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PRS: Provider sollen Piratenlizenz zahlen

Die britische Verwertungsgesellschaft PRS for Music hat einen neuen Vorschlag im Kampf gegen Piraterie auf den Weg gebracht. Um die von den illegalen Downloads entstehenden Schäden für die Branche einzudämmen, sollen Internet-Provider eine Art "Piraten-Gebühr" bezahlen. Daraus sollen Labels und Künstlers entschädigt werden.

Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen ist die britische Verwertungsgesellschaft PRS for Music auf eine Idee gekommen. Wie der PRS-Ökonom Will Page im "Moving Digital Britain Forward Without Leaving Creative Britain Behind" Bericht erklärt, könne man die Provider in die Pflicht nehmen. Im Rahmen mehrerer Modelle erklärt er, wie die Provider die Verluste der Musikbranche kompensieren könnten, wenn deren Kunden urheberrechtlich geschützte Musikwerke illegal tauschen.

Da im Rahmen der Digital Economy Bill die Entwicklung von Filesharing regelmäßig gemessen wird, verfüge man auch über repräsentative Zahlen. Anhand dieser Daten lässt sich berechnen, wie viel Kompensation die Internet-Provider für ihre Kunden leisten müssten. Optimalerweise koppelt man diese Gebühr an den Trafficverbrauch des Kunden. Die Logik dahinter ist simpel: Je mehr Traffic der Kunde verbraucht, desto größere Dateien lädt er sich herunter. Dabei handelt es sich dann vermutlich meist um audiovisuelle Werke. Da diese vielleicht urheberrechtlich geschützt sind, wird durch die Gebühr eine Kompensation möglich. Man geht also quasi davon aus, dass grundsätzlich jeder Anschlussinhaber der viel Traffic verbraucht, diesen möglicherweise primär für illegale Downloads verwendet.

prs for music

prs for music

Der britische Provider TalkTalk blockierte den Vorschlag von PRS sofort. Es sei ein umfangreiches Monitoring des eigenen Netzwerktraffics notwendig, was Einfluss auf die Privatsphäre und den Datenschutz habe. Vor diesen beiden Punkten habe man höchsten Respekt.

Ungeachtet der technischen Möglichkeit dieser "Lösung" ist sie durchweg interessant. Denn eines bleibt unklar: Könnten die Provider stellvertretend für ihre Kunden die "Absolution" erkaufen? Oder würden die Kunden weiterhin als Urheberrechtsverletzer straf- und zivilrechtlich verfolgt? Falls nicht, hätte man im Prinzip nichts anderes als eine schwammige Kulturflatrate etabliert. Vom bürokratischen Monster dieser Systematik einmal ganz abgesehen.

Bild-Quellen: musically

Text-Quellen: torrentfreak

Klaus Müller am Donnerstag, 15.07.2010 14:49 Uhr

tagsTags: prs prs for music

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12 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Juuichi am 17.07.2010 22:33:32

    wie lange wohl noch das lügenmärchen von aberwitzigen verlusten durch piraten am leben gehalten wird? http://en.wikipedia.org/wiki/Proof_by_assertion Oder anders: man stelle eine behauptung auf, posaune diese in die welt, stecke dann die finger in die ohr ...

  • Karl_Kombatmage am 16.07.2010 11:36:55

    Oh, verflucht! Du hast C&C erwähnt, da fällt mir ein, dass ich als Steam-Nutzer Gigabyteweise Daten aus dem Netz ziehe (berechtigterweise) Also mal schnell überschlagen.. C&C RA 3 + Addon, TF 2, CS:S, Bioshock, DoW 2, BF2, MoW... Ich glaube ich komm schnell mal in den 20GB Bereich..eigentlich b ...

  • nickNr5 am 16.07.2010 10:53:42

    Wir zahlen doch schon Abgaben auf Druckpapier, Rohlinge und Brenner. Jetzt auch noch für die Leitung? Ich nehm's ja als Grund toasten zu dürfen was ich will, wenn ich schon für zahle:D Frage mich wie hoch die Einnahmen durch die bisherigen Abgaben sind, denke da s ...

  • Todde am 16.07.2010 10:23:30

    wie lange wohl noch das lügenmärchen von aberwitzigen verlusten durch piraten am leben gehalten wird? ...

  • hellme am 15.07.2010 18:53:08

    Wenn ich für die "Piratengebühr" die Leistungen der "Kulturflatrate" bekomme, bin ich glücklich. Ich meine..ohne Traffic-monitoring und die Scherze. … erst mal heißt das „raubmordgebühr" :D … aber wenn mans mal ernst betrachtet: wenn dadraus endli ...

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