
Der Streit zwischen der EU-Kommission und Microsoft scheint endlich zur Neige zu gehen. Statt, dass in Windows 7 lediglich der Internet Explorer 8 vorinstalliert wird, werden die Käufer künftig eine Übersichtsseite mit 12 verschiedenen Browsern angezeigt bekommen. Der Internet Explorer selbst soll in der Liste nicht an oberster Stelle stehen.
Zugeständnis oder Ablenkungsmanöver? Zwar verspricht man allen Entwicklern den Zugriff auf Microsoft-eigene Dokumentationen, an der jetzigen Patentlizenz muss das Unternehmen aber nichts ändern, sollte die Kommission die Vorschläge in dieser Form annehmen. Die FSFE beklagt, dass die aktuelle Ausarbeitung noch immer viele Schlupflöcher bieten würde. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist bekanntlich besser. Davon ist aber bei der Vereinbarung keine Rede. Demnach dürfte es auch keine Druckmittel geben, sollte der Softwareriese seine Vorgaben nicht detailgetreu einhalten.
Das wirklich Herausragende an den Vorschlägen von Microsoft ist aber, dass deren Patentlizenz jegliche Konkurrenz von kleineren Software-Projekten unmöglich macht. Von einer offenen Beteiligung von Konkurrenten kann folglich keine Rede sein. Ist die Browser-Auswahl also nur ein Ablenkungsmanöver? Wollte man damit lediglich die Mitglieder der EU-Kommission ruhigstellen - und die Konsumenten von den wirklich wichtigen Punkten ablenken? Warum öffnet man sich denn nicht, sollte die eigene Software tatsächlich so viel besser als die der Mitbewerber sein?
Der Langenfelder Rechtsanwalt Dr. Michael Stehmann dazu: "Microsofts Angebot ist - auch nach Auffassung anderer Rechtsexperten für Freie Software - lediglich ein taktisches Scheinangebot.
Freie Browser sind - neben anderer Freier Software - ein wichtiger "Türöffner" für Freie Software auf dem Anwender-Desktop geworden.
Eine echte Wahlfreiheit würde daher die Quasimonopolstellung Microsofts und die hieraus resultierenden Monopolgewinne gefährden - jedoch zu einem echten Wettbewerb führen, was allen Anwendern nützen würde."
Die Juristin und Vorsitzende der Mozilla Foundation beurteilt die Lage etwas moderater. Winifred Mitchell Baker schrieb auf ihrem Blog, dass man zunächst die Spezifikationen im Detail betrachten müsste. Man würde ohnehin erst im Laufe der Zeit sagen können, wie sich diese Lösung auf alle Beteiligten auswirken wird.
Mathias Kirschner vom FSFE hinterfragt: "In Microsofts Angebot sieht man klar die Angst vor innovativer Konkurrenz Freier Software [1]. Warum sonst schlägt Microsoft eine Patentlizenz vor, die Freie-Software-Konkurrenten ausschließt? Versucht Microsoft, mit der Methode zur Auswahl der Browser den Verfall des Marktanteils für den Internet Explorer zu bremsen?"
Diese Frage dürfte an dieser Stelle jeder für sich selbst beantworten können. (Ghandy)
(Grafik von hults2, thx! - CC by-nc-nd 3.0)
News Redaktion am Donnerstag, 08.10.2009 20:24 Uhr
Richtig, die Crapware hatte ich ganz vergessen (hab meine bisherigen Laptops immer vor dem ersten Start neu aufgesetzt)... Ja, die spielen da natürlich auch eine große Rolle, da hast du Recht. Okay... dann ist MS da ja aber wieder weniger dran Schuld und der Vorwurf müsste an die entsprechenden ...
Zitat von Toronto ...weshalb du im Regelfall für ein Laptop mit Windows-BS sogar weniger bezahlst als wenn du auf einen ohne bzw. mit einem kostenlosen BS bestehst. Das liegt aber nicht an der Subventionierung durch MS. ;) Ein vorinstalliertes MS- ...
MS hat natürlich etliche Verträge mit den entsprechenden Herstellern und Vertrieben. Das Problem ist, dass der OSS-Community dafür die Kohle fehlt - aus offensichtlichen Gründen. MS dagegen quersubventioniert zum Beispiel die Notebooks - weshalb du im Regelfall für ein Laptop mit Windows-BS sog ...
@thom53281: Das ist in der Tat ein Punkt wo ich auch eher ansetzen würde an deren Stelle. Danke für den guten Hinweis. ...
Zitat von Toronto Kauft halt keiner mehr MS-Produkte...oder etwa doch? Ich versteh Deine Argumentation, aber damit hab ich ein kleines Problem. :) Denn zumindest bei Komplett-PC und Notebooks hat man hier ein [URL="http://board.gulli.com/thread/1427 ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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