
„Mein Werk gehört mir!“ - Mit diesem affirmativen Responsorium psalmodierte sich der Journalist Ulrich Wickert zum Auftakt der „Berliner Rede zum Urheberrecht“ am 14. Juni 2010 in der Berliner Akademie der Wissenschaften durch sein persönlich-anekdotisches Credo zum Thema „Geistiges Eigentum“. In einer bemerkenswert anti-intellektuellen Einführung zur „Berliner Rede zum Urheberrecht“ von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gewährte die frühere ARD-Ikone einen Einblick in die Schreibstube eines Autors und in seine Handwerkskiste.
„Mein Werk gehört mir!“ schleudert er jenen „radikalen Internetnutzern" entgegen, die „freien Zugang zu allen Inhalten“ fordern, wobei sie unter „frei“ die Freiheit „vom Zwang zu bezahlen“ verstünden. Aber auch Reaktionen seiner Leser, die sich ein „anderes Ende“ eines seiner Romane wünschten, schleuderte er wahrhaft olympisches Gelächter der spottenden Verachtung entgegen:
"Mein Ende gehört mir! Und ich will es geschützt wissen“, denn: „Das Recht an meinem Werk schützt nicht nur die Verbreitung, sondern auch den Inhalt“. Der Autor als der absolutistische Herrscher über sein ihm untergeordnetes Werk, der Übervater, dessen Geistes Kind nur in seinem Lichte gedeihen kann. „Darum heißt es auch Urheberrecht: denn der Urheber hat immer Recht“ kalauerte mein Vater, als er von diesem Ansprüchen hörte. Ansprüche, die in früheren Zeiten, bevor die polytheistischen Götter in Pension geschickt wurden und der Tod des Einen Gottes verkündet war, nicht einmal gedacht wurden, waren es doch die Musen oder der Creator Spiritus, dem Dichter und Denker im Grunde ihr Werk verdankten und sie sich nur als Gefäß verstanden.
„Mein Werk gehört Dir!“ Sicher zufällig, aber passend strahlte der Sender Deutschlandradio Wissen am Folgetag, am 15.06. seine erste Sendung in der Reihe „Netlabel“ aus: „Remix ohne Grenzen“ - vom kreativem Umgang mit kreativen Werken in Zeit der creative-commons-Lizenzen. Eine riesige Netlabel-Szene hat sich rund um die auf die digitale Informationsgesellschaft und den Kommunikationsraum Internet ausgerichteten Lizenz-Bausteine gebildet. Während sich die Musikindustrie „hauptsächlich um große Bands und Künstler kümmere“ und sich „immer noch an das klassische Urheberrecht klammere“, haben Künstler wie „State Shirt“ längst neue Wege beschritten.
Im direkten Kontakt mit den Hörern vertreibt er die eigenen Werke über das Internet – kostenlos und frei mit der cc-Lizenz by-nc-sa (Namensnennung, nicht kommerziell). Die Lizenz sagt: Tauschen und Remixen erlaubt – ein Modell, für das die traditionelle content-Industrie nur ein müdes Lächeln übrig hat. „State Shirt“ macht es den Nutzern einfach, selbst Urheber zu werden: er stellt die einzelnen Tonspuren seiner Lieder frei zur Verfügung und jeder kann sich daraus frei bedienen.
„Meine Ideen, Deine Ideen – Unsere Ideen“: DRadio Wissen stellt seinen Beitrag zur inhaltlichen Weiterverarbeitung weiter: „Vielleicht will jemand den Beitrag inhaltlich weiterstricken. Vielleicht will jemand mit der Stateshirt-Musik weiterarbeiten. Vielleicht will jemand Sprechertext und O-Töne verhackstücken und ein Klangkunstwerk aus den Einzelteilen des Beitrags zaubern. Egal was die Leute vorhaben: Bitte mit uns Kontakt aufnehmen! Uns würde brennend interessieren, was daraus wird - und wenn es gut ist, wird es gesendet.“
Übrigens: Eine im Auftrag vom EU-Ausschuss für Kultur und Bildung (CULT) in Auftrag gegebenen Studie kommt zum Ergebnis, dass „ein Zuviel an Urheberrecht 'für die kulturelle Vielfalt schädlich ist' [...] ' In Märkten, die von großen, als Oligopole eine kollektive Macht ausübenden Unternehmen dominiert werden', sei die kulturelle Vielfalt durch geistige Eigentumsrechte besonders bedroht.“
Bild: State Shirt
Joachim Losehand am Sonntag, 20.06.2010 19:41 Uhr
Ich habe mir die Remixpakete mal gesaugt, ist ja echt Schrott, kann man keinen einzigen vernünftigen Electro House Track draus machen, die Vocals sind echt ein Witz :p Ganz ehrlich, das würde ich auch umsonst anbieten. Könnte natürlich daran liegen, dass das ne ...
Ich habe mir die Remixpakete mal gesaugt, ist ja echt Schrott, kann man keinen einzigen vernünftigen Electro House Track draus machen, die Vocals sind echt ein Witz :p Ganz ehrlich, das würde ich auch umsonst anbieten. Ist ja Gott sei Dank Geschmackssache. Dazu k ...
Ich habe mir die Remixpakete mal gesaugt, ist ja echt Schrott, kann man keinen einzigen vernünftigen Electro House Track draus machen, die Vocals sind echt ein Witz :p Ganz ehrlich, das würde ich auch umsonst anbieten. ...
@ klagox & Losehand: Danke für die Info, das war mir nicht klar. Allerdings sehe ich den Vorteil einer CC-Lizenz noch nicht so ganz... außer vielleicht, dass sie durch die Symbole leicht zu überschauen und einheitlich geregelt ist. ...
Werden die Rechte z.B. von Fotos durch das Urheberrecht nicht schon mehr als geschützt? Eine CC-Lizenz würde die Urheberrechte doch nur einschränken; das könnte man auch einfach erreichen, indem man eine Verwendung unter best. Bedingungen erlaubt... Vielleicht bietet e ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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