
WikiLeaks hatte zahlreiche Dokumente über die Militäreinsätze in Afghanistan veröffentlicht und plant die Veröffentlichung weiterer Geheimdokumente zu diesem Thema. Ziel war das Aufdecken von inkorrektem Verhalten der Soldaten und von unzutreffender medialer Darstellung der Lage im Kriegsgebiet. Allerdings wurden von einigen Seiten Vorwürfe gegen WikiLeaks erhoben, man sei beim Anonymisieren bestimmter Dokumente nicht sorgfältig genug gewesen. Dadurch seien die Leben von Afghanen, die mit den USA kooperieren, gefährdet worden. Dieser Kritik schloss sich auch Reporter ohne Grenzen - eine Journalisten-Organisation, die sich für die Pressefreiheit und den Schutz von Medienschaffenden einsetzt - an.
In einer aktuellen Stellungnahme vom vergangenen Dienstag wird diese Kritik durch ROG nun erklärt und eingeschränkt. In einigen Medien seien "Hassnachrichten und unfaire Anschuldigungen" gegen WikiLeaks aufgetaucht, die sich unter anderem auf die Kritik von ROG und anderen NGOs beriefen, heißt es in der Stellungnahme. ROG warnt daher davor, ihnen "Wörter in den Mund zu legen".
Reporter ohne Grenzen (Logo)
ROG kritisiert auch Diskussionen der US-Behörden über eine Schließung von WikiLeaks. Die Behörden würden einen großen Fehler machen, wenn sie Kritik an WikiLeaks als Unterstützung für derartige Pläne werten würden. "Die Obama-Regierung hat einen ernsten Fehler gemacht, als sie ihr Versprechen gebrochen hat, den menschlichen, moralischen und finanziellen Preis des von Präsident George W. Bush gestarteten 'Kriegs gegen den Terror' zu enthüllen. WikiLeaks ist diese Blockade des Zugriffs auf Informationen mit Recht entgegengetreten," erklärt ROG.
Vor diesem Hintergrund will ROG auch seine Kritik am Vorgehen von WikiLeaks verstanden wissen. "Die Frage nach der Gefahr der Veröffentlichung bestimmter sensibler Informationen aufzuwerfen, wie wir es getan haben, stellt in keiner Weise eine Ermutigung zur Zensur und schon gar keine Unterstützung für den Krieg dar," erklären die Journalisten. Sie hätten lediglich auf die möglichen Gefahren des aktuellen Vorgehens von WikiLeaks - für die betroffenen Afghanen, für Journalisten und auch für das Projekt selbst - hinweisen wollen.
"Ein Medium ist verantwortlich für das, was es veröffentlicht oder verbreitet. Es daran zu erinnern bedeutet nicht, sich sein Verschwinden zu wünschen. Ganz im Gegenteil," betont ROG. Ebenso wenig, wie Kritik an WikiLeaks zur Bekämpfung der Seite zu instrumentalisieren, sollten WikiLeaks-Befürworter sie als "Pentagon-Propaganda" abtun. Vielmehr gehe es bei der Diskussion um medienethische Fragen. Daher müsse man offen und unvoreingenommen Kritik äußern und über diese diskutieren dürfen. Gerade eine freie Presse erfordere eine sorgfältige Beobachtung und konstruktive Kritik.
Annika Kremer am Donnerstag, 19.08.2010 17:25 Uhr
aber euch ist schon aufgefallen das selbst ROG die wikileaks veröffentlichung nicht ganz so toll findet oder? menschenrechtsorganisationen, afgahnen, bundeswehr, Reporter ohne grenzen... alles amerikanische propaganda :rolleyes: ...
Manchmal ist eine Kritik eben wirklich nur eine Kritik und weder mehr, noch weniger. Möglicherweise ist es gut, dass das mal klargestellt wurde... ...
Danke für die News Gully.:T Im Blätterwald unseres deutschen Qualitätsjournalismus ist davon leider nichts zu lesen. Bei den Kritikmeldungen über Wikileaks war da unsere Presse weniger zurückhaltend. Das zeigt mal wieder wie unabhängig unsere Journalisten sind. ...
da gibt es jetzt nichts zu ergänzen, genau auf den punkt, liebe reporter ohne grenzen. danke für den artikel. ...
Angesichts der anhaltenden Kontroverse über die Veröffentlichung zahlreicher Dokumente über den Afghanistan-Krieg durch die Whistleblowing-Website WikiLeaks sieht sich die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) zu einer erneuten Stellungnahme genötigt. In dieser relativiert ROG die zuvor getro ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
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