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Radiohead: Blogger bekommen Abmahnung für „In Rainbows“

Einst galten sie als die innovativste Musikgruppe der Kreativwirtschaft, als sie mit Erfolg die Selbstvermarktung ihres aktuellen Albums „In Rainbows“ durchführten. Jetzt stellt sich heraus, dass sie wie alle anderen auch die Blogbetreiber von RIAA und IFPI wegen Urheberrechtsverletzungen abmahnen lassen.

radiohead, in rainbows

radiohead, in rainbows

„The same procedure as every year“, könnte man fragen? Im Fall von Radiohead scheint es überraschenderweise auch so zu sein. Ernesto von Torrentfreak erfuhr, dass man in verschiedenen Ländern die Blogbetreiber abmahnen lässt, die im Netz das aktuelle Album illegal anbieten. Eigentlich sollte man meinen, dass sie noch immer über die Rechte ihrer Songs verfügen würden, das stimmt aber schon lange nicht mehr. Die Selbstvermarktung als Download über die eigene Website lief nur über einen kurzen Zeitraum hinweg. Längst wurden Verträge mit Labels wie Ato Records / Red oder hierzulande XL/Beggars Group abgeschlossen. Die Unternehmen sind in erster Linie für den physischen Vertrieb ihrer Werke verantwortlich.

Noch im März 2009 gab Radiohead bekannt, zusammen mit anderen Musikern den Interessenverband mit Namen Featured Artists Coalition (FAC) gründen zu wollen. Der FAC gehören mittlerweile auch Künstler wie Robbie Williams, KT Tunstall, Travis, Howard Jones, Marillion, Annie Lennox, Kate Nash und viele andere an. Nichts desto trotz werden die Abmahnungen ganz regulär von Kanzleien verschickt, die im Auftrag von RIAA und IFPI agieren. Vom ursprünglichen Motto des Verbandes, die eigenen Fans nicht verfolgen zu wollen, weil dies die Probleme der Musikwirtschaft nicht lösen würde, ist jetzt nichts mehr zu spüren.

Es ist schon ein wenig ironisch zu sehen, dass Majors wie Sony und Warner jetzt die Rechte an diesem als revolutionär angepriesenen Album besitzen und diese natürlich auch auf internationaler Ebene einklagen. Die Anfrage von TorrentFreak bei der Musikgruppe selbst blieb ohne Erfolg. Sie wollten dazu keine Stellungnahme abgeben, hieß es. Manchen mag in Anbetracht der Abmahnungen weniger die bekannte Fragestellung vom Film Dinner for One in den Sinn kommen als vielmehr der Kommentar: „Forward never, backward ever“. Denn ganz genau so kommt es einem vor. Es verbleibt etwas Bedenkzeit, weil Radiohead in diesem Jahr kein neues Album mehr planen.

Text-Quellen: boing boing TorrentFreak Times Online

Lars Sobiraj am Dienstag, 03.08.2010 17:10 Uhr

tagsTags: riaa radiohead in rainbows

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6 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Camel_Filters am 04.08.2010 09:46:37

    Ich denke nicht, dass Radiohead damit was zu tun haben oder es befürworten Öffentlich sicher nicht. Aber Radiohead ist so groß, dass die Plattenfirma Rücksicht auf das öffentliche Image nehmen muss. ganz ohne Kenntnis der Bandentscheider geht das sicher nicht. ...

  • Camel_Filters am 04.08.2010 09:43:09

    Die Radiohead Aktion damals war halt halbherzig. Sie haben das Album ja nicht frei zur Verfügung gestellt, sondern mehrgleisig verwertet. Erstmal um Spenden gebettelt und dann ganz normal auf CD oder iTünnes vertrieben. Zuerst fand ich das auch toll, habe es damals sogar für 5 Pfund gekauft. Aber ...

  • Rease am 04.08.2010 06:53:23

    Ich denke nicht, dass Radiohead damit was zu tun haben oder es befürworten! ...

  • csLestard am 04.08.2010 00:54:24

    Nur weil die Band das Album auf ihrer Webseite anbietet, heisst das ja noch nciht, dass es auch jeder Blogger legal machen darf. Anders siehts da ja z.b. bei den Nine Inch Nails aus, die ihr ghosts-Album ja explizit unter der CreativeCommons-Lizenz angeboten haben und damit auch für Blogger die Er ...

  • Grazer57 am 03.08.2010 18:56:40

    und ich warte auf das Sterben der Label ...... ...

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