
Totalüberwachung Down Under oder die schlichte "extended" Version der Vorratsdatenspeicherung? Egal wie man es bezeichnen will, die neuesten Pläne der australischen Regierung scheinen Überwachungsmaßnahmen in ungeahntem Ausmaß zu realisieren. Wie das australische Justizministerium gestern gegenüber ZDNET Australia bestätigte, plant man die Umsetzung einer Art Vorratsdatenspeicherung im Land.
Die Provider würden damit zu einer umfangreichen Speicherung verpflichtet. Zu den Forderungen zählen nicht nur, wer zu welchem Zeitpunkt welche Person eine Mail geschickt hat. Auch die angesurften Websites sollen protokolliert werden. Falls notwendig soll es den Strafverfolgungsbehörden ermöglicht werden, auf diese Daten zuzugreifen. In welchen Fällen dies ermöglicht wird, steht noch nicht fest.
Klar ist auf jeden Fall, dass man sich intensiv mit der Thematik beschäftigt hat: "Das Justizministerium hat die EU-Direktive zur Vorratsdatenspeicherung geprüft, um festzustellen, ob sie mit den australischen Gesetzen und Sicherheitsbestimmungen vereinbar ist. Sie wurde innerhalb der Telekommunikationsindustrie umfangreich zur Diskussion gestellt", so eine Stellungnahme des Justizministeriums gegenüber ZDNet.
Wie eine Quelle eines australischen Internet Service Providers ZDNet mitteilte, könnte die australische Variante jedoch weit umfangreicher sein als die von der EU vorgegebenen Maßnahmen. So sollen bei einer Umsetzung der Datenspeicherung auch einzelne URLs aufgezeichnet werden, die von den Kunden aufgerufen werden. Solch eine Umsetzung wäre "erschreckend und sehr teuer." Eine weitere Quelle erklärte, dass "die Australier verdammt verängstigt" sein sollten.
Wie die Quelle darüber hinaus mitteilte, zieht die australische Regierung eine weit längere Aufbewahrungsfrist der Daten in Betracht. Während die EU-Direktive 24 Monate anvisiert, soll die australische Regierung in Richtung von fünf, vielleicht sogar zehn Jahren tendieren. "Sie scheinen ziemlich versessen darauf [diese Richtlinie einzuführen] und werfen daher dauernd Wörter wie Terrorismus oder Pädophilie in den Raum. Wir reden hier über den Browser-Verlauf und E-Mails, das ist weit über dem, was ich als normale Kurzspeicherung beurteile, [...]", so die Quelle.
Da sich die Pläne dafür allem Anschein nach noch in einer frühen Entwicklungsphase befinden, sind die Sorgen bisher nicht zu groß. Die Telekommunikationsindustrie ist sich jedoch sicher, dass es einer große öffentlichen Debatte bedarf, wenn die Pläne langsam Form annehmen.
Quelle: zdnet
Bild: flickr by i´m george unter CC-BY-SA
Klaus Müller am Freitag, 11.06.2010 14:34 Uhr
Naja, ich mach mir da weniger Sorgen. Die Kosten für diese Art VDS wären enorm, also wird die entsprechende Lobby sich zumindest um eine Abschwächung bemühen da dies die Kosten senkt. Und das ist nur ein Faktor der übertriebenen Wünschen nach VDS entgegenwirkt. ...
10 Jahre oO Das sind exorbitante kosten. Alleine der Speicherplatz, redundant und ständig abrufbar. Das müssen zig Exabyte sein. Alleine das nachher zu durchsuchen dauert doch ewigkeiten. ...
Unglaublich sowas. Wenn es da keinen Widerstand aus der Bevölkerung gibt, dann ist den Australiern auch nicht mehr zu helfen. Na, was wären das denn für schäbige Ignoranten, wenn sie sich diesen "Argumenten" gegenüber verschliessen und dagegen aufbegehren würden ...
Unglaublich sowas. Wenn es da keinen Widerstand aus der Bevölkerung gibt, dann ist den Australiern auch nicht mehr zu helfen. Falls sie darüber überhaupt informiert werden und nicht nur rein "ZUFÄLLIG" es mitbekommen. Echt traurig sowas zu lesen bzw. vielleicht sogar an se ...
Wer bezahlt den Mist? Wer wohl? Wahrscheinlich der Kunde. Die ISP müssen Technik stellen und für reibungslosen Ablauf sorgen. Und die paar australische Dollars, die dafür notwendig sind, werden natürlich an den Kunden weiter gereicht. Kann man für die Australier nur hoffen, dass ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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