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Finnland: Provider sollen Piraten verwarnen

Finnland hat in der jüngsten Vergangenheit eine führende Rolle eingenommen, wenn es um die Thematik Internet geht. Eine Internetanbindung für jeden Finnen ist dort per Gesetz zu einem Grundrecht geworden. Nun liegt ein weiterer Gesetzesentwurf vor, der illegales Filesharing bekämpfen soll.

Die finnische Regierung hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Urheberrechtsverletzungen über das Internet bekämpfen soll. Ziel ist es, die Piraterie in Finnland deutlich zu senken. Nach Angaben der beiden größten Internet Service Provider (ISP) des Landes betreiben mehr als 50 Prozent aller finnischen Internetnutzer Filesharing. Ob zu legalen oder illegalen Zwecken wird nicht dargelegt.

Die Regierung möchte mit einem neuen Gesetz kontern. Jedoch soll es keine Sanktionen geben. Das Gesetz verlangt von den Providern, ihre Kunden zu verwarnen, sollten sie Urheberrechtsverletzungen über das Internet begehen. Die hierfür relevanten Daten sollen von Piratenjägern der Kreativwirtschaft geliefert werden. Sobald eine Rechtsverletzung bekannt wird, muss der Provider eine Mitteilung an seinen Kunden schicken. Weitere "Risiken" drohen dem Anschluss jedoch nicht. Man zielt darauf ab, dass die Botschaft erziehend wirkt und seine Wirkung möglicherweise ohne weitere Sanktionen entfaltet.

Aufgrund der Gestaltung des Gesetzes sind sich Vertreter von Anti-Piraterie-Verbänden sowie der finnischen Piratenpartei in einem Punkt einig. Das Gesetz ist nutzlos. Ein Anschlussinhaber könnte Dutzende Schreiben erhalten, ohne irgendwelche Konsequenzen fürchten zu müssen. Wie der Vertreter der Piratenpartei, Pasi Palmulehto erklärte, könnten die Schreiben vielleicht einige Nutzer abschrecken. Eine breite Wirkung könne man aber nicht erwarten.

Finnland

Finnland

Auch wenn beide Seiten darin übereinstimmen, könnten die Gründe hierfür nicht unterschiedlicher sein. Die Contentindustrie sieht die Nutzlosigkeit in erster Linie bei den mangelnden Sanktionen für die Anschlussinhaber. Nach Ansicht der Piratenpartei ist dies zwar zutreffend, als Lösung erachtet man jedoch nicht die Einführung von Sanktionen. Die "einzige realistische Alternative" sei eine Verbesserung der Situation auf lange Sicht. Dies solle durch eine Legalisierung von Filesharing für private Zwecke realisiert werden.

Text-Quellen: torrentfreak

Klaus Müller am Donnerstag, 29.07.2010 12:21 Uhr

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vgwort
 
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6 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Kampfmelone am 30.07.2010 13:04:42

    Finde das gar nicht soo schlecht, man kann genau testen bei welcher "dateitransfermethode" man "erwischt" wird und bei welcher nicht hehe. ...

  • Kakihara123 am 29.07.2010 20:56:35

    find ich völlig ok... da kann es wenigstens nich ums geld gehen (indirekt schon aber das ist ok) ...

  • Doppeldekade am 29.07.2010 16:57:02

    also können die Bürger dort nich bis zum Umfallen abgemahnt und mit Schadensersatzforderungen eingeschüchtert werden? Schönes Land!:T ...

  • paper_scratcher am 29.07.2010 16:16:15

    Ein großer Teil der Filesharer sind aber doch unter 18, und wenn solche ein Briefchen nach Hause bekommen würden dann würde es wohl vermutlich RambaZamba seitens der Eltern geben und das Kind würde "derartige Aktionen" unterlassen, jedenfalls wäre es bei mir so ...

  • Oliigel am 29.07.2010 15:03:00

    ...könnten die Schreiben vielleicht einige Nutzer abschrecken. Eine breite Wirkung könne man aber nicht erwarten. Ein großer Teil der Filesharer sind aber doch unter 18, und wenn solche ein Briefchen nach Hause bekommen würden dann würde es wohl vermutlich RambaZamba seitens de ...

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