
Der Text der Nachrichtenagentur, welcher am 7. Juni 2009 um 21.22 Uhr von der dpa herausgegeben wurde, enthielt folgenden Text: "Bei den Europawahlen in Schweden hat die für kostenlose Downloads aus dem Internet eintretende Piratenpartei aus dem Stand 7,4 Prozent der Stimmen geholt. (...) Hintergrund für die Kandidatur war die Verurteilung von vier Verantwortlichen der Internet-Tauschbörse The Pirate Bay wegen Verletzung des Urheberrechts. Die Börse ermöglicht das kostenlose Herunterladen von Musik, Filmen und Computersoftware aller Art. (...)" Zum einen stimmt daran nicht, dass die Kandidatur der schwedischen Piratenpartei auf der Verurteilung von The Pirate Bay beruht. Die Partei gibt es bereits seit 2006. Zum anderen ist ebenfalls unwahr, dass sich die Piraten allein für "kostenlose Downloads aus dem Internet" einsetzen. Richtiger wäre: Sie treten für eine Neugestaltung des Urheberrechts ein. Zudem setzen sie sich auch für Bürgerrechte und individuelle Freiheiten ein.
Dennoch wurde diese Meldung ungeprüft von einer ganzen Reihe von etablierten Online-Medien übernommen, so zum Beispiel auch Focus Online, die Frankfurter Neue Presse, Kieler Nachrichten, Gießener Allgmeine, Leipziger Volkszeitung, die Welt und die Süddeutsche Zeitung. Ebenfalls haben auch einige Medien fleißig das Bild der Nachrichtenagentur übernommen, welches einen Screenshot von "The Pirate Bay" zeigte.
Einige Stunden später wurde die Meldung der dpa zumindest in einer Sache korrigiert: Nicht die Kandidatur der Piraten, sondern der Wahlausgang hing mit dem Urteil von The Pirate Bay zusammen. Die korrigierte Fassung: "Hintergrund für den Erfolg der Kandidatur war die Verurteilung von vier Verantwortlichen der Internet-Tauschbörse The Pirate Bay wegen Verletzung des Urheberrechts."
Wiederum eine halbe Stunde später veröffentlichte die Nachrichtenagentur eine differenzierte Meldung, die dann von den meisten Online-Medien nachträglich korrigiert übernommen wurde. (020200)
(via Bildblog)
News Redaktion am Dienstag, 09.06.2009 01:39 Uhr
In der Taz ist auch shcon die Falschmeldung aufgetaucht-sogar mit dem Piratenlogo als angebliches Parteilogo und angeblich steht auch drin dass sie kein programm haben sondern nur für downloads sivch einsetzten ...
Interview im Spiegel ...
http://asset.soup.io/asset/0346/9128_6bda.png Jaja die lieben Zeitungen ... ...
Wenn ich mich recht erinnere, war die schwedische Piratenpartei damals gegen ein Urheberrechtgesetz, welches das Downloaden unter Strafe stellt. Vermutlich beziehen alle auf diese Situation ihr einseitiges Urteil. Korrigiert mich, wenn ich etwas falsches gesagt habe. ...
Gestern im Radio (EINSlive) kam auch ein kleiner Beitrag. "Die Piratenpartei will Downloads über illegale Portale wie The Pirate Bay legalisieren"! :D ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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