Der 28-Jährige Stephen McAleer wurde bereits einmal für eine Messerattacke verurteilt. Im Dezember 2008 entließ man ihn aus dem Gefängnis. McAleer ergriff die Chance und begann ein neues Leben. Vor wenigen Monaten endete dies jedoch schlagartig, als man ihn für drei Monate in Untersuchungshaft schickte. Erst ein zwei Tage andauernder Prozess brachte ihm vergangene Woche die Freiheit zurück. Dabei ist der Fall so absurd, dass er beinahe unmöglich scheint.
Eigentlich war McAleer wegen einer simplen Frage auf der Polizeiwache erschienen. Dort kannte man ihn. Während des Gesprächs schwenkten die Beamten plötzlich um und befragten ihn zu einem Messer. Sie erklärten ihm, dass sie Beweisbilder einer Überwachungskamera hätten. Auf dieser wäre er zu sehen, in der Hand ein Messer, neben ihm eine Frau. Für die Beamten war der Fall klar. McAleer hatte die Frau vermutlich mit dem Messer bedroht. Zumindest führte er jedoch ein solches offen mit sich. Nachdem McAleer der Zeitpunkt der Aufnahme mitgeteilt worden war, begann er zu überlegen.
"Es war einige Wochen her, ich war mit meiner Verlobten auf dem Weg vom Haus ihrer Mutter zu mir nach Hause", so McAleer. An ein Messer konnte er sich jedoch nicht erinnern. Seit seiner Verurteilung habe er nichts mehr mit Messerstechereien zu tun. Wenig später fiel ihm ein, was er in der Hand gehalten hatte: "Ich habe mir den Kopf zerbrochen bei der Überlegung, was ich da getragen haben könnte. Dann ist es mir plötzlich eingefallen dass es eine Rose in einer Plastikhülle war."
Für Staatsanwalt, Richter und Polizei eine Ausrede. McAleer kam in Untersuchungshaft. Dort wollte ihm niemand seine Geschichte wirklich glauben. Ein Verhandlungstermin stand in weiter Ferne. Mit seiner Vergangenheit habe er eigentlich aufgeräumt, erklärt McAleer. Er schäme sich für das, was er früher getan habe. In eine Messerstecherei wolle er nie wieder verwickelt werden. "Ich weiß nicht, wie man dem Problem der Messerattacken begegnen kann. Aber es besteht sicherlich nicht darin jemanden ins Gefängnis zu werfen, weil er für seine Verlobte eine Rose trägt und vorbestraft ist. Ich habe drei Monate meines Lebens verloren."
Überwachungskamera in Großbritannien
Erst im Verfahren wurde das ganze Szenario deutlich. Die Verlobte erklärte, dass sie gemeinsam ihren Geburtstag mit ihrer Mutter gefeiert hatten. Diese hatte ihr eine Rose in ihrer Lieblingsfarbe violett gekauft. Auf dem Weg zur Wohnung ihres Verlobten habe dieser die Rose getragen. Ein Sachverständiger bestätigte den Sachverhalt. Das Objekt auf der Aufnahme der Überwachungskamera sei sicherlich kein Messer. Eine Fehleinschätzung von Polizei und Staatsanwalt. Diese hatten sich nicht einmal die Mühe gemacht, die Original-Aufnahme vergrößern zu lassen. Erst McAleers Verteidiger hatte dies in die Wege geleitet.
Wie Stephen erklärte, sei es ihm unverständlich, dass die Polizei dies nicht bereits getan hatte. Auch sein Verteidiger betonte, dass all dies hätte vermieden werden können, wenn man nur früher einen Experten hinzugezogen hätte. Für die Polizei und die Staatsanwaltschaft ist es in jedem Falle ein Fehltritt, der nicht hätte passieren dürfen. So sieht es auch der Jurist John Scott, ehemaliger Vorsitzender des Scottish Human Rights Centre: "Offenbar sieht es so aus, dass die Polizisten das sahen, was sie sehen wollten."
Bild-Quellen: flickr by I See Modern Britain unter CC-BY
Text-Quellen: dailyrecord
Klaus Müller am Mittwoch, 01.09.2010 23:07 Uhr
Wenn das in den Staaten passiert wäre, hätte der jetzt mit einem cleveren Anwalt an der Seite ausgesorgt ....... eine Zeitlang jedenfalls.:T ...
Unglaublich! Wie es möglich ist jemandem so etwas anzuhängen, ohne eine Einvernahme eines Geschädigten ist schockierend ... Die Polizei hätte die Frau auf dem Video (seine Freundin?) befragen müssen, und der Staatsanwalt den Sachverhalt genauer prüfen. :o Ganz m ...
Nein, da ist nichts mehr zu sagen. Aber auch in Deutschland kommen Leute wegen fehlender 5 Cent bei einer Geldbuße/Verwarngeld in den Knast, was dann bei den Juristen euphemistisch als "Beugehaft" bezeichnet wird. In UK war es vielleicht ein stark kurzsichtiger Polizist, der den "Rosenträger" verhaf ...
Ein Beispiel für Fehlentwicklung der Legislative/Exekutive in einem europäischen Land. Das ein Mensch ohne Beweise für eine so lange Zeit in U-Haft gehen kann ist nicht hinzunehmen... Auch wenn er Vorbestraft ist. Aber zu den Briten mit ihrer Super-Überwachung ist auch nichts mehr zu sagen... ...
Unglaublich! Wie es möglich ist jemandem so etwas anzuhängen, ohne eine Einvernahme eines Geschädigten ist schockierend ... Die Polizei hätte die Frau auf dem Video (seine Freundin?) befragen müssen, und der Staatsanwalt den Sachverhalt genauer prüfen. :o ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.