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Wie ernst kann man Politiker nehmen, die auf der einen Seite Three-Strikes-Gesetze voranbringen und Urheberrechtsverletzungen als Schwerstkriminalität darstellen und die auf der anderen Seite jedoch selbst fleißig die Rechte Dritter mit den Füßen treten? Die Antwort bleiben wir schuldig, zumal die Frage in der Vergangenheit oft genug gestellt wurde. Bisher betraf es stets den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy. Mindestens drei Urheberrechtsverletzungen gehen bereits - mehr oder minder direkt - auf sein Konto. Dass er sich vom Internet kappen lässt, ist eher unwahrscheinlich.
Es ist jedoch für die Gegner von "HADOPI" ein amüsanter Anblick, wenn insbesondere die Befürworter des Gesetzes ins Fettnäpfchen treten. Da Sarkozy bereits hinreichend für Erheiterung gesorgt hat, wurde der Kelch der Urheberrechtsverletzungen nun offensichtlich weitergereicht. Erhalten hat ihn niemand Geringeres als der französische Kultusminister Frédéric Mitterrand. Er war vielleicht nicht mehr maßgeblich an der Entwicklung von HADOPI beteiligt. Dennoch gebührt ihm ein gewisser Anteil am "Three-Strikes-Gesetz".
Bei all den Kämpfen gegen die bösen Raubkopierer möchte man meinen, dass zumindest das Kultusministerium und ihr oberster Dienstherr das Urheberrecht begriffen hätten.
Man hatte eine Fotografie von der Kunstwebsite "La Tribune de l'Art" heruntergeladen, um sie wenig später auf der Homepage des französischen Kultusministeriums einzusetzen. Die notwendigen Nutzungsrechte hierfür holte man nicht ein. Ein Versehen? Ja, natürlich. Obgleich die Frage aufkommt, wie ausgerechnet ein Ministerium, dessen oberster Dienstherr so energisch gegen illegale Kopien vorgeht, ein derartiger Fehltritt unterlaufen konnte.
Wie unsicher (oder dreist?) man war, zeigt insbesondere ein Screenshot, den die Kunstwebsite angefertigt hat. Darauf ist nämlich vor allem eines zu erkennen: Als das Bild auf der Homepage des Kultusministeriums eingebunden wurde, änderte man die Quellenangabe auf "MCC". MMC steht für "Ministère de la Culture et de la Communication". Auch wenn Mitterrand das Bild nicht selbst hochgeladen hat, so wirft der Vorfall ein schlechtes Licht auf ihn, als obersten Dienstherrn.
gulli meint:
Die Website hat sich inzwischen bereiterklärt, dass das Kultusministerium die Fotografie gerne verwenden darf, selbst wenn das MCC nicht der Urheber des Werkes ist. Hat man vielleicht einfach den Begriff CopyLeft falsch verstanden oder umgesetzt? Eigentlich soll Copyleft die Freiheit von Weiterbearbeitungen und Fortentwicklungen eines freien Ur-Werkes erzwingen, um dadurch dessen unfreie Vereinnahmung zu verhindern. Hier nahm sich aber im Gegensatz dazu einfach jemand die Freiheit, den Ursprung eines Werkes so zuzuordnen, wie es ihm gerade in den Kram passte. In der Mitte, left or right oder mit anderen Worten: Legal, illegal - scheißegal? Aber vielleicht sieht man manche Dinge in Frankreich einfach etwas lockerer, zumindest in den höheren Positionen.
(In der Bildstrecke: Bild 1, Frédéric Mitterrand; Bild 2: Screenshot der Homepage des Kultusministeriums mit der urheberrechtlich geschützten Fotografie; Bild 3: Original-Fotografie von Didier Rykner)
Bild-Quellen: wikimedia by MEDEF unter CC-BY-SA
Text-Quellen: techdirt
Klaus Müller am Dienstag, 21.09.2010 00:18 Uhr
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.