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gullis C'n'B Rückschau

Zeitgleich zum Festival c/o pop lief vom 23. bis 25. Juni in Köln auch die C'n'B, die Creative Business Convention. Wir waren gestern in Deutz am Rhein vor Ort.

Thematisch hat man sich dieses Jahr sehr breit aufgestellt. Sowohl die angebotenen Panels, als auch die Aussteller und Besucher kamen aus den verschiedensten Bereichen der Wirtschaft. Neben Mitarbeitern aus der Musikbranche, Mode, Kunst und Werbung kamen Techniker, Designer, Architekten, Softwareentwickler aber auch Vertreter der Porno- und Gamesindustrie waren präsent.

Ziel war eine Vernetzung untereinander, weswegen es verschiedene Orte für ein Meet & Greet gab, wo man Infos und die Visitenkarten austauschen konnte. Manche Personen aus der Musikwirtschaft war das ein wenig zu viel Offenheit. Bei so vielen unterschiedlichen Teilnehmern wurde es zunehmend schwer die richtigen Ansprechpartner zu finden. Am Freitag waren zudem schon manche Angereiste, wie etwa der BVMI-Vorstandsvorsitzende Dieter Gorny, wieder nach Hause beziehungsweise an den Ort ihres Schaffens gereist. Die GEMA, sonst ein Dauergast der Veranstaltung, ist derzeit damit beschäftigt, ihre bald stattfindende ordentliche Mitgliederversammlung zu organisieren.

Manche Gäste fühlten sich ein wenig verloren. Andere zogen es vor sich mit ihren Gesprächspartnern nach draußen zu setzen, wo die Luft deutlich besser als im piekfeinen Gebäude angrenzend an den Messekomplex war. (siehe Fotos) Am Eingang mancher hochpreisiger aber schlecht besuchter Seminare wurde nicht kontrolliert und so durfte man sich als Zuhörer kostenlos dazusetzen. Zu den Workshops durfte man leider nicht zu spät kommen. Wer auf der Autobahn im Kölner Stau stand, wurde rund zwanzig Minuten nach Beginn der Workshops nicht mehr eingelassen. Man könnte sonst die Interaktion stören, hieß es. Vielleicht sollte man sich als Reisender an den Gedanken gewöhnen, dass es in einer Großstadt wie Köln zwei Straßen mit dem gleichen Namen gibt. Manchem Besucher erging es wie mir, der anstatt bei der C'n'B in Köln-Deutz rund zehn Kilometer weiter entfernt im Nirgendwo gelandet ist. Wenig hilfreich erschien nicht nur in diesem Zusammenhang die Gestaltung der Website, für dessen Benutzung ein eigener Kompass angemessen erschien. 100 Referenten, bis zu 8 Tracks gleichzeitig und 34 Stunden Programm wurde den Angereisten alleine gestern und vorgestern geboten. Höhepunkte war unter anderem der Workshop von Hergen Wöbken, dem Direktor des Instituts für Strategieentwicklung (IFSE), der dem geneigten Fachpublikum seine digitalen Strategien aus der Talsohle präsentierte. Ganz neue "Einsichten" wurde den Besuchern am Donnerstag im Rahmen des Seminars „From the XXX to $$$ - Learning from the adult entertainment“ geboten. Die Manager der Branche hatten direkt ein paar Models zur Ansicht mitgebracht. Von dem florierenden und multimedialen Frischfleischgeschäft können andere Branchen lernen, so die Ankündigung. „Was im Porno nicht funktioniert, funktioniert nirgendwo.“ Hoffentlich schafften es die Besucher am Donnerstag sich nicht von den leicht bekleideten Darstellerinnen allzu sehr ablenken zu lassen. Tatsache ist aber, dass die Pornobranche in der Vergangenheit schon häufiger mit innovativen Ideen vorangeschritten ist.

Interessant auch das Seminar, das hinterfragen sollte, ob man dem allgegenwärtigen Hype der Mobile Apps zu viel Aufmerksamkeit schenkt. Sechs Teilnehmer aus der Branche beleuchteten, ob man die Marketingstrategien vieler anderer Wirtschaftszweige anpassen sollte. Werden Buchhändler, Verlagshäuser & Co. wirklich von Geräten wie dem iPad profitieren können? Oder verbleibt der Gewinn lediglich bei Apple selbst?

Zu hören und zu sehen gab es gestern und vorgestern also genug, war man in der Lage, sich aus der unüberschaubaren Vielzahl der Angebote das Passende herauszusuchen. Manche Besucher vermissten kontroverse Panels, bei denen es zur Sache hätte gehen können. Vieles erschien selbst Fachbesuchern überaus speziell oder war etwas weichgespült. Sich zu treffen, mögliche Geschäftspartner aufzutreiben und ein wenig sich selbst zu feiern stand da für viele Gäste im Vordergrund.

Und wem das nicht gelang, der konnte gestern kurz vor Ende draußen ein wenig Freibier genießen. Oder aber später eines der vielen angebotenen Konzerte der c/o pop besuchen. Bleibt zu hoffen, dass die Organisatoren ihr Event auch nächstes Jahr wieder in der gleichen Location veranstalten. Ansonsten könnte der eine oder andere Gast erneut von der Website, Google Maps oder seinem Navi in die Irre geführt werden. Wir werden wieder vor Ort sein.

Lars Sobiraj am Samstag, 26.06.2010 17:14 Uhr

tagsTags: c/o pop

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