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Philadelphia International Airport: Das ist nicht ihr Geld!

Personenkontrollen an Flughäfen sind das alltäglichste der Welt. Doch gelegentlich werden auch hier Grenzen übertreten, wie ein aktueller Fall vom Philadelphia International Airport zeigt. Eine 43 Jahre alte Frau musste sich für mehrere Schecks rechtfertigen, die sie mit sich führte. Ein Beamter erklärte ihr, dass dies "nicht ihr Geld" sei.

Kathy Parker (43) sieht sicherlich nicht wie eine Terroristin aus. Dennoch zog sie am 8. August die Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden am Philadelphia International Airport auf sich. Sie war unterwegs nach Charlotte (North Carolina), wo sie für eine große Bank arbeitet. Nach den üblichen Kontrollen wurde sie zur Seite gebeten. Eine Mitarbeiterin der Transportation Security Administration (TSA) tastete sie ab und brachte sie zu zwei Kollegen, die ihre Taschen durchsuchten.

Man breitete den gesamten Inhalt vor ihr aus, inklusive Geldbörse und Scheckbuch. Auch zwei Arzneimittelrezepte lagen dabei. Eines davon für Diät-Pillen. Ein beschämender Moment für die Frau, der nur noch durch einen der beiden TSA-Mitarbeiter verstärkt wurde. Nachdem dieser das Rezept gelesen hatte, fragte er Parker: "Hey, ich hab mich immer gefragt ob diese Dinger funktionieren. Tun sie es?" Parker bejahte, in der Hoffnung, dass dieses Schauspiel bald ein Ende finden würde.

Der TSA-Mitarbeiter widmete sich jedoch ihrer Geldbörse und leerte den gesamten Inhalt. Insbesondere die Quittungen interessierten ihn besonders, da er sie alle las. Als Kathy Parker ihn fragte, wonach er suchen würde, erwiderte dieser: "Rasierklingen". Etwas irritiert erwiderte Parker: "Würden diese nicht auf dem Metalldetektor auftauchen?" Hierauf erhielt sie keine Antwort, da der Mitarbeiter inzwischen einen Einzahlungsbeleg sowie sieben Schecks entdeckt hatte. Alle waren auf Kathy Parker und ihren Mann ausgestellt. Die Gesamtsumme lag bei 8.000 US-Dollar (ca. 6.300 Euro)

Nun wurden auch zwei Polizeibeamte hinzugerufen, die mit den TSA-Mitarbeitern über die Situation sprachen. Einer der Polizeibeamten erklärte Parker, dass er hier sei, weil ihre Schecks der Reihe nach nummeriert wären. Wie Parker erklärte, sei dies nicht der Fall gewesen. Dies teilte sie auch dem Polizeibeamten mit, welcher erklärte: "Es ist ein Hinweis darauf, dass diese Schecks unterschlagen wurden." Darüber hinaus würde sich Frau Parker merkwürdig verhalten. Der Polizeibeamte nahm ihre Schecks und wollte sich entfernen. Parker rief ihm hinterher: "Das ist mein Geld!". Der Polizeibeamte drehte sich um und erwiderte: "Es ist nicht ihr Geld."

Parker teilte den Mitarbeitern nun mit, dass sie eine gute Erklärung für die Schecks hätte. Aber sie würde sich fragen, ob es die TSA sowie die Polizei überhaupt etwas angehe. Der Beamte erklärte ihr daraufhin, dass er es ihr erzählen könne, oder dem Leiter der TSA. Die Erklärung fiel relativ simpel aus. Sie und ihr Mann hatten für einen längeren Urlaub mehrere größere Schecks ausgefüllt. Da sie nicht alle benötigten, wollte sie diese nun zu ihrer Bank, bei der sie auch arbeitet, zurückbringen.

Sie gab den Polizeibeamten die Handynummer ihres Mannes. Dieser ging jedoch nicht ans Handy. Parker wurde weitere 30 Minuten festgehalten, bis man sie schließlich ins Flugzeug ließ. Doch zu Hause sollte der Spuk nicht vorbei sein.

Philadelphia International Airport - Luftansicht

Philadelphia International Airport - Luftansicht

Ihr Ehemann John Parker, ein selbstständiger Plastikfabrikant, berichtete ihr, dass die Polizei angerufen habe. Man erklärte ihm, dass man eine "Scheidungs-Situation" befürchtet habe. Als man mehrere Schecks bei seiner Frau fand, ging man davon aus, dass sie ihm das Bankkonto leerräumen wolle. Der Pressesprecher der Polizei räumte inzwischen ein, dass die Schecks nur "beinahe aufeinanderfolgend" nummeriert waren.

Der Fall wird voraussichtlich keinerlei Nachspiel für die Beteiligten haben. Wobei die Frage gestattet sein darf, wo genau die Zuständigkeit der Transportation Security Administration endet und die der regulären Polizeibehörden beginnt.

Bild-Quellen: international airports

Text-Quellen: The Philadelphia Inquirer

Klaus Müller am Samstag, 21.08.2010 14:19 Uhr

tagsTags: administrator transport airport philadelphia

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19 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • MrDraco am 11.09.2010 15:12:00

    Gut, es mag zwar "Willkür" sein. Aber man muss dazu sagen, dass es außer in den "Terror-Hochburgen" Pakistan, Irak, Jemen und Afghanistan es so gut wie gar keine größeren Anschläge seit 2004 gegeben hat. Die Sicherheitspolitik mag zwar die Rechte der Bürger berauben, abe ...

  • eliveo am 26.08.2010 20:54:49

    Gut, es mag zwar "Willkür" sein. Aber man muss dazu sagen, dass es außer in den "Terror-Hochburgen" Pakistan, Irak, Jemen und Afghanistan es so gut wie gar keine größeren Anschläge seit 2004 gegeben hat. Die Sicherheitspolitik mag zwar die Rechte der Bürger berauben, aber die Polizei hat damit ...

  • MrDraco am 25.08.2010 12:50:53

    Und wo ist das jetzt was neues? TSA: Da wären gewesen: Leute die GEZWUNGEN wurden ihre Pircings raus zu machen(besonders Intim/Brust) Piloten und Sky Marshals denen die Rasierer oder zu große Getränke abgenommen wurden, Soldaten in voller Montur mit Marschbefehl, auf Flügen nach Afg und Iraq di ...

  • Huntersdead am 25.08.2010 00:22:25

    Rasierklingen...Soso. Aber dann in gewissen Classes Wein oder Champanger in GLASflaschen serviren. Und jeder weiss wie scharf so Glassplitter sein koennen. Die Bediensteten sollten SOFORT suspendiert werden. Ich wette, haette sie die kassenzettel der bediensteten TSA-Trottel eingefordert, waer sie e ...

  • Destiny666 am 22.08.2010 13:43:06

    Meine Fresse, darf man jetzt da in den USA nicht mal mehr Checks bei sich führen, wenn man wohin fliegen will? :dozey: ...

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