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Englische KFZ-Datenbank umfasst 7,6 Milliarden Einträge

Eine englische Datenbank zur Verkehrsüberwachung enthält circa 7,6 Milliarden Einträge. Täglich kommen weitere 14 Millionen Autokennzeichen dazu. Die Daten bleiben auf unbestimmte Zeit bestehen, an einer zeitnahen Löschung besteht offenbar kein Interesse.

Quasi an jeder Straßenecke in England werden ausnahmslos alle Nummernschilder vorbeifahrender Autos aufgenommen, analysiert und in einer zentralen Datenbank zusammengeführt. Die Datenbank mit Namen ANPR (national vehicle tracking database) beinhaltet neben den Fotos auch unzählige Bewegungsprofile jedes einzelnen Autofahrers. Die Regierung könnte die Daten unbemerkt an Dritte, wie etwa andere europäische Staaten oder die USA übergeben.

Von offizieller Stelle hieß es, die Daten könnten aufbewahrt werden, „so lange dies für operative Maßnahmen nötig sei“. Bisher glaubte man, nach spätestens einem Monat oder nach fünf Jahren würde man die Daten vernichten, was nicht der Fall ist. Kritiker fordern eine Löschung der Angaben nach maximal vier Wochen. Ein Sprecher der Polizei antwortete, man würde mit der Leitung über eine frühzeitige Löschungen diskutieren. Noch wurde diesbezüglich nichts entschieden.

ANPR wurde in den 90ern entwickelt, um den Verkehr und die Entrichtung der Mautgebühren zu überwachen. Später unter der Regierung der Labour Party zog man auch die Benutzung der Daten für Anti-Terror Maßnahmen und die allgemeine Strafverfolgung hinzu. Ging es anfangs nur um gestohlene Fahrzeuge oder Fahrer ohne Führerschein, so wird die Datenbank heute in vollem Umfang benutzt. Tausende Kameras sind landesweit an Straßen, Tankstellen und Flughäfen installiert worden, sogar die Polizeihubschrauber verfügen über diese Technik. Mehr als 4000 Kameras in Wales und England schicken die Fotos und Daten an den Zentralcomputer in Hendon im nördlichen London weiter. So gut wie alle Polizeistellen sind an das System angeschlossen. Im Jahr 2008 wurde ein Vertrag zur Weiterleitung der Daten in die USA und andere Staaten unterzeichnet.

Simon Davies, der Direktor der Vereinigung Privacy International, sieht das als Missbrauch an. Das ganze System sei lediglich zur Verkehrskontrolle eingesetzt worden. Jetzt ist es ein Werkzeug zur Terrorbekämpfung und für die Polizei. „Wer weiß, wofür man es als Nächstes einsetzen wird?“ Er setzt sich für die Einschränkung der Speicherdauer auf maximal einen Monat ein. „Die Regierung hat nie anhand eines (konkreten) Falles beweisen können, warum sie die Angaben länger benötigt“, so Simon Davies dazu. Andere Kritiker werfen der Regierung vor, sie wären überglücklich, dass sie Unmengen an Daten über britische Bürger an Dritte übergeben könnten.

Auf die Anfrage vom Telegraph bekam man von keiner der Stellen ein offizielles Statement zu hören. Auch Vizepremier Nick Clegg von der liberaldemokratischen Partei, die das System während des Wahlkampfs scharf kritisiert hatte, wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Bislang kann man nur spekulieren, wer außerhalb des Inselreichs noch alles Zugriff auf die Daten hat. An Interessenten dürfte es nicht mangeln.

Quelle: datenschutz.de

Bild: Spy Blog

Lars Sobiraj am Sonntag, 20.06.2010 13:45 Uhr

tagsTags: cctv privacy international davies clegg

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7 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am 21.06.2010 21:23:46

    Traurig, traurig, traurig. Mir waren die Briten früher wirklich sympatisch, aber DAS ist echt das Letzte. Wenn man so etwas liest, entsteht nur mehr blanker Hass auf die machtgeilen Wixxer, die die Bürger zu 100% kontrollieren wollen. UK ist für mich gestorben. Bugger off! ...

  • .drunken am 21.06.2010 12:48:56

    Bisher glaubte man, nach spätestens einem Monat oder nach fünf Jahren würde man die Daten vernichten, Was ist das den für eine zeitliche Einschätzung? Schade das das Volk in die Luft gesprengt wird und nicht die, die es verdient hätten. ...

  • Ghandy am 21.06.2010 11:27:47

    England und Wales, steht aber auch im Artikel ;-) ...

  • doctrine am 21.06.2010 03:04:13

    omfg nur in england oder in ganz großbritannien? ...

  • StaTiC am 20.06.2010 22:06:06

    ich sag ja immer. gott wusste schon warum er die briten auf ne insel setzte. und wir idioten (festlandeuropäer) müssen da natürlich nen tunnel hin buddeln ...

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