
Das französische Three-Strikes-Gesetz scheint nur Probleme mit sich zu bringen. Seit es erstmalig diskutiert wurde, halten diese an. Ein aktueller Fall aus Frankreich zeigt deutlich, wie absurd das Gesetz ist. Der Gesetzgeber schreibt mit HADOPI vor, dass angemessene Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssen, um rechtswidrige Taten zu unterbinden. Die Installation einer Firewall beziehungsweise einer Anti-Viren-Software wird dabei als selbstverständlich betrachtet.
Der Internet Service Provider "Orange" wollte hier noch einen Schritt weiter gehen. Man bot den Kunden eine eigens entwickelte Software an. Diese sollte Filesharing-Traffic seitens der Kunden blockieren. Für einen monatlichen Beitrag von 2 Euro war die Software inklusive kontinuierlicher Aktualisierungen zu erwerben. Wie sich jedoch herausstellte, ist die Software nicht nur eine enorme Gefahr für die Privatsphäre der Nutzer. Sie öffnet darüber hinaus enorme Sicherheitslücken.
Die Software hat den eigentlichen Sinn, P2P-Aktivitäten zu blockieren. Darüber hinaus ist eine Blacklist integriert. Was diese beinhaltet ist unklar. Um sie und die Software aktuell zu halten, ist jedoch eine Kommunikation mit dem Provider notwendig. Wie der Provider vorab einräumte, sei die Software kein "Rundum-Schutz". Aber sie würde sicherstellen, dass "Kinder nichts Illegales in P2P Netzwerken machen."
Ein aufmerksamer Beobachter mit dem Nickname "Bluetouff" hat das Verhalten der Software genauer unter die Lupe genommen. Konkret dessen Kommunikation mit einem Server. Mit Hilfe von WireShark fand er heraus, dass die Software mit einer bestimmten IP-Adresse kommuniziert. Über diese werden Updates eingespeist. An sich nichts Ungewöhnliches, wenn man von der Tatsache absieht, dass die gesamte Kommunikation unverschlüsselt abläuft. Dummerweise sind sämtliche übertragenen Informationen des Servers offen einsehbar. So beispielsweise die IP-Adressen der Nutzer, die ein Update bezogen haben.
Falls man das noch akzeptieren könnte, darf man auf den nächsten Fehltritt gespannt sein. Bei der Einrichtung des Servers wurden nämlich ebenso alle Sicherheitsbestimmungen ignoriert, die man je zu hören bekommt. Der Benutzername sowie das Passwort für das Admin Control Panel lauteten "admin". Damit könnten möglicherweise weitere Probleme beginnen.
Wie die Kollegen von TorrentFreak berichten, haben sich einige findige Leute den Server näher angesehen. Sie halten es für möglich, Malware über die Anti-P2P Software einzuspeisen. Von Sicherheit kann folglich keine Rede mehr sein. Da fällt es auch nicht mehr ins Gewicht, dass die ehemalige Kultusministerin und Verfechterin des Three-Strikes-Gesetzes, Christine Albanel in leitender Position bei Orange beschäftigt ist.
Quelle: torrentfreak
Bild: techgadgets
Klaus Müller am Dienstag, 15.06.2010 16:45 Uhr
ich habe keine Ahnung wie die Software von "Orange" funktioniert. Ich wäre aber schön blöde, € 2/Monat zu zahlen, um mich von an sich legalen Tauschbörsen ausschließen zu lassen. Wenn die beschriebene Software solche gravierenden Fehler bzw. Sicherheitslücken aufwirft, wie sieht es dann ei ...
naja, das gesetz kann ja nichts dafür wenn die software feherlhaft ist. allerdings hätte der gesetzgeber dies bedenken können und standards vorschreiben können. niemand muss genau diese sofware verwenden. ...
Der letzte Absatz ist der, der vielen die Augen öffnet. Politiker sind nur Maionetten der Industrie, die dann die Aufsichstsrapöstchen zugeschustert werden. Und genau solche Vereinsfuzzies wollen mir sagen, was ich zu tun oder zu lassen habe? Sorry, da setzt mein Verstand aus, da werde ich unprtei ...
Seit das französische Three-Strikes-Gesetz beschlossen wurde, stellt sich vielen Anschlussinhabern eine Frage: Wie schütze ich mich? Der französische Provider Orange wollte eine Lösung bieten, die jedoch vielmehr zur Sicherheitslücke wurde. [url=http://www.gulli.com/news/hadopi-isp-fehltritt-i ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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