
Laut Bericht waren Besitzer von Windows-PCs im Mai einer Welle von Windowsblockern ausgesetzt, die eine neue Variante der Lösegeldzahlung entwickelt haben. Bei diesen "Windowsblockern" handelt es sich um Schadsoftware, die die Daten verschlüsselt und erst nach Eingabe eines Freischaltcodes wieder entschlüsselt. Verzweifelten Nutzern, die nicht mehr an ihre Daten kommen, werden diese Codes für teures Geld angeboten. Während der Durchschnitt in den letzten Monaten bei etwa 1.500 Blockern pro Tag lag, schnellte die Zahl an vier aufeinander folgenden Tagen auf bis zu 215.000 entdeckte Programme innerhalb von 24 Stunden hoch. Bis zum Ende des Monats blieben die Erkennungsraten auf einem konstant hohen Niveau. Insgesamt wurden 920.000 Trojan.Winlock Programme durch Doctor Web aufgespürt, damit ist der bisherige Rekordstand im Januar 2010 geschlagen. Und nicht nur die reine Quantität solcher Angriffe nahm nach Angaben von Doctor Web zu: Die Internet-Kriminellen haben zudem ihre Methoden verfeinert. Statt SMS-Payment setzen die Cyberkriminellen beim Entrichten des "Lösegeldes" mittlerweile häufig auf E-Payment-Dienste wie WebMoney, RBKMoney oder Wallet One. Durch die neue Abrechnungsvariante umgehen die Erpresser die gemeinsamen Anstrengungen von Mobilfunk-Betreibern und Strafverfolgungsbehörden, die Kriminellen über die verwendete Handy-Nummer ausfindig zu machen. Durch verschiedene Tricks - wie das Ausdrucken gefälschter Freischaltcodes - wurde zudem versucht, die bezahlte Summe in die Höhe zu treiben. Die Schadprogramme und ihre Modifikationen werden standardmäßig als Trojan.Winlock-Programme erkannt. Doctor Web weist darauf hin, dass im Internet die Freischaltcodes für die gängigen Malware-Varianten angeboten werden. So kann man seinen Rechner wieder benutzbar machen, um zumindest ein Backup zu erstellen.
Neben den Windowsblockern waren auch sogenannte Bootkits, die sich im Master-Boot-Sektor der Festplatte einnisten, nach wie vor beliebt. Hier entdeckte Doctor Web mehrere neue Varianten, die verschiedene destruktive Ziele verfolgen. Ebenso werden nach wie vor Fake-Antiviren-Programme (Scareware) verteilt. Hier geht der Trend allerdings zu einer geringeren Anzahl und einer gleichzeitigen Verfeinerung der Angriffsmethoden.
Der Anteil an mit Malware verseuchten E-Mails nahm im Mai insgesamt ab. Dies führen die Sicherheitsforscher auf eine geringere Aktivität der großen Botnets zurück. Worauf diese genau zurückzuführen ist - Takedown-Bemühungen, die Lage auf dem Cybercrime-Markt oder bereits der hitzebedingte Verzicht vieler Menschen auf den PC - läßt sich aus dem Sicherheitsreport allerdings nicht entnehmen.
Quelle: IT SecCity
Bild: "Virus" bei TrollGirl @ DeviantArt
Annika Kremer am Sonntag, 27.06.2010 13:15 Uhr
Ich denke ich muss mathmos hier zustimmen, in fast allen Fällen bei welchen sich Computer mit Trojaner/Virus/Maleware infiziert sitzt das eigendliche Problem vor dem Rechner. Wie üblich ist das einzige was gegen solche Infektionen hilft das kostenfreie und installationsfreie Freeware-Produkt *comm ...
Lasst mich mal raten: es sind vorzugsweise Betriebssysteme unseres geliebten Weltmarktführers aus dem lieblichen Redmond von derartigen Erpresser-Trojanern betroffen? :beer: ...bei denen ein Layer8-Problem besteht. ...
Lasst mich mal raten: es sind vorzugsweise Betriebssysteme unseres geliebten Weltmarktführers aus dem lieblichen Redmond von derartigen Erpresser-Trojanern betroffen? :beer: ...
@Opis_Wahn: Dein Vorposter wollte aber nicht Kritik üben, sondern eine inhaltliche Frage stellen ;) "beipflichten" ist daher wohl nicht ganz das richtige Wort. Im Übrigen würden sich wohl viele Leser schön bedanken, wenn ich in jeden IT-Sec-Artikel die ganze Latte an Hintergrund-Informationen hi ...
Wie willst du die Malware denn umgehen, wenn die Daten verschlüsselt wurden? :confused: Ansonsten ist das halt einfach Schadcode. Wieso sollte man sich diesen auf andere Weise einfangen, als den "0815-Trojaner"? ...
Julian Wolf am 27.05.2012, 21:08 Uhr
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