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RIAA vs. Joel Tenenbaum: Schadensersatz ist nicht "verfassungswidrig exzessiv"

Die Recording Industry Association of America (RIAA) hat einen Widerspruch gegen die Entscheidung von Richterin Nancy Gertner eingelegt. Diese hatte den Schadensersatz, den Joel Tenenbaum für die rechtswidrige Verbreitung von 30 Songs bezahlen sollte, um 90 Prozent reduziert.

675.000 US-Dollar (ca. 523.000 Euro) für die Verbreitung von 30 urheberrechtlich geschützten Songs. Diesen Betrag sollte Joel Tenenbaum an die Recording Industry Association of America (RIAA) leisten. Eine Summe, die viele Menschen staunen lässt. Im Falle von Joel Tenenbaum sorgte sie für eine heftige Diskussion. War der Betrag maßlos überzogen? Oder gar wider der Verfassung, die Bestrafungen über ein angemessenes Maß verbietet?

Die vorsitzende Richterin Nancy Gertner vertritt offenbar diese Ansicht. Nachdem im Fall Thomas-Rasset vs. RIAA der zu leistende Schadensersatz kurz zuvor um 97 Prozent gemildert wurde, handelte sie ebenso. Aus den geforderten 675.000 US-Dollar wurden 67.500 US-Dollar (ca. 52.300 Euro). Nach wie vor ein erdrückender Betrag, den Joel Tenenbaum nicht einfach so stemmen kann. Doch wie es inzwischen aussieht, steht dies vielleicht gar nicht mehr zur Debatte.

Die RIAA hat gegen die Entscheidung von Richterin Gertner Widerspruch eingelegt. Darin hält man fest, dass der ursprünglich geforderte Betrag nicht "verfassungswidrig exzessiv" sei. Das United States Court of Appeals for the First Circuit soll die Entscheidung von Richterin Gertner nun revidieren. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die RIAA den ursprünglichen Betrag wieder festgesetzt sehen möchte. Auch wenn dieser Schritt seitens der RIAA zu erwarten war, ist sein Nutzen eher fragwürdiger Natur. Da Joel Tenenbaum weder den einen, noch den anderen Betrag begleichen kann, spielt es kaum eine Rolle, wie viel er letzten Endes nicht bezahlen kann.

Joel Tenenbaum und sein Verteidigerteam

Joel Tenenbaum und sein Verteidigerteam

Vermutlich erhofft sich die RIAA jedoch einen besonders abschreckenden Effekt durch den höheren Betrag, sofern dieser tatsächlich eintritt.

Text-Quellen: recordingindustryvsthepeople

Klaus Müller am Samstag, 24.07.2010 21:51 Uhr

tagsTags: joel tenenbaum

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14 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • C-H-T am 26.07.2010 18:18:04

    Was soll daran Abschreckend sein ne halbe Mille zu zahlen? Oder halt 60000... Ich könnte beides nicht bezahlen, letzteres würde mich wohl Jahre sparen kosten. Trotzdem nicht zahlbar.. Was sowieso nicht vorhanden ist kann mir auch keiner weg nehmen, demnach macht es mir keine Angst... Wenn ich a ...

  • LCD_1 am 25.07.2010 21:59:29

    Die RIAA Manager verdienen zu viel, wenn sie denken dass 675T Dollar nicht exzessiv ist. Vielleicht wäre eine Gehaltskürzung auf 675 Dollar im Monat bei soviel Dummheit gerechtfertigter? ...

  • ottaku am 25.07.2010 17:46:50

    Den einzigen Effekt den die RIAA damit erreicht ist, dass sie bei immer mehr Leuten den Eindruck eines lachhaften Clownvereins mit viel zu viel Macht hinterlassen. ...

  • thedoginthewok am 25.07.2010 14:28:07

    Soweit ich raus gelesen habe, geht es ja nicht um das schlichte ziehen der Songs, sondern ihre Verbreitung. Ich glaube und hoffe das das jedem der hier postet klar ist. Ich finde selbst für die Verbreitung von MP3s sollten keine 3000€ pro Song als Strafe gezah ...

  • Sturmsense am 25.07.2010 14:26:03

    Soweit ich raus gelesen habe, geht es ja nicht um das schlichte ziehen der Songs, sondern ihre Verbreitung. Ich lasse mal das Beispiel mit dem Obstgarten weg, die Lage ist ja klar. Meiner Meinung nach eine berechtigte Klage, aber absolut überzogene Forderungen, Abschreckung hin oder her. ...

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