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Neue Sicherheitslücke bei Facebook

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Recherchen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ ergaben, dass im System des Online-Netzwerkes Facebook erneut eine gravierende Datenschutzlücke klafft. Nach Angaben der Zeitung könne man mittels des Dienstes spielend leicht herausfinden, welche Person mit wem in Kontakt steht. Das schwerwiegende Detail: Auch Internetnutzer, die nicht bei Facebook angemeldet sind, sind vom Leck betroffen.

Facebook bietet neu angemeldeten Nutzern an, automatisch Freunde für sie zu finden. Man muss dem Datenriesen hierfür nur das Passwort seiner E-Mail-Adresse geben und schon wird das Adressbuch des Mailaccounts automatisch nach Anschriften durchsucht, die bereits mit einem Facebook-Konto verknüpft sind. Daraufhin wird dem unwissenden Nutzer ein Fenster angezeigt, in dem Personen aufgelistet sind, die bei Facebook angemeldet sind, aber noch nicht mit dem eigenen Account in Verbindung stehen. Und genau um dieses umstrittene Feature dreht es sich im Fall des neuen Datenlecks.

Ein Datenschnüffler muss nur die E-Mail-Adresse der Person, die er ausspionieren will, wissen, um herauszufinden mit wem sich sein „Opfer“ via Mail austauscht. Die Adresse wird einfach in das Registrierungsfenster auf der Facebook-Startseite eingetippt und daraufhin bei Facebook angemeldet. Name und Geburtsdatum können dabei frei erfunden sein. Das Netzwerk prüft erst in einem späteren Schritt, ob es sich bei der Person, die sich gerade registriert hat, auch um den Besitzer der Mailadresse handelt. Dies ermöglicht es dem Spion, sich nach Herzenslust im neuen Account austoben zu können. Um nun an alle Facebook-Nutzer zu kommen, mit denen die Zielperson in Mail-Kontakt zu stehen scheint, muss man sich lediglich die Freundschaftsvorschläge des Netzwerkes ansehen. Im Falle der F.A.S. erschienen 20 Personen, die die Zieladresse offenbar im eigenen Adressbuch vermerkt haben.

Möglich gemacht wird diese Lücke durch den enormen Sammelwahn des Portals. Denn bei der anfänglich erwähnten „Mail-Durchsuch-Funktion“ wird der Inhalt des Adressbuches nicht bloß gescannt sondern auch gespeichert. Die Folge ist eine Lücke die auch einen Facebook boykottierenden Internetnutzer mit etwas Pech in eine unangenehme Situation bringen könnte.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) kommentierte den prekären Fund der Zeitung wie folgt: „Dass die Kenntnis einer E-Mail-Adresse ausreicht, um bei Facebook recherchieren zu können, mit wem jemand in Kontakt steht, der selbst Facebook gar nicht nutzt - dies zeigt ein weiteres Mal, wie wenig Respekt Facebook vor der Privatsphäre der Internet-Nutzer hat.“ Und weiter: „Für mich reiht sich dieser Regelverstoß ein in eine ganze Reihe fragwürdiger Praktiken, die zurecht auch den zuständigen Datenschutzbeauftragten auf den Plan gerufen haben. Es ist geradezu grotesk, wenn ein Netzwerk, das sich sozial nennt, sein Profitstreben permanent über die Privatsphäre seiner Mitglieder stellt.“
  
Eine Meinung, mit der die Politikerin sicherlich nicht alleine dasteht. Bislang zeigte sich Facebook allerdings wenig einsichtig. Auf Nachfragen des Blattes regierte man nicht und auch die geschilderte Lücke lässt sich weiterhin ausnutzen. 
 

Bild-Quellen: haolam

Text-Quellen: FAZ

Julian Wolf am Sonntag, 17.10.2010 17:36 Uhr

tagsTags: facebook

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vgwort
 
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14 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • user1220 am 18.10.2010 19:20:14

    Und was ist mit meinen Daten Das wären dann wohl die fremden E-Mail-Adressen und eventuell die Namen derer Besitzer. Meine E-Mail-Adresse und meinen Namen hab ich Facebook ja schon gegeben, wenn ich mich dort angemeldet habe. Und das E-Mail-Passwort wird "angeblich ...

  • Kampfmelone am 18.10.2010 15:57:19

    Es gibt Menschen, die Facebook ihr E-Mail Passwort anvertrauen??? Langsam sollte es doch bekannt sein dass dort Daten gesammelt werden wie nirgends sonst Oo. ...

  • Pooldepp am 18.10.2010 12:54:43

    Ich bin dafür, dass ein Internetführerschein eingeführt wird, bei der Prüfung müssen Nutzer Inhalte richtig beurteilen und dann korrekt reagieren. Wer nicht besteht darf nicht ins Internet. Es kann ja wohl nicht sein, dass jemand die Zugangsdaten zu seinem E-Mail Acco ...

  • DasX am 18.10.2010 12:38:08

    Langsam verliere ich echt meinen Glauben an eine gewisse Grundintelligenz des durschschnittlichen Menschen. Du hast bis vor kurzem noch an sowas geglaubt? Musst du aber optimistisch sein :D ...

  • TrentReznor am 18.10.2010 11:26:18

    Also dass bei Facebook einiges im Argen liegt, wurde mir zum ersten mal am eigenen Leibe bewusst, als ich einen britischen Fotografen als Freund vorgeschlagen bekommen habe, dem ich vor nem Jahr oder so mal ne Mail geschickt habe, weil ich eins seiner Fotos für ein Coverlayout eines Buches benutzen ...

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