
G-Punkt (gspot) oder happy? Derartige Kommunikation gibt es vielleicht bald nicht mehr.
Apple ist für sein rigides Vorgehen im Bereich Pornografie bekannt. Apps mit derartigen Inhalten landen gnadenlos auf der roten Liste. Diese Handlungsweise gibt es wohlgemerkt nicht nur bei Apple. Auch Apps für das Windows Phone 7 müssen einen Katalog an Richtlinien befolgen. Die Frage ist jedoch, wie weit ein Anbieter in die Kommunikation seiner Kunden eingreifen darf. Ein jüngst genehmigter Patentantrag von Apple könnte eine unsichtbare Grenze überschreiten.
Der Titel des Patentantrags ist trocken und nüchtern. "Textbasierte Kommunikationskontrolle für persönliche Kommunikationsgeräte". Was als Erstes ins Auge sticht, dürfte der Begriff "Kommunikationskontrolle" sein. Doch erst beim Lesen des Patentantrags wird klar, worum es hier tatsächlich geht.
Die patentierte Technologie soll "unerwünschte" Textkommunikation verhindern. Die Rede ist von einem Problem, das seit mehreren Jahren immer deutlicher wird: Sexting. Gemeint sind damit Kurznachrichten von Teenagern, die sexuelle Anspielungen oder meist sogar anrüchige Fotografien enthalten.
Die Funktionsweise der Technologie wurde beim Patentantrag wenig transparent formuliert. Von einer Durchschaubarkeit der geplanten Maßnahmen fehlt jede Spur. So ist die Rede von "Kontrollanwendungen", die den Kommunikationsverlauf im Hinblick auf "unautorisierte Texte" prüfen sollen. Zur Beurteilung werden dabei "objektive Ranking-Kritieren" herangezogen.
Kurz gesagt: Die Technologie prüft im Hintergrund, ob die Kommunikation "sauber" ist. Eltern können die Intensität der Kontrolle separat steuern. Dabei stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, darunter eine Abstufung je nach Alter des Kindes oder sonstigen Kritierien.
Wurde ein störendes "Element" erst einmal entdeckt, zeigt sich jedoch die wahre Funktionsweite der Technik: "Wenn die Prüfung unautorisierten Text findet, alarmiert die Kontrollanwendung den Nutzer, den Administrator oder andere bestimmte Einzelpersonen über die Existenz eines solchen Textes. Die Kontrollapplikation kann den Nutzer auffordern, den unautorisierten Text zu ersetzen oder sie löscht automatisch den Text oder die gesamte Kommunikation."
Die Technologie wird also einen spürbaren Eingriff in die Kommunikation ermöglichen. Natürlich kann dies auch von Eltern so gewünscht sein. Ob man der anstößigen Kommunikation damit ein Ende bereiten kann, ist jedoch fraglich. Die Software mag zwar textbasierte Nachrichten filtern. Fotografien können mit diesem Patent aber nicht auf ihren Inhalt hin überprüft werden. Es darf daneben auch davon ausgegangen werden, dass sich die Kids etwas einfallen lassen, um Apples Sex-Zensur zu umgehen. Wahrscheinlich wird man auf "Wortneuschöpfungen" zurückgreifen, um seinem Mitmenschen das mitzuteilen, was man ursprünglich wollte. Natürlich bleibt jedem selbst überlassen, zu entscheiden, was er von der geplanten Software hält.
Bild-Quellen: flickr by skampy unter CC-BY-SA
Text-Quellen: techcrunch
Klaus Müller am Donnerstag, 14.10.2010 12:26 Uhr
mir war als hätte ich gehört die USA unterhält die größte Pornoindustrie weltweit. wie kommt es dann das gerade dieses Land in vielerlei hinsicht so prüde daher kommt. Und seit wann hat irgendjemand das recht zu kontrollieren was ich mit freunden und bekannten schreibe? Die USA der Vorreiter ...
Es ist allerdings eine Entscheidung der Eltern und ist eigentlich nichts anderes als früher auch. Früher wurde man halt bestraft(es gab halt welche hinter die Löffel) wenn man schlimme Wörter gesagt hat und heute haben Eltern die Möglichkeit es einfach zu löschen. Kind ...
Ich stell mir gerade vor, was passiert, wenn man gefilterten Personen dann eine SMS mit nem "bösen" Wort schickt. Bekommt man dann ne SMS zurück: "Ihre SMS wurde aufgrund von Apples(®) neuer SmartFilter™-Technologie geblockt. Aber trotzdem nett, dass Sie es versucht haben. (Text © by Apple Inc ...
Außerdem kann mir keiner vorschreiben welche Worte ich wie auch immer benutzen darf! Sehe ich ganz genau so. Sowas fällt für mich unter die Vertraulichkeit des Wortes, also das Fernmeldegeheimnis. Was A und B privat(!) zu kommunizieren haben, geht X, Y und Z ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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