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Ist Microsoft eine Gefahr für die Sicherheit der USA?

Richard A. Clarke, Berater des Weißen Hauses für Cybersicherheit, hält Microsoft offenbar für eine Gefahr für die nationale Sicherheit. Das schreibt er in seinem Buch "Cyber War: The Next Threat to National Security and What to Do About It".

"Microsoft hat riesige Ressourcen, buchstäblich Milliarden Dollar […]. Microsoft ist ein unglaublich erfolgreiches Imperium, das auf der Dominanz des Marktes mit Gütern geringer Qualität aufbaut." Das ist die wenig schmeichelhafte Meinung, die Clarke vom Software-Riesen aus Redmond hat. Die Schlussfolgerung daraus: durch die angeblich geringe Sicherheit von Microsoft-Produkten ist sogar die nationale Sicherheit gefährdet, warnt Clarke.

Die Gefahr eines Cyber-Kriegs hält Clarke für durchaus ernstzunehmend. Zwar scheine es so, als würde diese Perspektive den USA einen Vorteil bieten. "In Wirklichkeit gefährdet der Cyberkrieg dieses Land mehr als jede andere Nation." Dies erklärt er mit der großen Abhängigkeit kritischer Infrastrukturen - wie beispielsweise der Finanzmärkte und der Energieversorgung - vom Internet. Clarke entwirft in seinem Buch ein Worst-Case-Szenario, in dem nicht nur ein Zusammenbruch der Finanzmärkte, sondern sogar Tausende von Todesfällen aufgrund von Stromausfällen geschildert werden.  

Andere Experten sind skeptisch, ob Clarkes Befürchtungen nicht eher als Panikmache einzustufen sind. Sie vermuten politische Motive hinter der drastischen Schilderung des Analysten. Allerdings geben auch viele Skeptiker zu, dass die Regierung nicht einfach davon ausgehen kann, dass der private Sektor sich effektiv selbst schützen kann und wird. Sie würden eine koordinierte, landesweite Strategie empfehlen.

Dafür, dass nicht schon lange auf nationaler Ebene eine Strategie für den Cyberkrieg entworfen wurde, macht Clarke unter anderem Microsoft verantwortlich. Durch Lobbyismus habe es der Software-Konzern geschafft, Regulierungen zu verhindern und seine Produkte trotz teilweise geringer Sicherheit auch in Regierungskreisen zu etablieren, so Clarke. Insbesondere gegen Linux habe Microsoft einen regelrechten Privatkrieg angezettelt, der oftmals zum Schaden der Kunden - hier der Regierung - gewesen sei. Clarke erklärt, Microsoft-Produkte seien niemals für den Einsatz auf kritischen Systemen konzipiert gewesen. Nun würden sie aber auch in diesen Bereichen eingesetzt. Dies sei aufgrund der weniger strengen Qualitätskontrolle höchst gefährlich.

Als weitere Gründe für das bisherige Fehlen einer nationalen Cyberkriegs-Strategie nennt Clarke unter anderem den mangelnden Konsens der Beteiligten und die Furcht von Bevölkerung und Unternehmen vor Regulierung durch die Behörden.

Quelle: Ars Technica 

Annika Kremer am Donnerstag, 10.06.2010 22:35 Uhr

tagsTags: microsoft cyberwar

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40 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • darkcloud1987 am 13.06.2010 15:14:32

    @der 2 über mir Da hast du dir aber schöne Steinchen aus dem Kluge-Sprüche-Baukasten geholt. :D ...

  • Funkmonk am 13.06.2010 05:57:30

    Au man. Regierungen sind doch selbst schuld wenn sie das erst Beste auf dem Grabbeltisch kaufen. Mircosoft hier irgendwas vorzuwerfen ist lächerlich, denn andere Betriebssysteme sind auch nicht sicherer, da muss man das halt selbst in die Hand nehmen. Vollkommen ri ...

  • yst_01 am 13.06.2010 00:13:37

    Bildzeitungniveau. Der Mann ist bereits seit 7 Jahren kein Berater des Weißen Haus mehr. Die ganzen Geschichten über Microsoft beziehen sich auch auf die Vergangenheit und er schreibt selber, daß Microsoft bei der Sicherheit nachgezogen hat. Selbst wenn Microsoft noc ...

  • darkcloud1987 am 11.06.2010 17:04:50

    ach *abwink* - Appel bringt schon ein App dafür raus :D Die Rote Knopf App extra für den Präsidenten :D ...

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