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Brasilien: Vorstoß für legales Filesharing

Mit einem neuen Urheberrecht sorgt die brasilianische Regierung gegenwärtig für Aufsehen. Zwar handelt es sich nach wie vor um einen Entwurf, doch die darin enthaltenen Bestimmungen sind mehr als nur Pro-Verbraucher.

Brasiliens jüngster Entwurf eines neuen Urheberrechts könnte als Leitfaden dienen, wie dieses Gesetz zukünftig gestaltet sein sollte. Bereits vor wenigen Wochen hatte man - nach Bekanntwerden des Entwurfs - ein erhebliches Medienecho erhalten. Einer der Gründe war unter anderem die Entscheidung, keine sogenannten "Takedown-Notices" aufzunehmen. Diensteanbieter sollten nicht per Löschanforderung eines Rechteinhabers dazu gebracht werden können, Inhalte zu entfernen. Stattdessen soll hierfür ein Gerichtsbeschluss (!) notwendig werden. Darüber hinaus wollte man sicherstellen, dass eine "faire Nutzung" (Fair Use) von urheberrechtlich geschützten oder freien Werken jederzeit möglich ist. Um dieses Recht zu festigen, sollte das Verhindern einer entsprechenden Nutzung unter Strafe gestellt werden.

Brasilien

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Ohne Zweifel waren dies bereits äußerst mutige Vorstöße, doch damit ist das Ende der Veränderungen offenbar noch lange nicht erreicht. Im vergangenen Monat hat die brasilianische Regierung die Öffentlichkeit aufgefordert, Kommentare und Vorschläge zum bisherigen Entwurf des Urheberrechtsgesetzes einzureichen. Im allerletzten Moment hat nun eine große Gruppe von Kreativen und Verbrauchern gemeinsam einen Vorschlag eingereicht, der "den Urheberrechtskrieg" beenden soll. Faktisch ist der Vorschlag äußerst umfangreich und beinhaltet mehrere Ansätze.

Einer davon ist jedoch die Legalisierung von Filesharing für nicht kommerzielle Zwecke. Parallel dafür soll eine zusätzliche Abgabe auf Breitbandanschlüsse eingeführt werden, die bei 3 Brasilianischen Real (ca. 1,33 Euro) liegen würde. Natürlich birgt eine derartige Gebühr die Gefahr, ein bürokratisches Monster im Hintergrund zu erschaffen. Folglich sollte der Vorstoß zumindest mit Bedacht analysiert werden. Von einer Umsetzung ist man sowieso noch weit entfernt. In jedem Falle ist es jedoch abermals ein Versuch, das Urheberrecht auf Zukunft zu trimmen. Vielleicht ist Brasilien erfolgreich.

Text-Quellen: zeropaid

Klaus Müller am Samstag, 04.09.2010 12:21 Uhr

tagsTags: brasilien

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6 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Mat011001 am 06.09.2010 00:58:46

    Die Meldung ist doch etwas überzogen. Wenn man etwas weiter liest stößt man auf folgende Fakten: Die brasilianische Regierung hat der Bevölkerung im Rahmen ihrer geplanten Urheberrechtsreform die Möglichkeit gegeben eigene Vorschläge einzureichen. Eine Aktivistengruppe kam auf die glorreiche ...

  • Juuichi am 04.09.2010 20:17:29

    Wär eigentlich ne feine sache, da könnte man sich seinen internetfreihafen nach dem klima aussuchen. Wers heiß mag, geht nach Brasilien, wers kalt mag, nach Schweden/Norwegen :D ...

  • Loddafnir am 04.09.2010 19:40:24

    Da sind schon mutige und brauchbare Ansätze dabei. Aber ich befürchte, dass dann etliche Server bzw. Dienstleister nach Brasilien "auswandern". Irgendwann wird dann der internationale Druck so groß werden, das sie wieder zurückrudern müssen. Muss man halt abwarten, wie es sich entwickelt. ...

  • TRON2 am 04.09.2010 13:49:08

    Am meisten werden sich wohl die USA darüber aufregen, denn Filme, Musik und Serien kommen von dort. Neben Waffen das Einzigste was sie wohl noch gut verkaufen können. ...

  • DasFragezeichen am 04.09.2010 13:24:48

    Nja, da wird jetzt kräftig Lobbyarbeit betrieben und dann wird das ganze wieder zu Gunsten der Rechteinhaber gedreht. Es glaubt doch wirklich niemand, dass die Medienterroristen das mit sich machen lassen. ...

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