
Der neueste, 260 Seiten starke IT-Sicherheits-Bericht des Kommunikationsausschusses des Repräsentantenhauses hat es in sich. Angesichts einer stetig steigenden Anzahl von Behörden und Unternehmen, die Opfer von IT-Verbrechen werden, sieht man Handlungsbedarf. In dem Epos sprechen sich die Verantwortlichen für die Einführung einer nationalen Cybersicherheits-Strategie aus. Zu diesem Zweck soll eine zentrale Koordinationsstelle errichtet werden. Zudem will man eine Behörde einrichten, bei der IT-Straftaten zentral gemeldet werden können. Die Ermittlungsbehörden sollen besser geschult werden, mit derartigen Verbrechen umzugehen, und sollen sich im Hinblick auf Koordination und Informationsaustausch verbessern. Zudem soll auch die Zusammenarbeit zwischen der Regierung und dem privaten Sektor im Bereich der IT-Sicherheit und der Bekämpfung von Computerkriminalität verbessert werden.
Während diese Pläne niemanden überraschen, der sich in den letzten Jahren mit IT-Sicherheit befasst hat - gleichen sie doch den Absichtserklärungen beispielsweise der US-Regierung sehr genau - sind andere Vorschläge fast schon als skurril zu bezeichnen. So sollen sowohl Provider als auch Privatpersonen und Unternehmen verpflichtet werden, das Netz von Computerviren freizuhalten. Konkret bedeutet das, dass in dem Bericht empfohlen wird, die Installation von Antiviren-Software und Firewall vorzuschreiben. Diese müssten laut dem Vorschlag installiert sein, "bevor die Internet-Verbindung aktiviert wird". Zudem sollen die Benutzer verpflichtet sein, ihre Schutzsoftware auf dem neuesten Stand zu halten und im Falle einer Infektion alles Zumutbare zu unternehmen, um ihre Rechner zu säubern.
Den Internet Service Providern (ISPs) käme nach Wunsch des Ausschusses die Aufgabe zu, ihre Kunden über Sicherheitsthemen zu informieren und ihnen beratend zur Seite zu stehen. Wird ihnen bekannt, dass eine bestimmte IP-Adresse zu einem infizierten Computer gehört, müssen sie den betreffenden Kunden über die Infektion informieren. Reagiert dieser nicht, sollen die Anbieter den Zugang zum Internet - ähnlich einer Three-Strikes-Regelung - schrittweise einschränken, bis hin zu einer kompletten Trennung vom Internet.
Um Malware-Infektionen frühzeitig aufzuspüren, soll die Australian Communications and Media Authority das Netz verstärkt überwachen. Kritiker sehen hier die Gefahr eines weiteren Anwachsens staatlicher Kontrolle, insbesondere, da noch unklar ist, ob es bei dieser Maßnahme rechtlichen Schutz für die Betroffenen geben soll.
Quelle: The Register
Annika Kremer am Dienstag, 22.06.2010 18:21 Uhr
Wenn die ne 100% Sicherheit haben wollen, sollen die das machen machen wie beim Opera mobil, alle Daten über Ihren Server laufen lassen Die Diskussion über Zensurmaßnahmen in Australien ist nebenan. ...
der hat noch nie Windows aufgespielt der Typ ^^ Du kannst es auch nachträglich aktivieren..aber irgendwie hast du schon recht :D sowas ist einfach verdammt doof ...
Unter Linux braucht man sowas nicht, WindowsXP und Nachfolger haben ne intregierte Firewall, sogar die Router haben doch heute eine... Das wissen viele schon nicht. Wenn die ne 100% Sicherheit haben wollen, sollen die das machen machen wie beim Opera mobil, alle Daten über Ihren Server laufen lass ...
Hm. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt ._. ...
Eine Regierung, die kritisches Nachdenken und gesunden Menschenverstand fördern will? Das glaubst du doch selbst nicht. ;) ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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