
Rob Dickins
Absurde Idee oder vernünftige Überlegung? Auch wenn Rob Dickins nicht mehr an der Spitze von Warner Music in Großbritannien steht, so hat er das "Business" doch hautnah miterlebt. Ebenso den Wandel, der durch eine zunehmende Digitalisierung und Vernetzung der Konsumenten eingeläutet wurde. Mit einer jüngst getätigten Äußerung stößt er jedoch auf wenig Akzeptanz.
Dickins erklärte auf der "In The City"-Musikkonferenz in Manchester, dass die Preise pro Album auf 1 Britisches Pfund sinken müssten. Dies entspricht etwa 1,14 Euro. Nur so könne man Piraterie und illegales Filesharing effektiv und nachhaltig bekämpfen. Die Preise für Alben seien in der Vergangenheit bereits gefallen. Aufgrund des Wettbewerbs würde dies vermutlich weitergehen.
"Was wir brauchen, ist eine Revolution. Was wir erhalten haben, ist eine Erosion. Als ich Warner führte, kostete eine Chart-CD etwa 12,99 Britische Pfund (ca. 15 Euro). Eine Chart-CD kann heute 6,99 Britische Pfund (ca. 8 Euro) oder vielleicht sogar 5,99 Britische Pfund (ca. 7 Euro) kosten." Einige große Downloadstores würden Album zu Downloadpreisen von 3,99 Britischen Pfund (ca. 4,50 Euro).
Die Logik hinter dem Konzept: Wenn die Labels viel weniger Geld von den Fans verlangen, überlegen diese nicht lange und kaufen ein Album. Ein Impulskauf sozusagen. Die Konsequenz dieser Vorgehensweise wären stark ansteigende Verkäufe von Musik. Diese könnten den Verlust durch den niedrigen Verkaufspreis kompensieren.
Wie Dickins erklärte, gehe es ihm um eine Art "Mikro-Ökonomie". Insbesondere Fans seien mit kleinen Zahlungen der Schlüssel zum Erfolg: "Wenn ich ein Fan von REM bin und 10 Alben von der Band habe, und jetzt bringen die ein neues Album heraus, dann muss ich mich entscheiden. Will ich das neue Album haben oder nicht? Wenn wir in einer Mikro-Ökonomie leben, gäbe es diese Entscheidung nicht. Man würde einfach sagen 'Ich mag REM' und das Album kaufen."
Alben bekannter Musiker prognostizierte er Verkaufszahlen von 200 Millionen Stück. Zum Vergleich: Das weltweit meistverkaufte Album 2009 wanderte "nur" 8 Millionen Mal über die Ladentheke.
Bei den Gästen des Kongresses wurde die Idee praktisch sofort verworfen. In gewisser Weise nachvollziehbar, klingt sie doch völlig absurd. Aber anders betrachtet wäre es vielleicht der richtige Zeitpunkt für "verrückte" Ideen.
Bild-Quellen: londonmet
Text-Quellen: bbc
Klaus Müller am Samstag, 16.10.2010 21:53 Uhr
Absolut logische Argumentation. Früher (als es Musik noch nicht im Internet gab) habe ich alle paar Monate mal ein Album für 20Mark gekauft. Hätte man damals gesagt "1 Album - 1 Mark", hätte ich vermutlich schon damals jeden Monat 10 neue Alben gekauft... Auch jetzt kann ich mir vorstellen, dass ...
Der LP hat man auch vor Jahrzehnten das Ende vorausgesagt und in der heutigen Zeit hat sie eine Wiedergeburt erlebt, ist präsent wie schon lange nicht mehr. Nun, Ich gebe zu dass es eine Weile her ist als ich das letzte Mal in MediaMarkt und Co. war, aber eine LP ...
kaulquappchen schrieb: An der CD festhalten zu wollen ist keine Dauerlösung, sie hat wie fast jedes Produkt ein finales Ende. Das halte ich schlichtweg für falsch. Die potentiellen CD-Nachfolger gibt es schon seit Jahren (SACD, DVD-Audio; aber eher SACD) und was ist? ...
An der CD festhalten zu wollen ist keine Dauerlösung, sie hat wie fast jedes Produkt ein finales Ende. Es gab vor ein paar Jahrzehnten paar ganz Schlaue, die das Ende der LP vorhergesagt haben. Und siehe da, es gibt sie immer noch und sie erlebt aktuell ein R ...
1 Pfund finde ich auch recht krass für ein Album. Gerade wenn es sich um neuere Alben handelt. Aber wenn ich jetzt bei Amazon ein Album downloade und dafür 15€ zahle und dafür fast die CD kaufen kann, überlege ich mir schon dreimal, ob es das wert ist. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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