
Während Flattr aufgrund der Popularität des Gründers Peter Sunde aka brokep (The Pirate Bay) hierzulande immer häufiger eingesetzt wird, hinkt der etwas ältere, aber weniger bekannte Anbieter Kachingle ein wenig hinterher. Sie waren in der Vergangenheit dennoch in der Lage, für Aufmerksamkeit zu sorgen. Wir haben uns ausführlich mit der Gründerin und Geschäftsführerin von Kachingle "social cents for digital stuff", Cyntia Typaldos, unterhalten. Natürlich wollten wir von ihr wissen, was sie von Abosystemen für Newsseiten hält und wie die Finanzierung von Portalen künftig aussehen könnte.
Lars Sobiraj: Vielleicht magst du zu Beginn ein wenig über dich erzählen, und wie du zu diesem Unternehmen gekommen bist.
Cyntia Typaldos: Ich bin die Erfinderin von Kachingle und auch die Gründerin. Ich bin auch die Urheberin der patentierten Applikation
Ich bekam die Idee für Kachingle erstmals im Mai 2003. In diesem Monat wurde bei meiner besten Freundin, Laura Haydée Gutierrez, ein Hirntumor diagnostiziert. Laura sprach nicht sonderlich gut Englisch – sie war Argentinierin – und fragte mich, ob ich etwas über ihre medizinische Diagnose herausfinden könnte. Ich habe jeden freien Moment dafür benutzt, im Internet Informationen über Hirntumore zu finden. Ich las medizinische Webseiten, Patientenblogs, Diskussionsforen, Seiten gemeinnütziger Organisationen und so weiter.
Ich habe einige nützliche Informationen zusammengetragen, fasste diese in einem kurzen Dokument zusammen und gab dies Laura. Die Informationen waren sehr hilfreich für sie, weil niemand von uns oder ihrer Familie etwas von Hirntumoren wussten. Nachdem ich meine Zusammenstellung fertig hatte, ging ich zurück zu den Websites, die ich am häufigsten besucht hatte. Denen, die die besten Informationen angeboten haben, wollte ich insgesamt 100 Dollar spenden. Nicht um den Krebs zu besiegen, sondern als Dankeschön, dass sie da sind und uns so hilfreich zur Seite standen. Ich wollte den Machern der Websites ausdrücken, dass sie geschätzt werden, und sicherstellen, dass sie auch für den nächsten Hilfesuchenden existieren würden.
Ich hatte aber keine Ahnung, welche der Hundert Websites ich am besten fand, welche ich wieder und wieder besucht hatte, es war alles sehr unklar. Das war der Moment, als ich auf die Idee kam, dass es einen einfachen Weg geben müsste, Inhalte im Internet zu belohnen und Anbietern eine kleine Spende zukommen zu lassen.
Es macht mich zwar sehr traurig, sagen zu müssen, dass Laura vor einigen Jahren starb, aber dennoch ist es sehr befriedigend für mich, zu beobachten, dass aus Kachingle ein gut funktionierender Service geworden ist, der entstand, während ich versuchte ihr zu helfen. Die Musella Foundation for Brain Tumor and Information ist eine der Seiten, die ich oft besucht habe. Sie sammeln klinische Untersuchungen und haben nun Kachingle installiert.
Es gibt mehrere Online Projekte, die mir halfen, die Details von Kachingle festzulegen. Ich erkläre sie hier in diesem Video. "History of Kachingle".
Lars Sobiraj: Welche Idee steckt konkret hinter Kachingle?
Cyntia Typaldos: Das Konzept von Kachingle. Kachingle wurde erschaffen aufgrund der folgenden fünf Prinzipien:
- User-zentriert
- “keine unnötig hohen Transaktionskosten”
- Bestehende soziale Netzwerke in Schwung bringen
- uneingeschränkte finanzielle Transparenz
- Spaß an der Sache
Lass mich jeden Punkt bitte einzeln erklären.
Bestehende soziale Netzwerke in Schwung bringen heißt, wir bauen keine eigene Zielseite auf. Wir sind ein Service, der im Hintergrund läuft. Wir werden nur sichtbar, wenn sich die Leute bei Twitter, Facebook oder anderorts mit ihren Freunden und Bekannten versammeln. Unsere Twitter-Applikation befindet sich in den letzten Zügen der Testphase. Unsere Applikation für Facebook wird momentan entwickelt. Wir versuchen nicht, diese populären sozialen Netzwerke zu verdrängen. Es geht vielmehr darum, sie mit speziellen Fähigkeiten anzureichern, als wenn man im Internet in Echtzeit etwas kaufen würde.
Eine uneingeschränkte finanzielle Transparenz ist sehr wichtig für mich. Wir glauben, dass jemand, wenn er für kostenlose Inhalte freiwillig etwas bezahlt, auch das Recht haben sollte, zu sehen, wie hoch die Einnahmen der Hersteller der Inhalte sind. Noch wichtiger ist ein wasserdichter Mechanismus, der jedem User beweisen kann, dass wir jeden einzelnen Penny angemessen ausgezahlt haben. Diesen Teil meiner Erfindung mag ich am liebsten. Ich nenne sie die ausgegliederte Rechnungskontrolle. Wenn jeder User fünf Dollar an die von ihm ausgesuchten Websites für vier Wochen gespendet hat, so können alle Anwender, aber auch die Portale & Blogs genau sehen, woher das Geld kam und wohin es floss. Tatsächlich ist das für die ganze Welt ersichtlich. Damit kann man ganz einfach beweisen, dass das Geld was von Kachingle kam, korrekt verteilt wurde. Anderenfalls würden die Summen auf den jeweiligen Websites nicht stimmen. Ich finde, das ist sehr wichtig und so muss ich den Leuten nicht erzählen: Vertraut uns einfach! Niemand muss uns vertrauen. Jeder Anwender wie auch die Portalbetreiber können genau sehen, wie das Geld seinen Weg genommen hat. Nach Bekanntwerden des Skandals bei Kiva, der bekannten Plattform für Kleinstkredite und vielen anderen Systemen, die auf Drittanbieter in der Mitte aufbauen wollte ich sichergehen, dass es bezüglich der Transfers und der Verwendung der Gelder nie Zweifel aufkommen können. Diese öffentliche, externe Rechnungskontrolle könnte außerhalb von sozialem Bezahlsystemen in vielen Bereichen angewendet werden.
Spaß. Kachingle soll Spaß machen, für niemanden anstrengend sein oder Arbeit darstellen. “It's meant to be fun, not work.” Wir wollen nicht, dass die Leute sich mit der Frage quälen müssen, wie sie ihre fünf Dollar monatlich verteilen könnten. Auch wenn wir ihnen erlauben würden mehr anzulegen. Selbst dann müssten sie sich nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen. Es muss aber gleichzeitig gerecht zugehen. Es ist natürlich immer interessant zu sehen, was du tust und was deine Freunde machen. Im Laufe der Zeit sollen einige Features implementiert werden, die spielerisch angelegt sind. Diese sollen vor allem bei den Applikationen für Twitter und Facebook zur Anwendung kommen.
Lars Sobiraj: Was genau ist der Unterschied zu Flattr oder anderen Mitbewerbern?
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Der größte Wettbewerb ist nicht der untereinander, sondern
1) das Fehlen von sozialen Normen um Geld auszugeben, für Dinge, die es online umsonst gibt,
2) PayWalls (kostenpflichtige Artikel mancher Portale),
3) sehr große Anbieter wie Facebook, die in den Markt eingedrungen sind.
Unsere Dienstleistung ist nicht die gleiche, und ich persönlich glaube, dass beide erfolgreich sein werden und koexistieren können. Beide Angebote sprechen unterschiedliche Gruppierungen von Usern an (z. B. Early Adopter, normale Surfer etc.). Das gilt sogar für den gleichen Produzenten von Inhalten. Alle Firmen im Segment für soziale Bezahldienste helfen dabei, den Markt zu vergrößern, das Bewusstsein für solche Angebote zu erweitern und die Befürworter von Paywalls abzuschrecken.
Es gibt eine Heerschar von Unterschieden zwischen Kachingle und Flatter. Deswegen bin ich ja so zuversichtlich, dass beide Systeme nebeneinander existieren können. Sie werden beide erfolgreich sein. Ich überlasse es betriebsamen Bloggern oder Journalisten, die letzten Feinheiten bei den Unterscheidungen herauszuarbeiten. Aber hier sind ein paar auf höchster Ebene.
Kachingle dreht sich primär um den User, den Kachingler. Dieser erstellt eine virtuelle Person in Echtzeit, basierend auf den Inhalten und den Angeboten, die derjenige unterstützt. Deswegen erstellen wir keine Zielseite wie digg und anstatt unsere Anwender durch Twitter oder Facebook zu leiten, konzentrieren wir uns auf die Bedürfnisse der User selbst. Quasi als Nebeneffekt unseres sozialen Bezahlsystems werden Produzenten für ihre Arbeit entlohnt. Aber der eigentliche Anreiz besteht darin, dass gewöhnliche Personen involviert werden. Indem sie Websites mit ihren Spenden am Leben erhalten, haben sie einen direkten Nutzen davon.
Um eine Persönlichkeit (oder Avatar) aufzubauen, benötigt man eine Stimme. Deswegen ist die Medaille nicht dafür gedacht, einfach nur ein- oder ausgeschaltet zu werden. Sie wird verteilt über zahlreiche Seiten, Videos, Musik etc. So können sich Dritte ein Bild machen, dass z. B. alle Blogposts von mir, die Sportecke bei der New York Times, die Stücke eines einzelnen Musikers von mir gemocht und durch meine Spenden hervorgehoben werden. Die meisten Seiten benutzen nur eine Kachingle-Medaille aber größere Portale können auch viele verschiedene Medaillen-IDs erhalten, wenn sie unterschiedliche Stimmen für ihre Website haben möchten.
Die finanzielle Transparenz ist ein Kernelement unseres Angebots. Jeder Penny wird dargestellt und ist somit für die Öffentlichkeit sichtbar. Wir glauben, das ist nötig um Vertrauen aufzubauen, sobald Gelder im Hintergrund fließen. Das spart uns zudem Geld, weil wir größtenteils die Prüfung der Zahlungen an die Produzenten und User abgegeben haben.
Wir haben soweit es möglich war die Anzahl der Aktionen und Optionen der User begrenzt. Wir wollten sie nicht mit der Verwaltung ihres Geldes (das hier soll Micropayment sein, und das Leben ist einfach zu kurz!), ständigem Drücken von Knöpfen und dem Treffen von Entscheidungen, die eine Qual und kein Vergnügen sind, verwirren. Fachleute mögen viele Optionen, aber normale Anwender mögen es, wenn ein System fair, einfach zu verstehen und übersichtlich ist.
Lars Sobiraj: Warum habt ihr euch für das Limit von monatlich fünf US-Dollar entschieden?
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Bild links: Cyntia Typaldos mit ihrem Hund Bunny.
Cyntia Typaldos: Kachingle ist benutzerzentriert und da diese zumeist KEINE Erfahrungen mit derartigen Bezahlsystemen haben, was die normale Höhe der Spenden angeht, und natürlich auch, weil wir die Kosten so niedrig wie möglich halten wollten, haben wir das Verfahren vereinfacht. Jeder hat nun die Wahl zwischen 5 und 5 Dollar. Das ist ein wenig so wie die Wahl vom Model T. Die Tin Lizzy gab es in schwarz und in schwarz.
Zu Beginn ist es am wichtigsten, den Leuten das System nahezubringen, und nicht, den Produzenten hohe Einnahmen zu verschaffen. Ich glaube nicht, dass dieser Punkt wirklich von allen so verstanden wurde. Die erzielten Einnahmen der Produzenten sind anfangs klein, weil wir die Anwender nicht abschrecken wollten. Niemand soll glauben, er soll riesige Beträge entrichten. Das hier sind glücklicherweise Mikropayment-Systeme und die Menschen sollten dabei an Pennies, nicht an Dollar, Euro oder Britische Pfund denken müssen. Wir brauchen Millionen Personen, die kleine Summen investieren und nicht wenige tausend Menschen, die hohe Summen verschenken. Das mit den 5 Dollar pro Monat ist eine kraftvolle Aussage an alle Anwender und den Markt. 5 Dollar sind fair und gut und alles, das gebraucht wird!
Wenn derartige Servicedienstleistungen zu einer Art sozialer Norm geworden sind, werden wir den Menschen die Wahl überlassen, wie viel sie bezahlen möchten. Wir werden sie natürlich dazu ermuntern, mehr als die 5 Dollar zu spenden. Ein tolles Buch, warum mehr Optionen keine Hilfe für Anwender darstellen ist “The Paradox of Choice: Why More Is Less” von Barry Schwartz, was ich an dieser Stelle gerne allen Lesern empfehlen möchte.
Lars Sobiraj: Wie viele User habt ihr derzeit in Deutschland? Selbst wenn Flattr sehr viel jünger ist, warum es so viel bekannter hierzulande?
Cyntia Typaldos: Auch wenn wir regulär nicht unsere Statistiken veröffentlichen, so kann aufgrund unseres transparenten Systems dennoch jeder sehen, wie viele Seiten z. B. über die Medaillons verfügen und welche Summe beispielsweise für die Website Carta.info gespendet wurde.
Wie auch immer, wir sind gerade dabei einen Standard zu etablieren. Es ist ganz normal, dass das ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. Wir sind geduldig und unternehmen alle möglichen Dinge, um das System in der Gesellschaft zu etablieren. Wir müssen halt die Leute dazu bekommen, dass sie freiwillige Zahlungen vornehmen, weil es einfach normal geworden ist, das zu tun. Es ist so ähnlich, als wenn du Leute dazu bekommen möchtest, dass sie sich im Auto anschnallen oder aufhören zu rauchen. Es braucht viel Zeit und einige Anläufe. Ein tolles Buch über das Verändern von Verhaltensmustern ist “Influence: The Psychology of Persuasion” by Robert B. Cialdini.
Am wichtigsten ist das Konzept des “social payments” als eine neue soziale Norm, die mehr und mehr in das Bewusstsein der Menschen durchsickert. Wir hatten auf unserer Seite Kachingle Medaillon bis zu 750.000 Pageviews täglich. Diese Zahl nimmt monatlich um 100% zu.
Cyntia Typaldos: Etwa die Hälfte aller “Producer” kommen aus dem deutschsprachigen Raum wie der Schweiz, Österreich und Deutschland selbst. Für uns war es überraschend, dass sie an der Spitze der Entwicklung stehen. Eigentlich hätten wir damit rechnen können, so kommen auch drei Leute aus unserem Team ursprünglich aus Deutschland: Der Vorstandsvorsitzende Jens Horstmann, der technische Direktor Frank Spies und unser Vorstand für Informationstechnologie Andreas Junge. Als ich im Silicon Valley unterwegs war um das Team aufzubauen sagten mir viele Leute, es wäre eine verrückte Idee, Menschen dazu zu bekommen, Geld für eine kostenlose Ware zu bezahlen. Aber meine deutschen Kollegen sagten: “Prima, lass uns das machen!”
Aber ich glaube, die bessere Erklärung fand Robin Meyer-Lucht von Carta.info für dieses Phänomen. Er kam zu dem Schluss, dass die Portalbetreiber hierzulande experimentierfreudiger sind, da sich Werbung in Deutschland nicht so gut vermarkten lässt wie in den USA. Das ist die beste Erklärung, die ich bisher gehört habe. Vielleicht bittest du ihn, dass er euch das ausführlicher erläutert. Oder aber ihr habt vielleicht sogar eigene Ideen. Das Ganze ist wirklich sehr undurchschaubar für uns.
Lars Sobiraj: Wenn lediglich 85% der Spenden die Webmaster direkt erreichen. Was könnte man tun, um diese Rate zu verbessern? Bei uns in Deutschland sind die hohen Transferkosten von PayPal häufiger in die Kritik geraten. Wird es die Möglichkeit eines Bankeinzugs vom Girokonto geben? Das dürfte die Kosten erheblich reduzieren.
Cyntia Typaldos: Wir garantieren für Kachingle, dass 85% der Einnahmen in den Brieftaschen der Empfänger und nicht irgendwo auf einem Konto in unserem System hängen bleiben, auf das auch noch PayPal-Gebühren erhoben werden.
85% ist eine exzellente Quote - der neue Vertrag von Amazon hat nur eine Auszahlungsrate von 70%. Und behalte bitte im Hinterkopf, dass keine zusätzlichen Kosten für den Geldtransfer entstehen, die die 85% mindern könnten. Von den fünf Dollar gehen also 4,25 Dollar als Auszahlung an die Empfänger. Da sind schon alle unsere und die Kosten von PayPal darin enthalten. Jeder Producer mit mehr Einnahmen als 3,35 Dollar bekommt das Geld im vierwöchentlichen Rhythmus ausgezahlt. Wir haben das System so aufgebaut, dass es sinnvoll ist und die Anbieter von Inhalten auch tatsächlich Geld erwirtschaften können. Und wie gesagt: In den 15% sind schon die Gebühren von uns und PayPal enthalten. Um das zu erreichen, haben wir die Programmbestandteile von PayPal selbst benutzt, so etwa deren Mikropayment Service für die Einzahlungen und den Masspay Service für alle Auszahlungen. Rein theoretisch könnten wir selbst kleinste Beträge sofort überweisen. Wir haben uns aber für einen Mindestbetrag von 3,35 Dollar entschieden – das ist bei uns in etwa der Preis für eine mittelgroße kalte Latte von Starbucks.
Die Gründe, warum wir das Management der PayPal Gebühren nicht den Usern überlassen, sind folgende:
1) Wir glauben, das soziale Bezahlsystem wird nur auf kleinster Ebene funktionieren. User müssen in der Lage sein, kleine Beträge wie z. B. 5 Dollar zu überweisen, die Produzenten müssen wie gesagt einen Großteil davon erhalten.
2) Anwender können nicht direkt auf APIs zugreifen,
3) User können nicht mit PayPal über ihre Konditionen verhandeln,
4) Üblicherweise gehen die Menschen sehr sorgsam mit ihrem Geld um. Und dennoch verlassen sie sich bei den Spenden lieber auf uns, weil sie in ihrer Freizeit Besseres zu tun haben.
5) Sie möchten aber sehr wohl wissen, wie viel Geld in den Händen der Produzenten tatsächlich ankommt. Das Konzept ist sehr ähnlich wie das von “Fair Trade”,
6) Man darf die Produzenten nicht dazu zwingen, die Spenden zunächst über einen längeren Zeitraum anzusammeln, damit die Kosten für den Transfer nicht zu hoch sind.
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Gelder zu verwalten und zu transferieren ist immer mit viel Aufwand verbunden. Wir haben uns aber im Vorfeld lange Zeit Gedanken gemacht, wie man das Verfahren ohne zu hohe Verluste realisieren können. Leander Wattig hat das sehr schön in seinem tollen Beitrag beschrieben: "Ein Herz für Erzeuger".
Bezüglich deiner Frage nach Abbuchungen vom Girokonto. Das funktioniert derzeit - wenn auch nur indirekt. Allerdings ist die Schnittstelle von PayPal schlecht programmiert worden und wirkt sehr verwirrend. Wenn du einen Account bei PayPal eingerichtet hast und Geld von deinem Konto überweist, so kann dies für unsere Transaktionen benutzt werden.
Wir sind im Gespräch mit PayPal, weil man in Deutschland als Kunde gezwungenermaßen eine Kreditkarte benötigt. Diese wird zwar nicht belastet, solange bei PayPal ein Guthaben vorliegt. Aber wir arbeiten derzeit daran, das System zu verbessern. Ich lade alle Leser ein, mich deswegen oder bei Fragen oder Anregungen direkt zu kontaktieren. Die Sache mit den Kreditkarten hat sich bei der Abrechnung zu einem unerwarteten und sehr störenden Aspekt entwickelt. Wir sind zuversichtlich, dass PayPal gemeinsam mit uns das jetzige System verbessern möchte. Wir sind eine Partnerschaft mit ihnen eingegangen, das Unternehmen hat alleine in Deutschland 15 Millionen Kunden. Wir sind sehr erfreut über deren Reaktionsfreudigkeit bezüglich unserer Anliegen. Wir glauben, PayPal möchte schlichtweg ein großer Anbieter im Mikropayment-Ökosystem werden.
Lars Sobiraj: Manche Verleger sehen eine Chance darin, ihre Inhalte zu schützen, indem sie sogenannte Paywalls errichten. Sie sagten einst, dass alles, was digital ist, auch im Netz via P2P verteilt wird. “Everything which is digitized will be napsterized” Wird es den Verlagshäusern noch leidtun, ihre Hürden für kostenlose Leser aufzubauen?
Cyntia Typaldos: Nun, da ich das einst gesagt habe, würde ich dem natürlich zustimmen. Es ist ein guter Zeitpunkt zu fragen, ob alles napsterized wird, zumal die Londoner The Times Anfang Juli hinter einer soliden Paywall verschwunden ist. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob sich das wirklich rechnet.
Steve Outing hat zu diesem Thema zwei wunderbare Artikel geschrieben: Ich habe nichts gegen Leute, die für Online News etwas bezahlen möchten und The Times vs. Guardian Strategie: total blödsinnig und gleichzeitig geschickt?
Lars Sobiraj: Heutzutage scheint es, jeder möchte alles für lau haben. Glaubst du, es ist möglich die Leute zu überzeugen, dass sie ihr Geld in hochwertige Inhalte stecken?
Cyntia Typaldos: Solange die Spende klein gehalten wird, es keine unnötigen Transferkosten gibt, das System fair und offen gestaltet wurde und es Spaß macht, glaube ich schon, dass das geht. Die Spender bekommen ja wie gesagt auch eine Art sozialer Reputation zurück.
Lars Sobiraj: Ich hörte, ein API für Wordpress, MySpace, Twitter und Facebook befindet sich jeweils in der Entwicklung. Aber ist Kachingle nicht selbst schon so eine Art Soziales Netzwerk mit dem sozialen Feedback?
Cyntia Typaldos: Das Wordpress-Plug-in ist bereits fertig. Das Programm für Twitter ist fertig und befindet sich in der Alpha Testphase. Die Anwendungen für MySpace und Facebook befinden sich momentan noch in der Entwicklung.
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Lars Sobiraj: Wie sieht das Internet in fünf oder 10 Jahren aus? Eine Welt voller Anarchie, voller Barrikaden oder irgendwie etwas dazwischen? Und wo wirst du dich dann befinden?
Cyntia Typaldos: Wow, das ist eine schwere Frage! Es ist schon unmöglich, das nächste Jahr vorauszusagen, geschweige denn, wie es in 5 oder 10 Jahren aussieht. Ich glaube, dass in 5 Jahren die sozialen Bezahldienste für mindestens 30% aller Internet-Surfer zu einer Norm geworden sind. Die Menschen werden den Nutzen ihrer gesteigerten Reputation dazu gebrauchen können, um interessante Informationen, gute Musik, Filme, Applikationen, nette Kollegen oder sogar einen Partner zu finden!
Lars Sobiraj: Schauen wir mal, wo wir in 10 Jahren sind. Hoffen wir einfach das Beste und vielen Dank für deine ausführlichen Antworten!
Lars Sobiraj am Samstag, 10.07.2010 17:09 Uhr
Ich mecker nicht, ich find es nur komisch. ;) ...
Reicht es nicht aus english oder deutsch zu nehmen? Wir werden schauen, dass Kachingle das Interview bei sich auf der Website auch promoted. Und in dem Fall macht nur die deutsche Version für einen US-amerikanischen Anbieter keinen Sinn. Mal eben die Einleitung dazu z ...
warum müssen einige immer über die news meckern? ...
Reicht es nicht aus english oder deutsch zu nehmen? ...
Freiwillige Spenden versus obligatorische PayWall. Mikropayment-Dienste werden neben den Werbeeinnahmen zunehmend zu einer wichtigen Einnahmequelle für Blogger und Betreiber kommerzieller Websites. Wir sprachen kürzlich mit der Kachingle-CEO Cyntia Typaldos. [url=http://www.gulli.com/news/kaching ...
Lars Sobiraj am 10.05.2012, 13:17 Uhr
Zoe.Leela ist Sängerin und eine engagierte Kritikerin der GEMA, die sich aus ihrer Position als Kreative heraus in der Urheberrechtsdebatte zu Wort meldet. In ihren "vier Thesen" behandelt sie unter anderem die mangelnde Transparenz, den undemokratischen Aufbau und die ungerechte Verteilung der Einnahmen der GEMA. Künstler, kleine Labels und Käufer seien die Verlierer, kritisiert sie.
Lars Sobiraj am 10.05.2012, 17:25 Uhr
Der Anbieter "TIME for kids" bezeichnet sich selbst als "langjähriger Vorreiter im Kinder- und Jugendschutz in Deutschland". Die Software des Unternehmens blockiert derzeit an diversen Schulen von Nordrhein-Westfalen den Zugang zum Wahlprogramm der Piraten. Die Webseite wurde von der automatischen Filtersoftware als möglicher Marktplatz illegaler Drogen ausgemacht und gesperrt.
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