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eSport-Experte Ibrahim Mazari prognostiziert eine positive Zukunft

Im Vorfeld der Spielemesse GamesCom stellte sich Ibrahim Mazari, Pressesprecher des eSport-Unternehmens Turtle Entertainment, einem Interview zur Rolle von Gaming und eSport. Er ist überzeugt: "eSport ist in der Mitte der Gesellschaft". eSport, so Mazari, wird nicht nur zunehmend professioneller, sondern auch immer mehr von Mainstream akzeptiert.

Mazari erwähnte lobend, dass sich zunehmend große und bekannte Unternehmen als Sponsoren im eSport engagieren. "Weltkonzerne wie Intel oder Nokia entdecken die Zielgruppe der Computerspieler für sich und investieren Teile ihrer Marketingbudgets in den eSport. So können es sich Profi-Teams leisten, internationale Topspieler zu verpflichten und an Turnieren weltweit teilzunehmen, wie zuletzt in Shanghai beim Auftakt der Intel Extreme Masters. Das lohnt sich mittlerweile auch finanziell für die Spieler. Die Besten verdienen gute Grundgehälter und werden natürlich an den Gewinnen beteiligt. Allein bei den Intel Extreme Masters geht es in der laufenden Saison um 400.000 US-Dollar Preisgeld," berichtete Mazari über die von Turtle betriebene ESL Pro Series.

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Wie in anderen Sportarten gibt es aber auch im eSport nicht nur den Profibereich, sondern auch den Breitensport. Auch für die hobbymäßigen Zocker, so Mazari, gibt es zunehmend Vereine, in denen sie organisiert dem gemeinsamen Hobby nachgehen können. "Die ESL hat mittlerweile über 2,5 Millionen Mitglieder und zu den Events kommen bis zu 2000 zahlende Zuschauen, vor fünf Jahren waren es nicht einmal hundert Besucher – das zeigt am besten, wie rasant die Entwicklung verlaufen ist," bilanzierte Mazari. 

Trotz dieser positiven Bilanz gibt es natürlich auch Probleme, denen sich eSportler, Fans und Organisatoren stellen müssen. Eines davon ist das "schlechte Image", das Computerspiele - insbesondere die Liebhaber action- und gewaltbetonter Games - in Deutschland noch immer bei Teilen der Bevölkerung haben. Zocker werden als "Killerspieler" und potenzielle Amokläufer beschimpft und immer wieder Verbote bestimmter Spiele gefordert. Mazari sieht dieses Problem vor allem als ein spezifisch deutsches an. Es sei "hauptsächlich ein Generationenkonflikt: Manche älteren Semester, die noch nicht mit Computerspielen aufgewachsen sind, halten Gaming im besten Falle für ein Kinderspiel oder gehen gar davon aus, Spielen verrohe die Jugend. Das wurde früher auch mal über Comics gesagt. Mittlerweile ist das Durchschnittsalter der Spieler angewachsen, sie sind schon lange keine Kinder mehr. Und dank seriöser Forschung wissen wir, dass Computerspiele per se auch keinen größeren Einfluss auf die jugendliche Psyche ausüben als die meisten anderen Medien."

Der eSport-Experte ist daher optimistisch, dass die gesellschaftliche Akzeptanz von Computerspielen weiter zunehmen wird, wenn die junge Generation zunehmend an Einfluss gewinnt. Zudem erklärte er, auf die Spielebranche selbst hätten derartige Ressentiments nur einen geringen Einfluss. "Wirtschaftlich läuft es bestens und der gesellschaftlichen Verantwortung ist man sich bewusst," gab er sich im Interview optimistisch. Auch Turtle Entertainment, so berichtete er, engagiere sich stark bei der Vermittlung von Medienkompetenz sowohl bei Jugendlichen als auch bei deren Eltern und Lehrern.

In Bezug auf die Zukunft des elektronischen Sports in Deutschland zeichnete Mazari ebenfalls ein sehr optimistisches Bild. "Ein Ende des Zuwachses ist noch nicht wirklich abzusehen, obwohl nach der 'Goldgräberstimmung' viele Unternehmen dieser Branche wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet sind." Nicht nur der Spitzen- und Breitensport selbst gibt in seinen Augen Anlass zum Optimismus - zusätzlich, so Mazari, würden auch die mediale und wirtschaftliche Vermarktung der Events größer und professioneller werden. Was manche Puristen eher abschrecken mag, bietet gleichzeitig neue Möglichkeiten für Spieler und Fans, beispielsweise bei Infrastruktur und Preisgeldern.

Auch ein großes Ziel der eSport-Community für die nächsten Jahre nannte Mazari: der eSport soll vom Olympischen Sportbund als regelrechte Sportart anerkannt werden. In einigen Ländern ist dies bereits der Fall. Eine derartige Anerkennung in Deutschland würde in Mazaris Augen bedeuten, dass "der eSport dann endlich auch offiziell dort stehen wird, wo er lange angekommen ist: In der Mitte der Gesellschaft, als sozial wertvolle Teamsportart, als echte Jugendkultur." 

Text-Quellen: butg

Annika Kremer (g+) am Montag, 09.08.2010 23:56 Uhr

Tags: esport mazari

 
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10 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • SluGGer1 am 11.08.2010 05:12:56

    E-Sport ist wie die Tour de France. Man weiss im vorhinein, dass manche besche*ssen (cheaten). Deswegen wird E-Sport als Massensport auch nie ein ernsthaftes Thema werden, auf jeden Fall nicht so anonym im Internet. Da müsste es wie in der Formel 1 erstmal Technik/Softwarec ...

  • Munzurlu am 10.08.2010 15:28:36

    Das gibt es doch jetzt schon. ...

  • Gundark am 10.08.2010 15:20:09

    E-Sport ist wie die Tour de France. Man weiss im vorhinein, dass manche besche*ssen (cheaten). Deswegen wird E-Sport als Massensport auch nie ein ernsthaftes Thema werden, auf jeden Fall nicht so anonym im Internet. Da müsste es wie in der Formel 1 erstmal Technik/Softwarechecks geben bzw. alle mi ...

  • Juuichi am 10.08.2010 15:14:52

    Ich mag beides. Selbst betreibe ich zwar nur "normalen" Sport (zocke nur zur Entspannung ein bisschen), aber eSport anschauen tu ich ab und zu gerne. Wüsste auch nicht, wieso die zwei nicht parallel existieren können sollten, gibt ja so viele Sportarten, da ist doch eh ...

  • Annika_Kremer am 10.08.2010 11:41:58

    Ich mag beides. Selbst betreibe ich zwar nur "normalen" Sport (zocke nur zur Entspannung ein bisschen), aber eSport anschauen tu ich ab und zu gerne. Wüsste auch nicht, wieso die zwei nicht parallel existieren können sollten, gibt ja so viele Sportarten, da ist doch eh für jeden was dabei. ...

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