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Anomos: Anonymes Filesharing auf dem Vormarsch

Anonymes Filesharing mit regulären Torrent-Dateien wäre der pure Horror der gesamten Content-Industrie. Abmahnungen wären dann nicht mehr möglich. Das Projekt Anomos ist nicht mehr allzu weit von dieser Zukunftsvision entfernt.

Bereits letzten Monat wurde Version 0.9.2 des Clients von Anomos für Windows und Linux veröffentlicht. Dieser kann von hier heruntergeladen werden. Die Version für den Mac ist hier verfügbar. Im Gegensatz zu Tor, Freenet oder I2P braucht man dafür keine extra Services im Hintergrund, die separat konfiguriert werden müssen. Anomos steht für sich alleine. Der Client wurde zudem so einfach wie möglich aufgebaut, um Anfängern die Benutzung zu erleichtern. Auf den ersten Blick ist kein Unterschied zu den anderen BitTorrent-Programmen erkennbar. Anomos ist eine Modifikation des regulären BitTorrent-Protokolls. Denn im Gegensatz zu den normalen BitTorrent-Transfers wird der Datenfluss strikt verschlüsselt durch ein gemischtes Netzwerk von Peers geleitet. Niemand weiß, wer einen Upload oder Download durchführt und wie die Informationen beschaffen sind.

Administrator Rich klärt die Anwender der letzten Betaversion im eigenen Forum auf: „Anomos kann eure Downloads nicht auf magische Art und Weise anonymisieren. Ihr könnt die gleichen Torrent-Dateien wie die von The Pirate Bay benutzen, die beinhalten aber nur die Metadaten. Jemand anderes muss die gleiche Datei auf dem gleichen Anomos Tracker anbieten, damit ein Transfer zustande kommen kann.“ Noch ist nicht aller Tage Abend für die Content-Industrie. Denn momentan kommt es noch unter verschiedenen Betriebssystemen zu kleineren Problemen. Sobald Anomos fertig ist und man dieses wie geplant in einen der regulären BitTorrent-Clients einbindet, so würde die Anzahl der Anwender sprungartig ansteigen, was das Anbebot für alle interessant macht.

Die Achillesferse des Systems ist ähnlich wie bei Napster der zentrale Server. Rich Jones sagte im Rahmen unseres Interviews vor 18 Monaten: „(...) die Identität des Trackers ist bekannt, weswegen wir keinen öffentlichen Tracker in den Vereinigten Staaten laufen lassen können. Es gibt aber glücklicherweise Nationen mit Regierungen, die noch nicht korrumpiert wurden. Und wo es den Bürgern möglich ist, öffentliche Tracker zu installieren.

Auch zum Thema Musikwirtschaft fand er damals sehr klare Worte: „Es ist der verzweifelte Versuch P2P für die absolut beschissene moderne Mainstream-Musik verantwortlich zu machen. Ganz ehrlich, das ist der wahre Grund, warum niemand mehr Platten kauft. (...) Ich würde es begrüßen, wenn es Künstlern wie auch Produzenten von Inhalten möglich ist, von ihrem Geschäft zu leben. Die Industrie sollte sich aber wie ein Service mit einer freiwilligen Unterstützung zum Wohl der Konsumenten verstehen. Anstatt sich an die Gegebenheiten der Zeit anzupassen, verschickt die RIAA ihre Erpresserbriefe an junge Leute und korrumpiert unsere Regierung. Wer sich so verhält, kann von mir aus zum Teufel gehen. Natürlich wird es mit Anomos unmöglich sein zu beweisen, dass gegen Urheberrechte verstoßen wurde. Ich hoffe, sie werden nicht mehr in der Lage sein, irgendjemanden zu verklagen.

Sobald Anomos in vollem Umfang läuft, werden Kanzleien wie Rasch, Schutt & Waettke, Kornmeier, Waldorf und Konsorten keine Chance mehr für ihr Treiben haben. Der Blog des Projekts befindet sich hier.

Video: Kurzpräsentation von Anomos von Projektleiter Rich Jones auf dem 25C3.

Lars Sobiraj am Freitag, 25.06.2010 12:37 Uhr

tagsTags: the freenet project freenet anomos

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154 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • DaTroubler am 14.08.2010 11:52:54

    File transfers through Anomos are anonymous. After being sent, packets are routed through a number of intermediary nodes before reaching their final destination. These intermediary nodes can only confirm that their neighbors are participating in the network, they cannot confirm that their ...

  • am 10.07.2010 22:32:52

    Und ich finde immer noch, dass es zu Warten gilt, bis ein Fall, der GENAU mit der Benutzung so eines Programms in Zusammenhang steht eintritt. Bis dahin halte ich das direkte Übertragen eines Urteils, das sich auf offene WLAN Netze bezieht für unnötige Paranoia. (Sonst kö ...

  • Farzi am 04.07.2010 00:12:29

    Da inzwischen Openflattr in Arbeit ist, mache ich mir da weniger Sorgen. Open hört sich doch schon viel besser an. Vieleicht wird da sogar was draus. Wenns quasi ein patentfreier Standard wird, ist das natürlich eine edle Sache. Nebenbei: Du ...

  • ArneBab am 03.07.2010 23:10:51

    Flattr ist ein überflüssiger Zwischenhändler. Zwischenhändler kosten immer Geld. Die Version, bei der sich bei Klick auf ne Kontonummer die Homepage der Hausbank öffnet oder die installierte Finanzsoftware meldet, wär mir lieber. Und sie wäre auch anbieterunabhängiger! Wer will schon ...

  • Farzi am 03.07.2010 13:30:48

    Du musst ansonsten klar machen, dass du sie nicht autorisiert hast (und meine Info ist von vor November 2009). Und was machst du, wenn bei der anderen Bank eine gefälschte Ermächtigung liegt? Ich glaub, der Vorschlag mit der Anzeige wegen Urkundenfälschung ist scho ...

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