspeichern.
Dieser Punkt ist besonders problematisch, da er von beiden Seiten betrachtet werden kann. Einerseits könnte man argumentieren, dass die Nutzer tatsächlich nicht bereit sind, für Musik zu bezahlen. Somit wäre nie ein Schaden entstanden. Auf der anderen Seite könnte man dieses Argument jedoch auch drehen. Denn solange es Möglichkeiten gibt, Musik kostenlos und schnell zu erhalten, gibt es wenig Gründe für einen (digitalen) Kauf.
Der eigentlichen Intention der Broschüre schaden etwaige Streitpunkte nicht. Es geht den Machern nämlich darum, härtere und noch kompliziertere Gesetze im Bereich des Urheberrechts zu verhindern. Man fordert eine vernünftige Diskussion, was an Maßnahmen notwendig ist und was nicht. Die Broschüre mag hierzu ein guter Einstieg sein.
Von 14 Uhr bis 16 Uhr fand heute die Diskussionsveranstaltung "Free culture oder Kulturverlust: Welchen Einfluss hat das Internet auf Werte?" auf dem 4. DACH Branchenforum in Berlin statt. (hier unser Bericht aus dem Vorjahr) GVU, VAP und SAFE bringen in ihrer nicht öffentlichen Veranstaltung heute und morgen wieder Vertreter von Wirtschaft, Justiz, Politik und der Netzkultur zusammen. In diesem Rahmen präsentierte Meik Michalke vom OMC besagtes Thesenpapier. Seine Theorie hatte er den Zuhörern aber bereits im Sommer bei seinem Vortrag auf der SIGINT näher gebracht. Mit einer ausführlicheren Darstellung und Analyse seiner empirischen Untersuchung darf bald gerechnet werden.
Bild-Quellen: http://www.openmusiccontest.org
Text-Quellen: www.openmusiccontest.org
Klaus Müller am Donnerstag, 28.10.2010 16:04 Uhr
ich werfe mal "Produktpiraterie" in den Raum. Die Käufer gefälschter Waren wissen meistens sehr wohl was sie da gekauft haben....die Frage ist, ob sie das vermeintliche produkt genauso gekauft hätten, wenn sie nur das orginal bekämen..... diese frage ist selbstverständlich rhetorische....:p ...
Tja und Andere würden ohne Illegale Möglichkeiten weniger legale Musik kaufen, weil sie teilweise nichts von dessen Existenz wissen würden. Du musst nicht von Dir auf Alle schließen. Kann dir nur 100% zustimmen ! Da ich (zum glück) keine Chart musik höre ist beinahe ...
So ein Schwachsinn. Ich habe in meinem leben noch NIE für Geld Musik gekauft, aber nur, weil es stets kostenlose Alternativen gab. Gäbe es die nicht, würde ich mit großer Sicherheit für gute Musik bezahlen. Tja und Andere würden ohne Illegale Möglichkeiten weniger lega ...
Es wird erklärt, wieso illegale Downloads keinen Einfluss auf den legalen Musikmarkt haben. So ein Schwachsinn. Ich habe in meinem leben noch NIE für Geld Musik gekauft, aber nur, weil es stets kostenlose Alternativen gab. Gäbe es die nicht, würde ich mit großer Si ...
Vlt. sollte man allen Gerichten, die meinen "Kompetenz" bei der Berechnung evtl. entstandener Schäden durch eine sog. Raubkopie zu haben, schicken. Das sollte zu deren Erleuchtung dienen....... ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.