Aufgrund des Umfangs der Vorträge und Lesungen fällt es schwierig, gezielt einige davon herauszunehmen und vorzustellen. Einige erweckten jedoch durchaus eine gewisse Aufmerksamkeit, so dass eine tiefgreifendere Betrachtung sinnvoll erscheint.
Konkret geht es um einen Vortrag von Jim Griffin, welcher über ein legales, bezahltes P2P-Musikprogramm referiert hat. Wohlgemerkt wird dieses Programm in wenigen Monaten an zahlreichen US-Universitäten starten. Konkret geht es um eine Lösung für die zahlreichen Urheberrechtsverletzungen, die tagtäglich im Netz stattfinden. Mithilfe von Playlouder MSP sowie Virgin Unlimited wird man ein bezahltes und legales Musikangebot an US-amerikanischen Universitäten anbieten, das auf P2P-Basis fungiert. "Der Plan sieht vor, dass das nächste Schuljahr für Tests und Experimente genutzt wird", so Griffin. Dabei geht es in der ersten Phase primär darum, ein akzeptables Preismodell zu kreieren, weshalb an allen Universitäten unterschiedliche Angebote zur Verfügung gestellt werden. Erst wenn diese Tests positiv verlaufen sind, kann über eine weitere Nutzung nachgedacht werden. "Wir haben Studenten, die uns gesagt haben, dass es ihnen 20 US-Dollar wert wäre - zu teilen was sie teilen wollen", erklärte Griffin gegenüber einigen anwesenden Gästen auf der Veranstaltung. Es hätten sich bereits tausende Studenten für die Testphase angemeldet, das Interesse wäre unglaublich groß. Ein interessanter Faktor der wider der Erhebungen der Musikindustrie ist, die stets damit aufwartete, dass man nicht mit kostenlos konkurrieren könnte. Offensichtlich ist dem nämlich nicht so. Die hierfür neu gegründete Verwertungsgesellschaft Choruss LLC kümmert sich dabei um die Einziehung und Weitergabe der Gebühren.
"Es ist ein Markt, den viele abgeschrieben haben und von dem viele gesagt haben, dass sie nicht Willens sind, dafür zu bezahlen. Die Leute haben es diesmal mit ihrem eigenen Geld beeinflusst: Studentenvertreter haben selbst festgelegt, wie viel man bereit ist, für Musik zu zahlen. Sie wollen nicht für das Produkt Musik bezahlen, aber für den Service Musik. [...]. Als Industrie machen wir nicht viele Tests oder Experimente, um zu lernen, ab welcher Preisgrenze jemand bereit ist am System teilzuhaben", erklärte Griffin zum bisherigen Verhalten der Musikindustrie, welche sich stets gegen ein Pauschal-Angebot gewehrt hatte. Sollte die erste Testphase erfolgreich verlaufen, so plant Choruss, den Dienst über alle Provider des Landes anzubieten. Auch über den Streitpunkt der gleichmäßigen Verteilung der Einnahmen scheint man sich irgendwie Gedanken gemacht zu haben. "Wir sind nicht da um Informationen aus den Netzwerken der Studenten zu holen, das würde ihre Privatsphäre verletzen. Wir müssen sicherstellen, dass eine akademische Selbstregulierung respektiert wird."
Wer jetzt darauf hofft, dass Griffin Details zur Funktionsweise verrät, der irrt. Denn so schön dieser Ansatz auch geredet wird, wirft er doch einige Probleme auf, die man gerne totschweigen würde. Choruss sowie die Labels werden einen großen Anteil der Gelder erhalten. Eine Tatsache, die nicht besonders überrascht. Auch beachten sollte man, dass es sich hier weniger um eine "Lizenz" im eigentlichen Sinne handelt. Vielmehr möchte man dies als Ausgleich anbieten, um nicht mehr juristisch gegen die Universitäten und ihre Studenten vorzugehen. Im schlimmsten Fall setzt sich in der Öffentlichkeit sogar der Ansatz durch, dass Filesharing von urheberrechtlich geschützten Medien vollends legal ist, weil es ja über das Netzwerk des Campus auch funktioniert. Bis ein solcher Dienst weitläufig ausgerollt ist, werden bereits viele weitere abgemahnt worden sein, von Rechteinhabern, die nicht an diesem Projekt teilnehmen. Von diesen gibt es nämlich nach wie vor zur Genüge. Der prinzipielle Ansatz mag anfänglich sicherlich interessant und gut wirken, schließlich wirkt es, als ob die Labels Filesharing legalisieren möchten. Unterm Strich bleibt jedoch eine Mogelpackung, die lediglich versucht, den Anschein einer "Kulturflatrate" zu haben, an diese jedoch nicht ansatzweise heranreicht.
Zumindest wurden einige der anfänglichen Kritikpunkte seit dem Aufkeimen dieser Idee überarbeitet und man muss gestehen, dass sich der Plan dahinter erheblich positiv weiter entwickelt hat. Insbesondere der Faktor, dass man es anfänglich wie eine "Musiksteuer" mit Pauschalpreis verkaufen wollte, hat man durch die freiwillige Teilnahme und Preisgestaltung vorerst genommen. Man sollte gute Tendenzen, auch wenn diese nicht sofort überwältigen, zumindest beobachten. (Firebird77)
(via theregister, thx!)
(Bild via p2pnet, thx!)
News Redaktion am Donnerstag, 11.06.2009 17:29 Uhr
sowas wird aber nie geschehen.... (leider) ...
Ich finds gut. Kommt halt drauf an, welche Labels da mitmachen würden. Wenn es genug machen wäre es mir auch 20$ wert. ...
also nen zwanni wär ich auch gerne bereit abzudrücken. dann aber nur für ein komplettangebot und nicht nur für musik. ein zwanni ist ein fairer preis und ausserdem werden so leute wie der gravi dann arbeitslos :D ...
Kulturflatrate FTW! ...
Ich zahle nicht für P2P.. ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.