
In einer Reaktion auf die Berliner Rede von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Günter Krings, die „klaren Worte“ begrüßt und der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass ein Gesetzesentwurf schon diesen Herbst vorgelegt werde.
Angesichts der gesellschaftlichen wie medialen Umwälzungen, die das world wide web nach wie vor mit wachsender Geschwindigkeit im Tages-Takt anstößt und nachhaltig bewirkt, erscheint die Eile befremdlich. Anstelle „gründlich und langsam“ scheinen interessierte Kreise auf „oberflächlich und schnell“ zu setzen.
Wichtige Diskussionspunkte werden von Günter Krings in einem Aufwasch vom Tisch gefegt: „[wir lehnen die] Verpflichtung der Urheber zur Gewährung von Zweitverwertungsrechten, die Zwangskollektivierung durch eine so genannte "Kulturflatrate" oder eine Veränderung des Urheberrechts zu Lasten der Rechteinhaber ab“. Damit werden Forderungen von Bildung und Wissenschaft zur Stärkung der wissenschaftlichen Urheber, neue Modelle, die share-culture im Internet auf sicherere legale Beine zu stellen und schließlich auch die Position der individuellen Urheber weiterhin zugunsten der Rechteverwerter abgewiegelt. Denn gerade die Rechteverwerter sind durch so genannte total-byout-Verträge in der Regel auch die Rechteinhaber, im Zweifel sogar gegen die eigentlichen Urheber.
„Die Provider sind jetzt aufgefordert ein selbst-reguliertes Verfahren zu entwickeln, um beharrliche Rechteverletzer zur Ordnung zu rufen und notfalls aus dem Verkehr zu ziehen.“ Hier prescht Günter Krings weit über das Modell hinaus, wie es Sabine Leutheusser-Schnarrenberger vorschwebte. Obwohl man offiziell die ISP nicht regulieren will, werden sie zur Selbst-Regulierung aufgefordert, was im Endeffekt das gleiche ist. Was der Stellvertretende Fraktionsvorsitzende mit der Formulierung „aus dem Verkehr zu ziehen“ meint, ist angesichts der ministerialen Absage an eine 3-Strikes-Regelung unklar.
„Das Internet verändert nur die technischen Bedingungen der Werkmittlung, nicht aber die Wertungsmaßstäbe. Wir müssen daher nicht das Urheberrecht ändern, sondern nur die Regeln zum Schutz der Kreativen anpassen.“
Offensichtlich ändert das Internet nicht nur die „technischen Bedingungen der Werkmittlung“, sondern – siehe: „horizontaler Kommunikationsraum“, „open culture“ „open source“ und „share culture“ - ganz deutlich auch die Urheber und die Nutzer in ihrem Verhalten. Was hier vertreten verbreitet wird, ist entweder Wort-gewordene Inkompetenz aufgrund fehlender intellektueller Durchdringung oder der Versuch, eben genau das zu tun, was Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ausgeschlossen hat: Geschäftsmodelle zu retten.
Das Urheberrecht ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und bestimmt in besonderem Maße die Kommunikation im Zukunftsmedium Internet: Es wäre eine fatale Entwicklung, dieser Entwicklung durch eine besonnene, gründliche und nachhaltige Formulierung des 3. Korbes nicht Rechnung zu tragen.
Quelle: na.presseportal.de
Bild: weisserstier cc-by 2.0
Joachim Losehand am Donnerstag, 17.06.2010 09:37 Uhr
Wenn Menschen nicht mehr bereit sind für Musik zu bezahlen, weil sie es nicht können oder warum auch immer, wird es trotzdem genügend Musik geben. Einfach aus dem Grunde, weil Menschen gerne Musik machen ;) Alles wird gut ... ...
Haha ... lustig, wenn es keine Nachfrage gäbe würden die ganzen Monkey's da draussen auch nicht leechen wie die wahnsinnigen.... nein, ich sagte nicht, dass es generell keine nachfrage gibt, sondern dass es keine nachfrag nach den ein oder anderen künstler ...
Stimmt, aber wenn ich es dann für diesen Preis, der die Kosten decken würde, nicht verkaufen kann, weil der Kunde nicht bereit ist, das zu bezahlen, dann bleibt einen nichts weiter über als das Angebot einzustellen und aufzuhören zu produzieren. Genau das will die Contentindu ...
... wenn ich etwas herstelle dessen Herstellungskosten über dem Verkaufspreis liegen mache ich mit jedem Verkauf verlust. Es gibt keinen frei nach unten wählbaren Preis und ins unendlich reduzierbare Kosten. Stimmt, aber wenn ich es dann für diesen Preis ...
na dann lass es mich erklären damit du es verstehst. Na da bin ich aber gespannt ... 1. Bei Angebot und Nachfrage sind die Produktionskosten völlig irrelevant. Natürlich wird jemand nicht lange im Markt(jede Art eines Marktes) bleiben, wenn er seine Kosten nich ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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