
Am Sophienstiftplatz in Weimar gibt es einen „Internet-Kiosk“ („Kiosk of Piracy“), auf dem Rathausplatz in Mainz im Rahmen der Veranstaltung „Peng findet Stadt“, steht der weltweit erste „Internetbrunnen“. In einer Kultur, in der der Zugang zum Internet einen ähnlichen Grundrechte-Charakter hat wie der Zugang zu sauberem Wasser und in der viele Menschen ihre Reiseroute anhand von WLAN-Zugängen planen wie das Herdenvieh die seinen anhand von Wasserstellen, ist die Idee eines „Internetbrunnens“, aus dem man „frisches klares Internet schöpfen“ kann, nicht weit entfernt.
Der erste Internetbrunnen auf dem Mainzer Rathausplatz
In einem Brief an die „sehr geehrte Welt“ beschreiben die Initiatoren, was ein „Internetbrunnen“ ist – und was aus der Idee werden kann: Ein „Internetbrunnen ist ein WLAN-Router mit Spendenfunktion. Er wird an öffentlichen Orten aufgestellt und so lange er genug Spenden bekommt um die Kosten zu decken, sendet er die Daten so schnell er kann“. Wird zu wenig gespendet, fährt der Router in einen Sparmodus, durch den nur noch Basisdienste wie E-Mails genutzt werden können, wird mehr als nötig gespendet, wird aus dem Überschuss der nächste Internetbrunnen gebaut. Pro Brunnen fallen rund 100 Euro Anfangsinvestition und jeweils 50 Euro für die Sendeleistung pro Monat an.
Standorte und Gestaltung der „Brunnen“ sollen individuell per Abstimmung entschieden werden, nicht ein einheitlicher „Masterplan“ noch ein Design mit Wiedererkennungswert soll das Straßenbild der Städte uniformieren. Eigene Initiativen zur Errichtung von „Internetbrunnen“, im Zweifelsfall auch gerne vor der eigenen Haustür, sind ebenso willkommen wie Engagement und Design-Vorschläge der sämtlich ehrenamtlich engagierten Mitstreiter. Landfristig ist es das Ziel, „auf diese Weise regionale All-Profit-Organisationen zu starten, die sich vor Ort gemeinsam eines Problems annehmen um dieses zu lösen“.
Kiosk of Piracy in Weimar
Eines der Problemen, die in Deutschland überregional als erstes zu lösen wären, ist die bekannte „Störerhaftung“, wer also dafür zur Rechenschaft gezogen wird, wenn illegale Inhalte aus dem „Internetbrunnen“ geschöpft oder hineingeschüttet werden. Zwar gibt es noch kein BGH-Urteil zu öffentlichen WLAN-Netzen ohne kommerziellen Hintergrund, aber es es ist zu erwarten, dass die Pflichten der Betreiber ähnlich bewertet werden wie bei kommerziellen Anbietern.
Angesichts der steigenden Bedeutung des mobilen Zugangs zum Internet eine leicht verspielte aber ernstzunehmende Idee als ein Auftakt zu „Mainz - Stadt der Wissenschaft 2011“.
Bild-Quellen: internetbrunnen.de A@www.rebelart.net (frei)
Text-Quellen: internetbrunnen.de
Joachim Losehand am Montag, 16.08.2010 12:37 Uhr
Als ich 2008 in Miami war gabs das da schon flaechendeckend. Man findet eigentlich in allen staedten Amerikas immer irgendwo n unverschluesseltes Wlan. Free Hot Spots sind ne klasse sache und billig einzurichten. Da wuerd ich auch gern ein paar Euro mehr steuern fuer zahlen wenns bei uns ueberall ...
Die Teledoof und andere ISPs werden den Städten aber nicht sehr dankbar sein. Grad wenn der Hotspot zentral liegt und viele Häuser erreicht sind einige Kunden weg. Dennoch ein tolles Projekt vlt schlag ich das auch mal hier vor. ...
Ich sehe die Störerhaftung nicht wirklich als Hindernis. Der WLAN-Brunnen muss gleichzeitig ne Tor- oder I2P-Node sein und sämtlichen Traffic übers Cryptonetz routen. Erst mal ist das zwar langsamer. aber wenn erst mal genug von diesen Brunnen stehen, wird das ganze Cryptonetz schneller! ...
Welchen? Den Brunnen mit 1 Cent Münzen überfüllen? Nö, bei dem Wie kann ich helfen? * Du kannst das Projekt als RSS, Facebook oder Twitter abonnieren * Erzähl Freunden von dem Projekt * Schlag einen Standort vor ...
Falls sowas jemals in Ö. bei mir in der Nähe gemacht werden würde, wäre ich sofort beim Flashmob dabei :) Welchen? Den Brunnen mit 1 Cent Münzen überfüllen? ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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