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Filmwirtschaft sieht keine Alternativen zu Netzsperren

Auf der Fachmesse Cinema Expo in Amsterdam wurde heute lange und heiß über die möglichen Maßnahmen gegen die Filmpiraterie diskutiert. Die eigene Verwertungskette stellte man dabei nicht infrage. Der Gesetzgeber sei mit härteren Gesetzen und Netzsperren gefragt.

In Amsterdam feiert aktuell die Cinema Expo ihr fünfzehnjähriges Bestehen. Nach einem einstündigen Vortrag von Frederick Huntsberry, dem Chief Operating Officer von Paramount Pictures, folgte eine ebenfalls einstündige Diskussion zum Thema Piraterie. Im Rahmen des Vortrages wurde herausgestrichen, dass innerhalb der EU bis 2015 insgesamt 1,2 Millionen Jobs zerstört und 240 Milliarden Euro Verlust angerichtet werden. Als Grund dafür wurde die Piraterie im Internet angegeben. Herr Huntsberry stellte diese Verluste den angenommenen Gewinnen der Websites mit illegalem Inhalt, Foren mit einer Linksammlung zu Filehostern (Börsen) und den One Click Hostern in einen direkten Vergleich. Er schätzte, dass zum Beispiel der Filehoster MegaUpload von Kim Schmitz jährlich zwischen 25 bis zu 215 Millionen Euro an Gewinn einfahren soll. Die Ungenauigkeit kommt dadurch zustande, dass niemand aus der Filmindustrie weiß, wie viele Premiumkunden es dort mit einem bezahlten Zugang gibt. Der Referent stellte zumindest folgerichtig fest, dass immer mehr Filesharer von den Peer-To-Peer Börsen zu den Streaming-Websites und Sharehostern abwandern. Für den Download eines Filmes via P2P droht eine Abmahnung. Zumindest in Deutschland ist der Konsum von Filmen via kino.to & Co. bislang nicht ausdrücklich verboten, weil der Film hinterher nicht in Form einer Datei vorliegt. Der COO von Paramount Pictures forderte ein Paket aus Maßnahmen, um derartigen Anbietern den Garaus zu machen. Strafrechtliche Maßnahmen der Gesetzgeber seien jetzt gefragt.

Die Verwertungskette der Filmindustrie gedenkt man aber noch immer nicht aufzubrechen. Auf Nachfrage des Magazins Blickpunkt:Film sagte Huntsberry, dass sein Unternehmen am Vier-Monats-Fenster nichts ändern will. Mögliche Ausnahmen wären lediglich wichtige Termine wie das Weihnachtsgeschäft. Ansonsten würde man sich „ins eigene Bein schießen“. Würde man DVDs und Blu-ray Medien früher verkaufen, so wären auch die hochwertigen Rips eher im Internet verfügbar.

Seine Aussagen decken sich völlig mit den Äußerungen der deutschen Vertreter der Filmwirtschaft auf dem DACH-Branchenforum der GVU letztes Jahr. Auch dort wurde der Ruf nach Netzsperren und der Verfolgung von illegalen Anbietern laut. Die Internet-Anbieter wurden von den Managern zu „Torstehern für illegale Anbieter im Netz“ degradiert.

Leider waren auch dort keine Pläne zu hören, dass man an einem umfangreichen Download-Portal für die Kunden arbeiten würde. Im Laufe des letzten halben Jahres hat sich offenbar kaum etwas an der Grundeinstellung der führenden Vertreter der Filmwirtschaft geändert.

Geändert hat sich aber etwas an der Verfügbarkeit der Webwarez-Seite Oxygene-Warez. Rund zwei Wochen nach dem Bust ist die Website wieder online. Derzeit gibt es Serverprobleme und lediglich ein Chat ist den Besuchern möglich, doch am dortigen Filmangebot wird sich auf Dauer nichts ändern. Bleibt zu hoffen, dass die Filmindustrie nicht dem schlechten Beispiel der Musikwirtschaft folgen und erst dann ihre Ausrichtung ändern wird, wenn die finanziellen Verluste noch schmerzlicher werden.

Lars Sobiraj am Dienstag, 22.06.2010 20:30 Uhr

tagsTags: dach gvu paramount picture's expo cinema huntsberry

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107 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Diablokiller999 am 25.06.2010 13:17:44

    hat Karstadt nur nix von wenn dann keiner mehr klaut, Fort Knox wird schließlich auch nicht ohne Grund nicht ausgeraubt^^ Dann wäre aber das gesamte Personal und die Überwachungstechnik ein fettes Geldgrab geworden. Was aber nicht heißt das man Ladendiebstahl billigen soll, aber aus gutem Grund ...

  • Killigan am 24.06.2010 21:12:05

    Ich ahbe nie behauptet das sie wegen Ladendieben pleite gingen. Wenn sie aber aus Ladendieben profit schlagen könnten hätten sie eine zusätzliche Einnahmequelle gehabt. Ich habe eigentlich gedacht, du meintest das ironisch. Meinst du das jetzt im Ernst so? Oder wa ...

  • ironkung am 24.06.2010 20:33:41

    aber gut lassen wir dich in dem glauben es hätte an Ladendieben gelegen und nicht daran das Karstadt keine einzige Ladenfilliale gehört hat. Ich ahbe nie behauptet das sie wegen Ladendieben pleite gingen. Wenn sie aber aus Ladendieben profit schlagen könnt ...

  • alter_Bekannter am 24.06.2010 20:26:29

    Er will nicht verstehen. Dieses verdrehen von Aussagen hatten wir bereits. Mehrfach. Als ich dann auch noch gewagt habe, zu fragen, warum er anstatt auf die Einwände einzugehen, daraus irgendwelche Unterstellungen dichtet, war es eben so weit, dass er sich komplet ...

  • ironkung am 24.06.2010 19:51:05

    Was ihnen nichts nützen wird. Es kann sein, dass Aldi sich wünscht, du bekommst nun ein Strafgeld von 50.000€ aufgebrummt bekommst. Die Staatsanwaltschaft wird das Verfahren einstellen. Hätte Karstadt ewtl. retten können. Wenn jeder erwischt Ladendieb 1000₠...

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