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Einstein@home: Freiwillige entdecken Pulsar

Das Distributed-Computing-Projekt Einstein@home erzielte kürzlich einen Erfolg: Teilnehmer des Projekts entdeckten erstmals einen bisher unbekannten Pulsar. Bisher waren bei Einstein@home, das ein Drittel seiner Rechenzeit der Suche nach Pulsaren widmet, lediglich bereits bekannte Pulsare "wiederentdeckt" worden.

Albert Einstein

Albert Einstein

Beim Distributed Computing vernetzen Freiwillige ihre privaten Computer, um sonst nicht genutzte Rechenzeit in den Dienst wissenschaftlicher Projekte - beispielsweise aus den Bereichen Astronomie, Physik, Medizin, Mathematik oder Biologie - zu stellen. Einstein@home ist dabei eines der größten und bekanntesten Projekte; momentan umfasst die Community rund eine halbe Million registrierte Nutzer mit mehr als einer Million Computern, deren gesamte Rechenleistung für einen Top-20-Platz in der Liste der schnellsten Supercomputer reichen würde. Das primäre Ziel von Einstein@home ist die Suche nach Gravitationswellen. Deren Existenz wurde von Albert Einstein im Rahmen seiner Relativitätstheorie vorausgesagt, sie wurden jedoch bisher nicht experimentell nachgewiesen. Ein Drittel der Rechenzeit von Einstein wird allerdings auf die Suche nach Pulsaren - schnell rotierenden Neutronensternen - verwendet.

Dabei machte man nun - nachdem das Projekt bereits zahlreiche bekannte Pulsare lokalisieren konnte - erstmals eine komplett neue Entdeckung. Wie der maßgeblich am Projekt beteilte Physiker Dr. Bruce Allen am heutigen Donnerstag im Forum von Einstein@home mitteilte, wurde im von den Freiwilligen analysierten Datenmaterial des Arecibo Observatory in Puerto Rico erstmals ein bisher unbekannter Pulsar entdeckt. Er befindet sich rund 17.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und erhielt die Bezeichnung PSR J2007+2722. Da jede "Workunit" - darunter versteht man beim Distributed Computing zu analysierende Datenpakete - aus Gründen der Verlässlichkeit an zwei Teilnehmer verschickt und die Ergebnisse verglichen werden, gab es auch zwei Teilnehmer-Accounts, denen die Ehre der Entdeckung zufällt. Es handelt sich dabei um Chris und Helen Colvin aus dem US-amerikanischen Iowa und den Musikinformatik-Studenten Daniel Gebhardt von der Universitaet Mainz. 

Screenshot der Pulsar-Suche von Einstein@home

Screenshot der Pulsar-Suche von Einstein@home

Weitere Informationen zur Entdeckung der Wissenschaftler und ihrer freiwilligen Helfer gibt es auf der Einstein@home-Website, in einem wissenschaftlichen Paper bei der Fachzeitschrift Science sowie in der Aufzeichnung einer zum Thema abgehaltenen Pressekonferenz.

Bild-Quellen: Wikimedia Commons Wikimedia Commons

Annika Kremer am Donnerstag, 12.08.2010 23:17 Uhr

tagsTags: astronomie distributed computing einstein@home

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27 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Annika_Kremer am 16.08.2010 11:07:54

    Um Waffenforschung geht es hier aber nicht wirklich. Ihr könnt für oder gegen Einstein und Weltraumforschung sein, aber bitte beim Thema bleiben. ...

  • Xenor am 15.08.2010 14:04:05

    Ich bin auch befürworter von Forschung jeglicher Art, auch ohne konkretes Ziel, allerdings glaub ich in diesem konkretem Fall sind es wirklich verschwendete Ressourcen, da man, wie gesagt bereits 800 Pulsare kennt und warum sollte sich gerade bei den vielleicht 5 die man noch mit dem Projekt findet ...

  • der_tester123 am 15.08.2010 03:53:41

    Im Prinzip hat Rotax aber schon recht, was hat man jetzt dovon einen 801. Pulsar entdeckt zu haben? Für unsere Zwecke würden doch schon 3 oder etwas in der Größenordnung reichen. Da könnte man die Rechenpower sicherlich sinnvoller einsetzen So funktioniert das le ...

  • Xenor am 13.08.2010 19:36:48

    Im Prinzip hat Rotax aber schon recht, was hat man jetzt dovon einen 801. Pulsar entdeckt zu haben? Für unsere Zwecke würden doch schon 3 oder etwas in der Größenordnung reichen. Da könnte man die Rechenpower sicherlich sinnvoller einsetzen ...

  • enteo am 13.08.2010 17:48:33

    Beleidigungen bitte per PN. ;) Im Ernst.. benehmt euch bitte. Danke. ...

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