
Spätestens seit der Veröffentlichung des Skandalvideos „Collateralmurder“ (gulli berichtete) ist Wikileaks in aller Munde. Die Publizierung des Helikoptervideos ging mit einer enormen Resonanz in den Medien einher. Auf der eigenen Website sowie der Seite collateralmurder.com, die eigens für diesen „Leak“ bereitgestellt wurde, bittet man um Spenden zur Unterstützung der Organisation: “Wenn Sie unsere Mission unterstützen, können sie uns dabei helfen neue Hardware in unser Projekt zu integrieren oder Software für unser Projekt zu entwickeln.” heißt es da. Allerdings war trotz erstaunlich hoher Einahmen keine Änderung sichtbar, da die eigentliche Seite (wikileaks.org) weiterhin nicht erreichbar war. Bis dato ist es noch immer nicht möglich, neue Dokumente hochzuladen.
Aus diesen Gründen stellte man sich die berechtigte Frage, wohin das Geld gegangen ist, beziehungsweise für was Wikileaks es tatsächlich verwendet. Allerdings fehlte jegliche Form von Buchhaltung über die Einahmen der Organisation.
Die Website cryptome, welche sich auch für eine bedingungslose Informationsfreiheit im Netz einsetzt behauptete sogar, dass der Gründer Julian Assange Gelder veruntreuen würde. Quelle für diese schwerwiegenden Anschuldigungen waren Aussagen angeblicher „Wikileaks-Insider“.
Die Wau Holland-Stiftung, welche die europäischen Spenden von Wikileaks erhält, veröffentlichte nun in einem Interview mit „der Freitag“, allerdings gegensätzliche Informationen. Bis jetzt hätte man erst etwa 30.000 Euro ausgezahlt, was etwa 10 Prozent der Gesamtspendeneinahmen entspreche. Verwendungszweck der Gelder wären ausschließlichen die Reisekosten für die Wikileakssprecher, Computer- und Server-Hardware und Verträge für Datenleitungen gewesen. Des Weiteren behauptete er ausdrücklich, dass Wikileaksmitarbeiter keinerlei Gehalt, Honorare oder sonstige finanzielle Vergütung erhalten würden. Geld gäbe es nur gegen Ausgabebeleg. Bis August will die Stiftung ausführliche Daten über Ein- und Ausgänge von Spenden veröffentlicht haben um damit für mehr Transparenz und Vertrauen zu sorgen. Außerdem unterliege die Stiftung ohnehin der Kontrolle des Finanzamtes und die Erfüllung ihres Stiftungszweckes würde durch das Regierungspräsidium Kassel geprüft.
Via Twitter meldete sich auch Wikileaks selbst zu Wort. Man verdeutlichte in einer kurzen Meldung ausdrücklich, dass Wikileaks keine Gelder wie von cryptome behauptet ausgeben würde. Man soll auf derartige "Desinformationen" nichts geben, die momentan verbreitet werden. In nächster Zeit werden nähere Erklärungen folgen, hieß es weiter. Man gesteht sich aber ein, dass dies schon früher hätte geschehen sollen.
Update:
Seit kurzem wird auf wikileaks.org wieder die Möglichkeit angeboten, Dokumente hochzuladen. Diese schon lange überfällige Reparatur sollte Kritikern nun endgültig den Wind aus den Segeln nehmen.
Julian Wolf am Samstag, 17.07.2010 22:02 Uhr
Damit musste Wikileaks wohl rechnen - das ist doch eine Standardvorgehensweise der Geheimdienste - "Mach die Quelle unglaubwürdig" - gut das es in diesem Fall noch nicht so 100%tig funktioniert ...
Ist auch vollkommen in Ordnung. Ich sehe das nicht als Angriff. Nun kann ich deine Einschätzung auch verstehen und gebe zu das ich dir dahingehend wohl oder übel mit zustimmen muss. Hab den Blickwinkel nicht bedacht und muss meine Prognose diesbezüglich wohl auch überdenken. Danke dir aber für ...
Nun, du magst glauben, dass das etwas völlig anderes ist als jede andere Situation. Das kann stimmen. Ich neige aber dazu, zu vermuten, dass sich das sonstige Verhalten auf diese Situation übertragen läßt. Und das "sonstige Verhalten" des durchschnittlichen "ich find WikiLeaks irgendwie ganz coo ...
ansonsten bleibe ich bei meiner Meinung, und diese beruht durchaus auf Erfahrungswerten. Dann berichte davon doch mal. Nach wie vielen Toten die einen ähnlichen Status wie Assange hatten hast du deine Beobachtungen gemacht? Ist jetzt echt nicht böse gemeint ...
Das steht fest. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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