
Wenn jemand im Internet viel "paid content" veröffentlicht hat, so ist es das Angebot der Öffentlich-Rechtlichen. Denn alles, was ARD, ZDF und die regionalen Rundfunk- und Fernsehanstalten ins Netz stellen, wurde mit den Gebühren der Hörer und Fernsehzuschauer bezahlt.
Radio und Fernsehen sind prinzipiell „flüchtig“, sieht man von Wiederholungen ab. So können alle Beiträge prinzipiell immer nur am Tag der Sendung konsumiert werden. Das Netz hingegen ist immer „auf Sendung“, jeder Nutzer kann sich prinzipiell sein eigenes Programm gestalten und jederzeit auf Informationen zugreifen.
Damit „flüchtig“ auch immer „flüchtig“ bleibt, wurde den Öffentlich-Rechtlichen, also den von der Bürgergemeinschaft finanzierten Informationsversorgern künftig enge Grenzen gesetzt, was die Informationsvorhaltung im Internet anlangt: Nur ein Bruchteil der Inhalte, die mit Gebühren-Mitteln finanziert werden, dürfen auch im Netz bleiben: „So sind dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit dem 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag enge Grenzen im Internet gesetzt worden. Seit dem 1. Juni 2009 regelt der Vertrag, dass in gebührenfinanzierten Angeboten viele Inhalte verboten sind und die erlaubten nur noch für begrenzte Zeit online bleiben dürfen. Die öffentlich-rechtlichen Anbieter hatten bis zum 31. August 2010 Zeit, die Vorgaben des Gesetzes umzusetzen.“ Konkret wird man dort die meisten Inhalte löschen müssen, die älter als ein Jahr alt sind. Die Mitschnitte der Nachrichtensendungen dürfen sogar nur sieben Tage verfügbar bleiben.
Ganz klar sagt „tagesschau.de“, wo die unabhängige und nicht marktorientierte Informationsversorgung in Deutschland steht: „Während viele Verlage damit beginnen, ihre Archive für die Allgemeinheit zu öffnen, muss tagesschau.de den größten Teil seines mit Gebührenmitteln erstellten Online-Archivs löschen. Betroffen sind ca. 80 Prozent der Inhalte. Zusätzlich problematisch: Auch das Löschen kostet Geld, denn es muss eigens organisiert und programmiert werden. Da die Budgets in den Telemedienkonzepten gedeckelt sind, gehen die Lösch-Kosten zulasten neuer Inhalte.“
Anstelle sich über die vergleichsweise marginale Gebühreneinzugszentrale und ihre zweifelsohne fragwürdigen Praktiken öffentlichkeitswirksam zu echauffieren, hätte es vielen mündigen Bürgern mehr angestanden, sich für eine unabhängige und zeitgemäße öffentliche Informationsversorgung zu interessieren. Denn was Deutschland erlebt ist eine Privatisierung der Informationsversorgung und auf Dauer auch ein Ende der öffentlichen Rundfunkanstalten in der digitalen Informationsgesellschaft.
Update: (von Ghandy)
Wie Netzpolitik.org berichtet, hat jemand alle Inhalte des Portals Tagesschau.de von 1999 bis Juli 2010 gesammelt und bietet diese bei The Pirate Bay als ein 132 MB großes Archiv an. Obwohl die Artikel von den Geldern aller GEZ-Zahler finanziert wurden, sind diese nicht gemeinfrei. Eine Verbreitung der Inhalte ist folglich illegal. Auch wenn realistisch betrachtet mit keiner Abmahnung gerechnet werden kann: Der Download erfolgt wie üblich auf eigene Gefahr!
Bild-Quellen: tagesschau-bildschirmschoner-18092.de.joosoft.com/
Text-Quellen: www.tagesschau.de netzpolitik.org
Joachim Losehand am Donnerstag, 29.07.2010 09:31 Uhr
Ohne jetzt von mit X ist besser als Y Vergleichen daher zu kommen.. sollte man sich folgendes einfach mal vor Augen halten. Archive von Ereignissen werden aus dem Netz verbannt - dabei handelt es sich aber nicht nur um Inhalte die zwangsläufig nur von Deutschen genutzt werden können, sondern Inte ...
Das Archiv steht nun unter http://depub.org/tagesschau bereit :-) Gruß ...
Gibts für das Archiv irgend ein Programm mit dem man die Daten einigermaßen anständig verwalten kann (durchsuchen, anzeigen und so) ? Habs mir auch mal gezogen und kann mit den puren xml-Dateien nicht so viel anfangen:) ...
Irgendwie hat hier jeder im Board seinen Fernseher schon vor langem entsorgt,weiß aber trotzdem immer sehr gut bescheid über das was gerade so läuft..:rolleyes: Ich habe meinen Fernseher noch und ich weiß was läuft da ich ihn hin und wieder auch mal einschalte ...
Irgendwie hat hier jeder im Board seinen Fernseher schon vor langem entsorgt,weiß aber trotzdem immer sehr gut bescheid über das was gerade so läuft..:rolleyes: Stellt euch vor,der Großteil der Menschen will sich nicht auf zig Blogs und Portalen seine Nachrichten selbst zusammen suchen sondern ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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