
Wegen der Verbreitung zahlreicher urheberrechtlich geschützter Songs hatte Joel Tenenbaum seit geraumer Zeit mit einer rechtlichen Auseinandersetzung zu kämpfen. Die Recording Industry Association of America (RIAA) hatte ihn verklagt. Gemeinsam mit dem Rechtsprofessor Charles Nesson nahm er den Kampf vor Gericht auf. Im August vergangenen Jahres folgte das Urteil. Tenenbaum unterlag und sollte 675.000 US-Dollar Schadensersatz für 30 Songs leisten.
Ein Betrag, der unmöglich zu stemmen war. Auch die Bundesrichterin Nancy Gertner betrachtete den Betrag als verfassungswidrig. In einer gestern stattgefundenen Anhörung bestätigte sich dies. Der Betrag wurde um 90 Prozent gemildert. Damit ist bei Joel Tenenbaum nun dasselbe Ereignis eingetreten, wie auch zuvor bei Jammie Thomas-Rasset. Ob die RIAA diese Entscheidung akzeptieren kann, ist unklar. Sollte sich der Verband jedoch weigern, wird das Verfahren erneut vollständig aufgerollt.
Auch Richterin Gertner geht davon aus, dass die RIAA gegen ihre Entscheidung vorgehen will: "Die Kläger haben in diesem Fall jedoch uneingeschränkt klar gemacht, dass sie - um es mild auszudrücken - alles fordern werden. Sie haben bei der Verhandlung bestätigt, dass sie eine reduzierte Summe vermutlich nicht akzeptieren werden."
Wie sehr sich Richterin Gertner gegen dieses Urteil lehnt, bestätigt ihre Formulierung auf der sechsten Seite der Gerichtsunterlagen:
"Ich reduziere den Betrag der Jury auf 2.250 US-Dollar pro verletztem Werk, also das Dreifache des Minimum-Schadensersatzes, was zu einer Gesamtsumme von 67.500 US-Dollar führt. Dieser Betrag ist erheblich höher, als wie wenn ich das Urteil unabhängig gefällt hätte. Aber die Aufgabe den angemessenen Schadensersatz zu bestimmten lag in diesem Verfahren bei der Jury, nicht beim Gericht. Ich habe den Betrag lediglich auf den größten Betrag reduziert, den die Verfassung in Anbetracht der Fakten dieses Falles zulässt."
Die Summe ist natürlich nach wie vor erdrückend hoch. Die Entscheidung von Richterin Gertner sendet jedoch ein deutliches Signal und könnte - wie zuvor Jammie Thomas-Rasset - Präzedenzfälle schaffen. In jedem Falle wird dadurch klar, dass bei Urheberrechtsverletzungen kein exorbitanter Schadensersatz verlangt werden kann. Für die Kläger steigt das Prozessrisiko somit ebenfalls.
Joel Tenenbaum zeigte sich hocherfreut über das Urteil. In einem Telefoninterview mit dem Boston Globe erklärte er, dass es kaum bessere Nachrichten geben könnte. Den Betrag könne er aber nach wie vor nicht bezahlen. Doch selbst wenn er den Betrag bezahlen könnte: Weder die Künstler, noch die Labels würden etwas davon erhalten. Wie die RIAA gegenüber TorrentFreak bestätigte, würde der Betrag in neue Anti-Piraterie-Kampagnen fließen.
Klaus Müller am Samstag, 10.07.2010 11:31 Uhr
Ich verstehe die RIAA nicht. Ich sage immer ganz oder gar nicht. Wenn man schon irgendeinen Studenten auf völlig utopische Summen verklagt, wieso dann nur 675.000$ ? Wieso nicht gleich 675 Mio $ oder 675 Milliarden$ Da der Junge doch eh nichts hat, hätten sie ja auch gleich in die vollen gehen kö ...
... Problem: Sowas klappt heute nicht mehr -... Für die einen vielleicht, wieder anderen isses egal und ein kleine Gruppe bekommt Angst, dann gibts sogar noch Leute die glauben das wäre richtig. Das ist noch genauso wie damals, kein Stück anders. ...
Jo. Siehe brokep und die anderen 2 von tpb ... Leute wie die werden in gewissen Kreisen schnell mal sehr bekannt. Mich solls nicht stören - flattr ist auch 'ne nette Idee... btw: Wann geht der "Hafen" dem mal "unter" (down) ? Goldsteal ...
Einfach ausgedrückt: Exemplarische Bestrafung. Quäle einen und der Rest hat genug. Problem: Sowas klappt heute nicht mehr - solche Leute werden eher zu Märtyrern - das geht heute ja auch ohne zu sterben ^^ ...
welchen sinn macht dann das ganze wenn im auftrag der künstler geklagt wird, aber kein müder cent an dieselben geht ? erschiessen ? wenn dann diejenigen von der ci mafia 67.500$ wissen die eigentlich wielange ein normalsterblicher dafür arbeiten muss ? selbst wenn eine ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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