
Ein unscheinbarer Schul-Laptop als zentrales Instrument der Überwachung. Als ein Schüler des Lower Merion Schulbezirks in Philadelphia Anfang dieses Jahres einen Verweis erhielt, war er in erster Linie eines: Irritiert. Der Grund dafür lag auf der Hand. Ihm wurde vorgeworfen, merkwürdige "Tabletten" eingenommen zu haben. Als Beweis hierfür legte man ihm Bilder vor, die ihn in seinem privaten Kinderzimmer zeigten. Wie sich rasch herausstellte, wurden die Bilder mithilfe des Schul-Laptops angefertigt, den die Schüler mit nach Hause nehmen durften.
Da die Eltern des Kindes gegen diese Kontrollmaßnahme vorgingen, wurde der Sachverhalt publik. Anfänglich wehrte sich die Schule, dass man die Überwachungssoftware insgesamt über alle Laptops nur 42 Mal zum Einsatz gebracht hätte. Man würde die Software auch nur nutzen, um gestohlene oder vermisste Laptops wiederzufinden. Wieso die Überwachung bei diesem Schüler aktiviert wurde, obwohl dessen Laptop nicht als gestohlen oder vermisst gemeldet war, blieb unbeantwortet. Die Ermittlungen förderten wenig später ein bedenkliches Bild ans Tageslicht. Insgesamt wurden 58.000 Bilder mit den in den Laptops integrierten Webcams aufgenommen.
Nun hat ein weiterer Schüler den Schulbezirk verklagt. Dessen Fall ist besonders interessant. Am 18. Dezember 2009 meldete er seinen Laptop bei der Schulleitung als vermisst. Wenige Tage später fand ein Lehrer das Gerät und übergab ihm den Laptop. Konkret geschah dies am 21. Dezember. Paradoxerweise wurde ausgerechnet an diesem 21. Dezember die Anti-Diebstahl-Software "TheftTrak" ausgeführt. Der Schüler befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits wieder im Besitz des Geräts.
Webcam
Eigentlich hätte es jemandem auffallen müssen, doch dies geschah für lange Zeit nicht. Die Überwachungssoftware blieb weiterhin aktiviert, bis 469 Webcam-Bilder und 543 Bildschirm-Screenshots angefertigt waren. Was auf den Bildern zu sehen ist, wurde nicht bekannt gegeben. In Anbetracht der Menge an Aufnahmen, die insgesamt angefertigt wurden, ist es verwunderlich, dass bisher nur zwei Schüler einen Prozess anstreben.
Bild-Quellen: flickr by MShades unter CC-BY-SA
Text-Quellen: techdirt
Klaus Müller am Freitag, 30.07.2010 17:29 Uhr
Anti-Diebstahl-Software "TheftTrak" Wird die Software noch verkauft? Hab mal gegoogelt und es keine Seite dazu, und selbst die Herstellerseite hat i-wie keine Infos parat? ...
Dabei wurde wahrscheinlich auch KiPoMaterial angefertig, der Verantwortliche wird wohl in Zukunft die Seife im Knast aufheben :p ...
Tja nicht jeder kann mit rechten umgehen.. ...
Das ist auch ein kranker Scheiß... Naja da hilft nur eins: Porno rein, Webcam an! ...
Screenshots haben die Dinger auch noch geschossen?!? Das wird ja immer lustiger :dozey: Grueße Ignatz ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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